
... ebenfalls beim Aufräumen des Postfachs gefunden ... natürlich hier zu Hause.
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Bitte hier klicken. Ist ein Clip, der mir vor Jahren mal bei Dailymotion untergekommen war, den ich dann nochmal für was Wichtiges gesucht habe, aber verloren hatte, weil nicht gebookmarkt. Des Kommunikationsmeisters Portfolio ich jetzt im anderen Zusammenhang beim Aufräumen des Postfachs wiederfinde. Ach, die Zufälle und Überschneidungen. Ach, alles kreist sich, ach hier noch mehr so Dinger.
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Folgend einige Hinweise auf mir bewerkenswert erscheinende Links der letzten Tage:
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![]() Achim schrieb am Wochenende einen längeren Blogartikel - Dream Machine - kleine Theorie der künstlichen Intelligenz durch Web 2.0 - in dem er über seine Idee eines ständig Erinnerungsbilder aufzeichnenden Apparats eingeht. Die Idee hat er mir bei irgendwelchen Bieren auch schon mal erzählt, fand ich natürlich super! Jetzt verstehe ich aber erst genauer, was er eigentlich meint. Über das Problem der Überwachung (staatlicherseits - "von oben") muss man sich natürlich bewusst sein, der Staat muss sich aber auch rückwirkend bewusst werden, dass er "von unten" überwacht wird. Andererseits rette ich mich ja auch immer in den Gedanken, dass man, je mehr Informationen man zur Verfügugn stellt, in der Masse an Daten (und eventuell falscher Daten) die jeweils tatsächlich relevante Information verschwindet. Wahrscheinlich eine blöde Idee, weil nicht klar ist, wer die Bestimmungshoheit über die Datenverwaltung und damit der Daten-Strukturierung hat. In die Richtung ging ja auch schon mspro mit meine daten und die zukunft. Ich glaube, wir werden alle noch ein böses Erwachen erleben. Der Gut-Mensch-Idealismus von Web2.0 wird mehr und mehr zugunsten von Kommerz und Macht ausgenutzt werden. Da nützt es auch nichts, dass wir sehenden Auges, wissend oder unwissend, daran teilhaben. Wo wir gerade beim Themenkomplex "Erinnerungsarbeit & Überwachung" angekommen sind, hier noch der Hinweis zum Blog History Project von Benedikt Köhler, das in einem Zeitstrahl eine Übersicht über die Entwicklung der deutschen Blogosphäre bietet. Ich bedanke mich, dass ich auch darin geführt werde. Ist ja in unser schnelllebigen Zeit keine Selbstverständlichkeit.
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23:32 - Ahoi, wir stechen gleich in See zu den Oscars. Ein paar Minuten sind es aber noch, bis es wirklich los geht. Zeit genug, um sich ein paar der nominierten Kurzfilme online anzusehen: Watch the Oscar nominated Animated shorts online (via)
0:01 - Begebe mich langsam auf's Sofa. Die Liste der Nominierten 0:09 - Lese bei mspro den schon etwas älteren Artikel Meine Daten und die Zukunft und mache mir Sorgen um die Zukunft der Privatsphäre. 0:27 - Sofa erreicht. Wieder moderiert so eine ausgewiesene Filmexpertin bei pro7: Annemarie Warnkross -wie nett, ihre Homepage ist ":: UNDER CONSTRUCTION ::" . Ich bin zu alt für - ach egal. Bin aufgeregt. Schwitze vor Aufregung. 0:38 - Ines jetzt auch bei twitter. Oscart per Handy. Hallo Ines! 0:50 - Werbeblock. Wurde von gossipgirlz.de verlinkt. Die weiss, wer sonst noch so live vom Oscar bloggt:
1:12 - auf Toilette war ja noch die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Wäschewaschen - Kleider - roter Teppich. Alles ist eins. Nix verpasst. 1:19 - "Ähm, yeah. Ähm. It's just - kind of - fantastic, äh, ähm" 1:28 - Clooney: "Deutschland!" (Hat Moderator Gätjen gerade vorher gesagt, er wolle Clooney einen Heiratsantrag machen? Ich glaube ja.) 1:36 - Ich freue mich schon auf die Oscar-Moderation von Jon Stewart. Fand den 2006 ja sehr witzig. Die versammelte Hollywood-Gemeinde wohl nicht so. Damals lauter versteinerte Gesichter im Publikum. Mal freuen, wie es dieses Jahr wird. 1:53 - Mal ein Foto direkt vom roten Teppich: 2:01 - Danke, Steven Gätjen, ich finde, der macht das jedes Jahr besser. Jetzt sind wir endlich auf dem echten ABC-Live-Feed. Crazy, der Clooney. Die Massen jubeln. 2:07 - Ich hol mal noch ein Bier. Muss mich erstmal an die US-Fernsehästhetik gewöhnen. Das muss man erstmal auf sich einwirken lassen. 2:10 - Auf Sat.1 zieht sich gerade Alyssa Milano aus. 2:25 - Ellen Page hat eine tolle Stimme. Ich mag Ellen Page seit The Tracey Fragments. 2:35 - Es geht los. Jon Stewart, ein Lacher nach dem anderen. Politische Witze. Ich mach mal den Ton lauter, der nuschelt so. Ich mag den trotzdem. Die Liebste geht jetzt ins Bett. 2:42 - Oscar für Costume Design geht an Alexandra Byrne für Elizabeth: The Golden Age - hab ich bislang vermieden zu sehen. 2:50 - Handy-Film Witz. Hihi. Hab ich auch schon Filme auf Handy angesehen. 2:55 - Oscar für Bester Animation geht an Ratatouille. Keine Überraschung. Guter Film. 2:56 - Das ging jetzt schnell. Nicht ganz mitbekommen. Ich glaube Oscar für Makeup geht an La Vie en Rose 3:08 Kaum bin ich vom Klo zurück, geht es weiter. Oscar für The Golden Compass. 3:12 Art Direction für ?. Kenn ich nicht, nicht mitbekommen. Wird nachgereicht. 3:19 - No Country for Old Men muss ich unbedingt noch sehen. Hab ich hier schon liegen. Javier Bardem bekommt Oscar für beste Nebenrolle (männlich). 3:29 - Oscar für Kurzspielfim: Le Mozart des Pickpockets 3:34 - Bester Animationskurzfilm: Hab ich durch youtube-gesuche nicht mitbekommen. 3:40: Weibliche Nebenrolle für die gute Tilda Swinton in Michael Clayton. Sie spielt - so Moderator Gätjen - "Sagen wir jetzt mal auf Gutdeutsch: A Bad Ass Lawyer". 3:46 - Nachgreicht, der Oscar für Kurz-Trickfilm - Peter & the Wolf: (Part one, two & three) 3:48 - Oscar für Bestes Drehbuch für die Coen Brüder No Country for Old Men. Ich mag die beiden Hollywood-Nerds sehr gerne. Sagen einfach mal "Danke" ohne viel Trallala. Die erwarten wohl noch viel- Ich hab das in der Sparte Drehbuch auch noch nicht erwartet. Der Film liegt hier noch leider ungesehen rum. 3:55 - Langweilige Pausenmusik. Zeit für einen kleinen Hinweis in eigener Twitter-Mission. 4:00 - Ich lehn mich mal zurück und versuche, die Sache mal zu genießen - Witze über Schwangere... 4:10 - Yeah, yeah, yeah. Außenseiterin vor! Beste Schauspielerin/Hauptrolle: Marion Cotillard in La Vie en Rose. Ich nehm ihr die Dankes-Ansprache nicht ganz ab. Schauspielerinnen-Pathos. 4:20 - Pinkelpause. Das Lied kenn ich aus dem Film, den ich neulich gesehen habe. Schnulz. 4:33 - Nicole Kidman und der Angriff der Kristallklunker: 4:42 - Bester ausländischer Film geht an Österreich/Deutschland. Ganz großer Glückwunsch an Die Fälscher. 4:50 - Die Musikerschnulze Once gewinnt Original-Musik-Oscar. Netter, kleiner Film, aber dieses Jahr war da nicht viel Großes im Rennen. Hihi: Kommentar - "this guy is so arrogant". 4:59 - Hui, Cameron Diaz wird auch nicht jünger im Gesicht bei all den Scheinwerfern. Kameras sind böse. Sie verkündet den Oscar für die beste Kameraarbeit - noch ein Oscar für There Will Be Blood. Muss ich mir wohl gleich noch ansehen. 5:16 - Werde langsam müde. Endlich normale Leute hier im TV. Hab gerade beinahe verpasst, wofür sich die beiden netten Damen - beinahe heulend - bedankt haben: Doku-Kurzfilm Freeheld (Wie das so ist: Lowbudget, Kurzfilm, Dokumentarfilm - die Seite ist gerade überlastet, können sich jetzt dann wohl aber anständigen Webhoster leisten...) - Trappeldietrapp, sofort geht es weiter. Oscar für besten abendfüllenden Dokumentarfilm geht an Taxi to the Dark Side. 5:25 - Oscar für bestes, originales Drehbuch geht an die Frau im etwas luftigem Dschungel-Kostüm (Diablo Cody) für Juno. 5:34 - Daniel Day Lewis bekommt Oscar für Hauptrolle in There Will Be Blood. Bedankt sich brav. Insider behaupten, die müssen ihm den Oscar geben, damit er weiter arbeite. 5:42 - So langsam sind wir in der Königsdisziplin angelangt. Beste Regie, zweiter Oscar für die Coen-Brüder für No Country for Old Men. Nerds. Symphatisch. 5:45 - Bester Film überhaupt: No Country for Old Men. Da geht jetzt nichts. Den muss ich mir sofort anschauen. 5:48 - Insgesamt fehlte mir da der Biss in der Inszenierung der Oscars. Das wirkte alles so kontrolliert. Kaum tolle Kleider. Kein unerwarteter Überschwang. Alles Masken. 5:51 - Auf Sat.1 im Frühstücksfernsehen reden zwei blonde Filmexpertinnen über den Trailer des Gewinnerfilms, den sie neulich mal im Kino gesehen hätten und der ja so düster und schlimm wäre.
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:::: gesehen am 22.2.2008
USA 2007; Regie: Mike Nichols; mit: Tom Hanks, Amy Adams, Julia Roberts, Philip Seymour Hoffman, u.a.![]() Weltpolitik auf menschlicher Ebene. Der Afghanistankrieg als verdeckter Nebenschauplatz von Interessen amerikanischer Individualisten. Der Alkohol als Treibstoff für Politik. Unterhaltsamer Film, nicht unbedingt eine lautstarke Satire wie Wag the Dog, aber ähnliche Zielrichtung mit Spitzen in Richtung der Fehlbarkeit von Realpolitik. Die 1980er Jahre. Der Kalte Krieg. Der texanische Kongressabgeordnete Charlie Wilson wird von einer Ex-Geliebten und wohlhabenden, überzeugten Antikommunistin überredet, afghanische Freiheitskämpfer im Krieg gegen die sowjetische Besatzung nach dem Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan zu unterstützen. Sie finden einen Verbündeten in der Person des verlebten aber gerissenen CIA-Agenten Gust Avrakotos, der für das Land zuständig ist. Charlie Wilson's guten Beziehungen im Unterausschuss des Kongresses, der für die Finanzierung des Verteidigungsministeriums zuständig ist, helfen, das Budget für den verdeckten Afghanistan-Einsatz von fünf Millionen US-Dollar jährlich auf etwa eine Milliarde US-Dollar zu steigern. Durch die ständig steigenden Verluste im wirtschaftlich eher unbedeutenden Afghanistan zieht sich die Rote Armee schließlich zurück. Der Film endet damit, dass Wilson nach dem Ende der Kampfhandlungen und der Operation mit geringen Mitteln den Wiederaufbau des Landes unterstützen will. Dies scheitert jedoch am Desinteresse innerhalb des Senats. >>> Offizielle Homepage zum Film
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:::: gesehen am 19.2.2008
USA 2006: Regie: Steve Buscemi; mit: Steve Buscemi, Sienna Miller![]() Die Heidi Klum war bei Beckmann. Das konnte ich nicht leiden und hab mit lieber dieses Kammerspiel zwischen Steve Buscemi und Sienna Miller angesehen. Er spielt einen schlecht gelaunten Politikreporter, der verdammt wurde sie, eine halbtalentierte Jungschauspielerin, zu interviewen. Schlecht vorbereitet und ohne irgendetwas von ihren Filmen zu wissen, trifft er sich mit ihr in einem Restaurant. Beide finden sich doof, das Gespräch ist schnell abgebrochen. Durch einen Autounfall wird dann aber das Interview in der Wohnung der Schauspielerin unter intimeren Umständen fortgeführt. Viele Drehungen der Gesprächsführung, bis am Ende, es überrascht nicht wirklich, sie ihn an der Nase herum geführt hat. Ist ein Remake eines gleichnamigen, niederländischen Films von 2003 des Regisseurs Theo Van Gogh (genau der, der 2004 von einem militanten Islamisten umgebracht wurde) und ist Teil einer Remake-Trilogie von Theo Van Gogh Filmen . Schaut sich sehr nett an, das Remake. Schauspiel okay. Buscemi könnte etwas schrulliger rüberkommen, Miller nervt für die Rolle angemessen mit ihrem Schauspielerinnen-Rumgezippel. Schön, wie am Rande das iBook der Schauspielerin, das Gmail-Account und der Palm des Journalisten zu handlungstreibenden Requisiten werden. Beim Film Lust bekommen auf Whiskey und Zigaretten.
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:::: gesehen am 19.2.2008
Irland 2006; Regie: John Carney; mit: Glen Hansard, Markéta Irglová, u.a.
Frau Gröner hat den Film neulich empfohlen. Und da ich ja nun für die musische Erziehung der Frucht meiner Lenden zuständig bin, darf keine Gelegenheit ungenutzt bleiben, dem kleinen Wurm zu läuten, wogegen es sich dann in der Pubertät auflehnen kann. Frau Gröner hatte recht. Ein kleiner, schöner Liebesfilm - wenn man gitarrenlastige Singersongwriter-Melancholie mag. Das tschechisch-irisches Herzschmerz-Duett wurde für den Oscar 2008 nominiert. Wenige Gedanken meinerseits dazu. Tschechisches Einwanderer-Aschenputtel mit Klavierbegabung und kleinem Kind trifft strubbelrothaarigen Straßenmusiker (schrieb Spiegel Online) >>>Offizielle Homepage zum Film
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Photo uploaded by tristessedeluxe. Neues von der Dekofront unter...
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:::: gesehen am 17.2.2008 im Colosseum
Russische Föderation2008; Regie: Igor Voloshin; mit: Olga Sutulova, Maria Shalaeva, Artur Smolyaninov, Mikhail Evlanov, Andrey Khabarov; 89 min.![]() Mein letzter Film auf der Berlinale dieses Jahr und auch nur zufällig gesehen, weil ich einfach Glück hatte. Erfrischend junges, russisches Kino. Rasante Montage, Clipästhetik, super Soundtrack, Story leicht diffus aber nicht gänzlich abwegig. Setdesign und Kostüm eine Augenweide, „Realfuturismus“ würde ich es nennen. Grundatmosphäre nicht ganz schlüssig, „hoffnungsvoll pessimistisch“ würd ich’s bezeichnen. Anna Hoffmann schreibt: Sie hat das Leben in Moskau satt, also zieht die Krankenschwester Alisa nach St. Petersburg. Ihre Mitbewohner in der Gemeinschaftswohnung sind die beiden Junkies Valera und ihr Freund Toter Mann. Anfänglich kracht es zwischen den beiden Frauen, doch bald verbindet die beiden eine zarte und unverbrüchliche Freundschaft. Zusammen legen sie sich sogar mit der Petersburger Unterwelt an, als Toter Mann entführt wird, weil er seine Schulden nicht bezahlen kann. Das Leben ist hart und unübersichtlich und man muss nach außen ebenso hart und cool sein, um durchzukommen. Dieses Lebensgefühl dient in Nirvana nicht als soziologisches Passepartout, sondern als ästhetische Herausforderung. Mit großer Liebe zum Detail stylt Voloshin seinen Soundtrack, seine Drehorte und vor allem seine Darsteller. Die extravagante Maske und die aufwändigen Kostüme, in denen manche der Protagonisten agieren, die erlesenen Außenaufnahmen aus Petersburg und die opulenten Interieurs lassen an eine Pop-Oper denken, oder an einen als Punk wiedergeborenen Brecht, der noch einmal den V-Effekt erfindet. Und immer wieder meint man, inmitten all dieser visuellen Opulenz kleine Referenzen zu entdecken. Das mag an einem generationsspezifischen Filmkanon liegen oder daran, dass hier einfach ein Ausnahmetalent zum Vorschein kommt. Oder an beidem. (aus: Berlinale Programm) ![]()
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:::: gesehen am 17.2.2008 im CiemaxX 7
Israel, Deutschland, Frankreich 2008; Regie: Eran Riklis; mit: Hiam Abbass, Rona Lipaz-Michael, Doron Tavory, Ali Suliman, Tarik Copty; 106 min.![]() Muss einem ja jemand sagen, dass der letzte Berlinale-Tag Publikumssonntag ist und man mit der Akkreditierung nirgends mehr reinkommt! Aber dank des äußerst freundlichen Herren aus der Marketingabteilung vom Tip-Magazin, der mir von seinem Freikartenkontingent kurz vor Filmstart noch eine Eintrittskarte abgeben hat, konnte ich wie geplant doch noch den Publikumspreisträger aus dem Panorama sehen. Mit Publikumspreisen ist das ja meist so eine Sache. Der größte gemeinsame Nenner eines durchwachsenen Publikumsgeschmacks muss nicht automatisch den eigenen Filmgeschmack treffen. Meist gewinnen Komödien oder Filme mit einer eindeutigen politischen Botschaft. So ist es auch der Fall mit Lemon Tree - der Film macht alles richtig und seine Botschaft ist eindeutig. In der Westbank in einem kleinen Palästinenserdorf lebt die verwitwete Salma. Von ihrem verstorbenen Vater hat sie einen kleinen Zitronenbaum-Hain übernommen, mit dessen Ernte sie die allein stehende Frau gerade so sich selber über Wasser halten kann. Als der israelische Verteidigungsminister auf der anderen Seite der „grünen Linie“ in ein Haus einzieht, geraten Selmas Zitronenbäume ins Visier der Personenschützer. Die palästinensischen Zitronenbäume stehen den gehobenen Sicherheitsbedürfnissen des israelischen Ministers im Weg. Kurzerhand sollen die Bäume weg, die vor vielen Generationen von Salmas Familie angepflanzt worden. Salma nimmt sich einen Anwalt, doch es ist ein ungleicher Kampf. Eigentlich ist es ein kleiner Nachbarschaftsstreit, der eingebettet ist in einen politischen und historischen Konflikt. Dieser politische Konflikt wird durch die Vereinfachung auf privater Ebene empathisch nachvollziehbar. Am Zaun stehen sich zwei Frauen gegenüber – Zalma auf der palästinensischen Seite und die Frau des Ministers auf der israelischen Seite – beide finden sich sogar sympathisch oder wünschen sich zumindest ein friedliches nebeneinander. Doch die äußeren, politischen Bedingungen sind andere. Und so sind beide Figuren Gefangene ihrer Gesellschaftssysteme und des historischen Konflikts. Der Film findet aus diesem Konflikt kein klassisches Happy End, sondern lediglich ein leicht pessimistisches, offenes Ende. Aber das Ziel des Films gelingt: eine emotionale Geschichte um einen abstrakten Konflikt zu erzählen, aus dem beide Parteien nie als Gewinner hervor gehen. Und dabei erzählt der Film erfreulich parteilos.
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:::: gesehen am 15.2.2008 im CinemaxX 7
Spanien 2007; Regie: F. Javier Gutiérrez; mit: Víctor Clavijo, Mariana Cordero, Eduard Fernández, Juan Galván, Elvira de Armiñán, Ana de las Cuevas, Daniel Casadellá; 93 min.![]() Ein Psychopate und ein Weltuntergang. Es bleiben noch drei Tage, bis ein riesiger Meteorit auf die Erde trifft. Ale - ein junger Tagelöhner - möchte im Angesicht der Apokalypse nur noch Schallplatten hören und sich betrinken. Seine Mutter zwingt ihn aber mit ihr zum Haus des Bruders zu fahren, wo dessen vier Kinder allein gelassen auf ihre Eltern warten. Im allgemeinen Chaos brechen Hochkriminelle aus den Gefängnissen aus, darunter auch ein kindermordender Psycho, dessen letztes Ziel eben jenes Haus ist, mit dem er eine dunkle Vergangenheit verbindet. Vor dem Hintergrund der Apokalypse wird ein ziemlich gewalttätiger Psychothriller erzählt. Ale kämpft verzweifelt darum, dass der Psycho den vier Kindern nichts antut. Alle Facetten des Genres werden durchgespielt, jeder Schock- und Gruselmoment bis auf das Letzte ausgekostet. Doch was filmhandwerkliche gelungen ist, will sich trotzdem nicht zu einem plausiblem Ganzen vermengen. Die eigentliche Narration hinkt dem Spektakel hinterher. Stellen Sie sich vor, dass in 72 Stunden die Welt untergeht. Was würden Sie tun? Was würden Ihre Nachbarn tun? Was Ihre Angehörigen? Und der Rest der Welt? Die als Ausgangssituation interessante Vermengung eines Katastrophenfilms mit einem Psychothriller dient letztendlich aber nur dafür, dass am Ende der unterlegene Ale den Bösewicht mithilfe des Meteoriden zur Strecke bringen kann. Deux ex Machina. Insgesamt ist das alles ziemlich schwammig, erschöpft sich im Spektakel und hinterlässt den Gesamteindruck einer unreflektierten Mixtur aus Actionfilmelementen. Weltuntergangsszenarien und Psychopaten gibt es aber im Kino wie Sand am Meer. Die Konkurrenz ist da groß und die Kombination von beidem macht noch lange keinen guten Film. Der etwas oberflächig wirkende Ansatz des Films vertieft sich im Filmgespräch mit dem Regisseur nach dem Film. Es sei ein modernes Märchen, was er erzählen möchte. Sein Film habe wenig mit der Gesellschaft zu tun, sondern soll unterhalten. Das Gewaltdarstellungen in Märchen jedoch meist vielschichtig durchdrungen sind, sowohl tauglich für Kinder als auch für Erwachsene, und dass Märchenhandlungen zwischen den Zeilen noch unglaublich viel Menschheitsgeschichte transportieren, scheint vergessen worden zu sein. Eben so wie die Einsicht, dass im Märchen die Helden durch ihre Handlungen alternieren, es meist ein Happy End gibt und eher selten die unausweichliche Apokalypse. Also kein Märchen, sondern ein nur pessimistischer Actionthriller. Obwohl - wenn ich es mit recht überlege - ist das pessimistische Ende eigentlich das Beste am Film: Bösewicht ist besiegt, guter Held erhält als Bonus die hübsche Frau, aber trotzdem unausweichlicher Weltuntergang. Rums, Vorhang, Ende Gelände. Keine Moral und kein "wenn sie nicht gestorben wären..."
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:::: gesehen am 14.2.2008 im Cinestar 3
Japan 2007; Regie: Naoko Ogigami; mit: Satomi Kobayashi, Mikako Ichikawa, Ryo Kase, Ken Mitsuishi, Masako Motai; 106 min![]() Die Professorin Taeko macht Urlaub auf einer Insel im Süden Japans. Über die Ruhe der Inselbewohner und das innige Nichtstun ist sie zunächst verwundert. Außer Eislutschen und auf das Meer hinaus zu starren gibt es nicht viel zu tun. Mit der Zeit passt sie sich aber an den Lebensstil der Bewohner an. Entschleunigung ist das Thema des Films. Die Regisseurin Naoko Ogigami hat mit ihrem vierten Film ein weiteres Mal einen paradiesischen Mikrokosmos entworfen. Man muss den Film atmen wollen, sich dem Zug der Bilder hingeben und darf den leisen Humor nicht mit lauten Lachern verscheuchen (wie der Herr die Reihe vor mir). Ein bisschen erinnert hier der Müßiggang am Strand an den stummen Humor in Die Ferien des Monsieur Hulots - nur eben mit viel weniger Chaos, Aufregung und Slapstick. Ein ruhiger wie splieniger Film, der sich Zeit nimmt und mit langem, ruhigem Bildern in einem wunderschönen Setting. Doch warum alle Figuren Brillen tragen und der Film danach betitelt ist, das hätte ich schon noch gern wissen wollen. Vielleicht nur so eine lustige Idee, vielleicht aber auch mehr.
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:::: gesehen am 14.2.2008 im Cinestar 3
Mazedonien, Frankreich, Belgien, Slowenien 2007; Regie: Teona Strugar Mitevska; mit: Labina Mitevska, Ana Kostovska, Nikolina Kujaca, Xhevdet Jasari; 102 min.![]() Im heutigen Mazedonien, in der kleinen Industriestadt Titov Veles spielend, erzählt der Film die Geschichte dreier Schwestern, die jede auf ihre Art versuchen, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen. Die Älteste ist drogenabhängig, die Mittlere kämpft darum, ein Visum zu bekommen und die Jüngste weigert sich zu sprechen und versucht krampfhaft schwanger zu werden. Als die Mutter der drei Schwestern mit einem neureichen Fabrikbesitzer abhaut, dreht sich alles um das vorgezeichneter Schicksal der jungen Frauen. Ein Film, für den man ausgeschlafen sein sollte, denn verkünstelt wird inszeniert und verdichtet sind die Symbolebenen. Man muss keine tiefen Hintergrundkenntnisse über den jugoslawischen Sozialismus haben (wie in manch anderen Filmen aus den Balkanländern), die Frauenfiguren und ihr Lebens- und Liebeswillen sind tief genug gezeichnet, um eine Fülle an Interpretationen über die Rolle der Frauen im Post-Sozialismus zu eröffnen. Vielleicht sind es aber doch auch zu viele Bedeutungsebenen. Der Film schafft eine merkwürdige Atmosphäre, die aus einer Mischung von Klaustrophobie und Freiheit besteht. Ich bin mit dem Gefühl aus dem Film gekommen, das Alles nicht vollends verstanden zu haben. Lag aber sicher daran, dass ich müde war. Debutfilm der jungen Regisseurin, die aus einer bekannten, mazedonischen Künstlerfamilie kommt, und herrlich eloquent und mit Nachdruck darüber berichtete, wie wichtig es für die neue Generation an Kulturschaffenden des heutigen Mazedoniens sei, ausgetretene Pfade zu verlassen und die Grenzen des Machbaren zu erweitern. Privileg des Künstlerkindes ist auch ein Hauch von elitärem Kulturverständnis.
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:::: gesehen am 13.2.2008 im babylon:mitte
Belgien, Niederlande 2007; Regie: Nic Balthazar; mit: Greg Timmermans, Marijke Pinoy, Pol Goossen, Laura Verlinden; 90 min![]() Ben hat eine autistische Störung, wird von seinen Mitschülern gehänselt und lebt in seiner eigenen Welt, die geprägt ist vom Online-Rollenspiel Archlord. In diesem Computerspiel ist er als "Ben X" ein Held. Hier kann er sein, aussehen und agieren, wie er möchte. Ganz anders in der Schule, dort wird er herumgeschubst und kann die Spielregeln des Schulhofs einfach nicht verstehen. Als er eines Tages wieder von seinen Klassenkameraden bis zur Entblößung gequält wird und auch noch Videos von der Erniedrigung im Internet auftauchen, zerbricht Ben. Selbst seine Rollenspiel-Partnerin kann ihn nicht mehr aufbauen. Ben kündigt an, sein letztes Spiel zu spielen - scheinbar plant er einen Selbstmord, vielleicht sogar einen Amoklauf. Zu viel will ich nicht verraten. Das hatte meine Kollegin schon, die mir den Film empfohlen hatte, als sie sagte, der Film sei gut, zwiespältig aber findet ein sehr gutes Ende. Das Problem des Films - was gleichzeitig seine eigentliche Qualität ist - sind die Vermischungen bzw. die Trennungsunschärfen von Wahrnehmungswelten. Primäre Erzählperspektive ist die Sicht von Ben. Es gibt aber auch eine "allwissende" Kameraführung (ähnlich wie in Computerspielen), sowie Interview-Ausschnitte mit Eltern und Mitschülern, die die Perspektiven von Ben in eine scheinbare Objektivität einbetten. Wenn man so will, liefern die dokumentarisch inszenierten Interviews den Pfad für das "Big Picture" der fragmentarischen, fantastischen, vom Computerspiel beeinflussten, Weltsicht Bens. Doch wer sich auf diesen einfachen Pfad einlässt, wird vom Film lustig gefoppt. Denn das, was "wirklich" passiert sehen wir erst ganz am Ende des Films. Es ist das alte Ding mit der Realitätswahrnehmung - das was man sehen, anfassen, fühlen kann. Was aber, wenn sich die Wahrnehmung von Realität in jedem von uns anders gestaltet und anfühlt. In Filmen wird gern mit changierenden Realitäten gespielt, um den Zuschauer auf die falsche Fährte zu bringen. Leider geschieht das zu oft als reiner Selbstzweck. "Ben X" schafft es, dieses Spiel der Realitätsebenen einzubetten in einen moralischen Thriller, ohne allzu moralisierend zu werden. Noch was interessantes zum Dreh. Die Spielwelten in dem Film wurden nicht extra designed, sondern entstammen dem Original-Game Archlord. Im Gespräch nach dem Film erzählte der Produzent über die Dreharbeiten im Cyberspace. Es wurden vier Online-Gamer angeheuert, die drei Monate in dem Spiel unterwegs waren, um eine hohe Punktzahl zu erreichen, damit die Spielfiguren von "Ben X" auch wirklich einer hohen Punktezahl entsprechend aussehen und wirken konnte. Bei den Aufnahmen traten dann echte Onlinespieler in die Szene und wollten die Spielfigur kennen lernen, da eine solch hohe Punktzahl sehr selten in dem Spiel ist. Als dann erläutert wurde, dass gerade ein Film gedreht wurde, gingen manche der Gaffer, manche mussten aber auch erst getötet werden. Fand ich lustig. Auch gab es einen Online-Location-Scout, der das Spiel nach geeigneten Drehorten absuchte. Die Realitäten der Filmproduktion ändern sich eben auch. Wie auch im anderen Film von heute Sleep Dealer, der Globalisierung und die Ausbeutung von Billiglohnarbeitern zwar kritisiert, selbst aber nicht ohne die kostengünstigen, digitalen Bildwelten made in India und China auskommt. Egal. Hauptsache wieder zwei sehenswerte Filme heute auf der Berlinale gesehen. Gestern war es Japan, heute Cyberspace-Filme, mal sehen was morgen kommt. Ich tippe mal auf Liebesfilme. Happy Valentine's , liebe Leser! Webseite zum Film: http://www.benx.be/
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:::: gesehen am 13.2.2008 im CinemaxX 7
USA, Mexiko 2008; Regie: Alex Rivera; mit: Luis Fernando Peña, Leonor Varela, Jacob Vargas, Tenoch Huerta, Metztli Adamina; 90 min![]() Ein globalisierungskritischer Science-Fiction, in dem auch eine hübsche Bloggerin drin vorkommt? Das musste ich mir natürlich ansehen. Der Film ist erst vor wenigen Wochen auf dem Sundance-Festvial gelaufen und ist für einen Erstlings-Film sehr professionell geraten. Wenn Low-Budget und Science-Fiction eine Ehe eingehen, wird es entweder grottenschlecht oder aber durch die gestalterische Improvisation im Set Design gerade besonders interessant. Dieser Film ist Low Budget, man sieht es ihm aber nicht zwangsläufig an. Schon in den ersten Filmminuten, die im ländlicher Nirgendwo Mexikos spielen, wird eine hochmilitarisierte Filmwelt etabliert. Ein alter Bauer uns sein Sohn kaufen Wasser an einem hochsicherheitsbewachten Stausee. Wasser ist knapp in der Zukunft und eine amerikanische Firma kontrolliert den Staudamm, der den kleinen Bauern das bisschen nötige Wasser für ihre Felder abklemmt. Der Junge ist Memo, ein Computerfreak, der davon träumt, einmal in den Städten im Norden sein Leben zu machen. Um den fernen Stimmen aus den Städten hinter der schwerbewachten Staatsgrenze zu lauschen, hat er mit einer selbstgebastelten Antenne einen Nachrichtensatelliten angezapft. Doch dieser harmlose Hacker-Angriff bleibt nicht unbeobachtet. Schon am nächsten Tag wird die Hütte des Vaters von einem US-Bomber platt gemacht. Übertragen wir der Krieg gegen die "Aqua-Terroristen" live im Fernsehen. Den Vater verloren und voller Schuld gegenüber der Familie flieht Memo vom Land in die Stadt. Auf der Busfahrt in die Grenzstadt Tijuana lernt Memo die junge Autorin Luz kennen. Sie hat was er ersehnt in ihre Arme implementiert: Nodes - Schnittstellen um den Körper direkt mit der Anderen Seite, dem Computernetz des Weltmarkts zu verbinden. Nachdem Luz Memo geholfen hat, seinen Körper gleichfalls ans Netz anzuschließen, findet er endlich die ersehnte Arbeit in einer Hi-Tech-Telearbeit-Fabrik. Dort steuert er mit seinem Körper als Billiglohn-Gastarbeiter Roboter, die in weit entfernten Orten Hochhäuser bauen, Kinder hüten, Taxi fahren oder Orangen pflücken. Doch die Computerschnittstellen im Körper scheinen auch ihre Risiken zu haben, diese bizarre und gefährliche Wirklichkeit der Node-Arbeiter, auf die er hier trifft, entspricht in keiner Weise seinen Träumen. Das wirklich Reale spürt Memo nur, wenn er mit Luz zusammen ist. Die junge Autorin betreibt, was Memo zunächst nicht weiss, ein Befindlichkeitsweblog auf der Plattform "TrueNode". Auf dieser Community tauschen User gegen Bezahlung ihre wahren Erinnerungen aus. Als Luz ihre Erlebnisse mit Memo verbalisiert, findet sich tatsächlich ein zahlender Abnehmer. Ein Seegen für Luz, die ihr College-Darlehen nicht abbezahlen kann. Der Abnehmer der Erinnerungen verlangt weitere Details über den Immigranten, so freundt sich Luz mit Memo an und beide werden so etwas wie ein Liebespaar. Bis sich rausstellt, dass der Käufer der Berichte der Bomberpilot ist, der den Angriff auf die Hütte des Vaters geflogen ist. Ebenfalls als ein Node-Arbeiter - gestöpselt an die Maschine - hat er ferngesteuert für die Armee gedient. Allerdings hat er unerwartet ein schlechtes Gewissen und möchte die Hintergründe seines ersten Flugangriffs erfahren. Die Weblogeinträge von Luz bestärken ihn, nach Mexiko zu fahren und Memo um Entschuldigung und Wiedergutmachung zu bitten. Zögerlich schlägt Memo ein und zusammen bombardieren sie - in Gedenken an den toten Vater - den bösen Staudamm. Wenn man das so erzählt, klingt das alles ein bisschen einfach und das Ende ist tatsächlich eher hilflos pathetisch im Angesicht der technoiden Übermacht der USA. Doch trotzdem schafft es der Film eine Diversität aufzubauen, in der nicht Gut immer gut und Böse nur böse ist. Es sind in der nahen Zukunft liegende Realitäten, die die fortschreitende Globalisierung und gleichzeitige Militarisierung von heute mit sich bringen. Der Film schildert seine Zukunftsvision nah genug an der Gegenwart um seine Messages tragfähig zu machen: Die Mächtigen werden weiterhin ihren technologischen Vorsprung nutzen, um andere zu unterdrücken. In den Tele-Arbeit-Szenarien dieses Films geht ein kapitalistischer Traum in Erfüllung: die lästige Arbeit wird erledigt von Arbeitern, die nicht vor Ort sind, also nicht stören können.
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:::: gesehen am 12.2.2008 im Cinestar 8
Japan 2007; Regie: Kumasaka Izuru; mit: Lily, Kaziwara Hikari, Chiharu, Jinno Sachi; 111 min.![]() Manche jungen, japanischen Filme sind quietisch-flippig (und manchmal recht albern). Andere wiederum sind ruhig und können mit wenigen Mitteln und genau beobachteten Charakteren rühren. So auch dieser nette kleine Debütfilm von Kumasaka Izuru (der nebenbei beim anschließenden Filmgespräch einen ausgesprochen höflichen Eindruck hinterließ). Die Geschichte dreht sich um eine alternde, etwas grimmige Besitzerin eines Stundenhotels in Tokyo. Das Hotel läuft nicht so gut, aber es hat trotzdem einen ganz besonderen Reiz. Oben auf dem Dach des Hauses befindet sich eine kleine Oase. Kinder kommen nach der Schule, um hier zu spielen. Alte Herren treffen sich zum Schach, Frauen machen Musik. Mitten ein der Großstadt bietet das Dach des Stundenhotels einer Freifläche der Erholung. Die Idylle ist Magnet für gestrandete oder flüchtige Seelen und die Hotelbesitzerin fungiert als Katalysator. Die 13-jährige Mika, die von zu Hause abgehauen ist und nach ein paar Gesprächen mit der Hotelbesitzerin, wieder zu ihrem Vater zurückkehrt. Die vernachlässigte Hausfrau Tsuki, die seit Jahren am Hotel vorbei ihre Fitnessrunden dreht, wagt mit der Bitte um einen Job im Hotel den wichtigen Schritt aus der Einsamkeit. Doch nicht alles löst sich in Wohlgefallen auf. Denn Tsuyako selbst verbirgt ebenso ein trauriges Geheimnis wie die irritierende Marika entdeckt, die als letzter verbliebener Stammgast das Hotel für seine eigentlichen Zwecke nutzt. Wie sich das unterdrücktes Problem der Hauptfigur mit Großmutter-Komplex - ihr Mann, der die Oase auf dem Dach für ihr gemeinsames Kind gebaut hatte, ist gestorben - genau auflöst, hab ich leider nicht mitbekommen, weil ich kurz eingenickt bin. Aber die Schlusseinstellung des Films, zeigt sie auf ihrem Hoteldach versöhnt mit sich selbst und ihrer Rolle in der Welt. So kann man es jedenfalls vermuten.
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:::: gesehen am 12.2.2008 in der Urania
Deutschland 2007; Regie: Doris Dörrie; mit: Elmar Wepper, Hannelore Elsner, Aya Irizuki, Nadja Uhl, Maximilian Brückner, Birgit Minichmayr; 122 min
Der neue Film von Doris Dörrie im Wettbewerb. Sentimental? Ja. Aber verdammt, kann die Frau gute Filme machen! Ein deutscher Lost in Translation, möchte ich fast behaupten. Nicht ganz so hipp, aber dafür um so herzlicher. Die Geschichte einer aufopfernden Liebe und eine poetische Reise in das Innere des Seins: Nur Trudi weiß, dass ihr Mann Rudi Krebs im Endstadium hat. Als der Arzt eine letzte gemeinsame Unternehmung vorschlägt, überredet Trudi ihren Mann, mit ihr die Kinder und Enkel in Berlin zu besuchen. Doch die sind viel zu sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, um sich um die beiden zu kümmern. Nachdem sie noch die Aufführung eines Butoh-Tänzers besucht haben, reisen Trudi und Rudi in ein Hotel an die Ostsee. Dort stirbt plötzlich Trudi – Rudi ist völlig aus der Bahn geworfen. Er weiß nicht, wie das Leben weitergehen soll. Bis er sich auf den Weg nach Japan macht, um dort den jüngsten Sohn, Karl, zu besuchen. (Berlinale Programm) Frau Elsner mal nicht als alternde Diva, sondern sehr überzeugend in der Rolle einer treu sorgenden Hausfrau aus der bayerischen Provinz. Dass die Figur eine kleine, versteckte Sehnsucht hat, reicht Frau Elsner, um der Rolle eine ungemein sympathische Profiltiefe zu geben. Und Elmar Wepper mal nicht hau-drauf-komisch, sondern pointiert tragigkomisch. Herrlich die sinnliche Wandlung von einem sturen Sachbearbeiter zum Lost-in-Translation-Reisenden. Die Trauer und die Fremde lassen ihn seine Liebe zu Trudi neu erleben. Manchmal muss man weit reisen, um das Naheliegende zu sehen.
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Auf dem Bild ist die 1st Ave. in Tuscon, Arizona zu sehen. Toll, was man heute alles mit Computern machen kann. Dass Google Maps teilweise auch abfotografierte Straßenzüge bietet, wusste ich ja schon, aber genutzt hab ich es noch nicht. Bis eben, denn da ich habe mich durch die Nachbarschaft eines mir bekannten Astronomen in Tuscon, Arizona geklickt. Bekommt man mal einen Eindruck von andere Leute Lebenssituationen. Die haben da ein Sofa im Garten stehen. Warm und Sonne.
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:::: gesehen am 11.2.2008 im Delphi
Frankreich 2007; Regie: Audrey Estrougo; mit: Emilie de Preissac, Eye Haidara, Terry Nimajimbe, Paco Boublard, Salomé Stévenin; 97 min.![]() Ein offenbar autobiografisch gefärbter Film aus der Pariser Vorstadt Colombes. Die 25-jährige Regisseurin Audrey Estrougo zog im Alter von 13 Jahren in die Pariser Außenbezirke. Ihr Spielfilmdebüt hat die Abhängigkeiten und die unausweichliche Sozialkontrolle der Vorstadt zum Thema. Es beginnt wie ein harmloser Coming-of-Age Film. Da gibt es das soziale Ghetto, Jungs- und Mädchencliquen und desolate Familien. Die jungen Darsteller stehen in voller Blüte - allerorten sprüht es Testosteron und Östrogen. Im Zentrum der Handlung steht der junge Fußballer Jo. Es ist sein letzter Tag, er wurde für die Jugendmannschaft von Arsenal London entdeckt. Jos Freund Yannick hat damit zu tun, seine Flamme Melissa zurückzuerobern, und Mouss bringt sich in Form, um Daphne zu beeindrucken. Auch Fatimata und Julie, die eine schwarz, die andere weiß, sind verliebt, und beide haben es auf Jo abgesehen. Es bleiben ihnen 24 Stunden, eine Entscheidung herbeizuführen. Soweit gibt das reine Handlungsgeschehen nicht mehr her, als man vielleicht aus Gute Zeiten, schlechte Zeiten oder typischen Teenager-Filmen gewohnt ist. Doch der Film wendet einen interessanten Kunstgriff an. Zur Hälfte des Films wird die Perspektive gewechselt und die 24 Stunden werden erneut erzählt. Was aus der ersten Perspektive - aus der Sicht der Jungen - teilweise fragmentarisch oder unverständlich war, wird nun komplementiert mit der weiblichen Perspektive. Diese Entschlüsselung der Perspektiven ergibt ein Ganzes der Narration, ein Drinnen und ein Draußen, ein vor der Tür und ein hinter der Tür, ein unten auf der Straße und ein oben in der Wohnung. An sich sehr sehenswerter Film. Gestört hat mich die qualitative Spanne im Schauspiel. Die HauptdarstellerInnen besonders fein in Gestik und intensiv im Ausdruck werden durch teilweises Overacting der Nebendarsteller verwässert. Da trifft die Geste der Komödie aufs Drama, nicht gerade dem Drama förderlich.
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:::: gesehen am 11.2.2008 im Delphi
USA 2007, Regie: James Benning, 112 min.
Zur Berlinale-Halbzeit dann auch mal der Babyhöhle entfleucht und zur cineastischen Einstimmung was rausgesucht mit langen Einstellungen, wenig Handlung aber dafür mit um so höherer Aufmerksamkeitsfalle. RRbesteht aus 37 festen Einstellungen, gedreht an 37 Orten in den USA, die von durchfahrenden Güterzügen durchkreuzt werden. Mehr nicht. Trainspotting in seiner Reinform. Die beiden Herren neben mir wollten der Sache nicht einmal eine Chance geben und sind nach der 3. Einstellung wieder gegangen. Ich hingegen schätze ja solche Filme, wo man nicht an die narrative Hand genommen wird, sondern beobachten muss und mit Ruhe und Vertrauen in sich hineinhorchen sollte, was der Film mit einem macht. Und seit Jahren versuche ich dieses Schärfen der cinematographischen Sinne als mein Berlinale-Einstiegsritual zu pflegen, etwa wie mit dem Film Pine Flat von Sharon Lockhart. Schöner Film. Bin nicht eingeschlafen. Sehr präzise Montage von Bewegungsrichtungen der Züge, Farben, Lautstärke, Dauer und Landschaften. Doch was macht so ein im besten Sinne langweiliger Film mit einem? Stefanie Schulte Strathaus schreibt dazu: "This land is your land, this land is my land": In seinem neuen Film überlässt der Mathematiker und Eisenbahnliebhaber James Benning einen großen Teil der Autorenschaft seinem Gegenstand. Legte er in früheren Filmen die Dauer der Einstellungen, mit denen er amerikanische Stadt-und Landschaften filmte, genau fest, so werden sie diesmal durch Länge und Geschwindigkeit durchfahrender Züge begrenzt. Eine Einstellung ist so lang, wie ein Zug braucht, um an einem Bildrand zu erscheinen und am anderen wieder zu verschwinden. Form und Inhalt, definiert nach ein und demselben Maßstab. Die Leinwandgröße und die Weite der amerikanischen Landschaft werden deckungsgleich in Höhe, Breite und Tiefe durchmessen. Neben der faszinierenden Vorstellung, wie viel Gewicht eine einzige Lokomotive mit unzähligen Waggons von einem Punkt des Kontinents zum anderen bewegen kann, öffnet die Tonspur weitere Wahrnehmungs- und Assoziationsräume. Fragmentarisch hören wir zwischen den Eisenbahngeräuschen einen Mormonenchor, die Übertragung eines Baseballspiels von 1992, einen Werbejingle, Gregory Peck, der aus der Offenbarung des Johannes liest, die Interpretation des Songs "This land is your land", die Abschiedsrede von Eisenhower und den N.W.A.Rap "Fuck the Police". Man muss als kleiner Junge nicht den Traum des Lokomotivführerdaseins geträumt haben, um dieser Faszination von tonnenschweren Güterzügen zu erliegen. In der formalen Reduktion liegt die Kraft des Films. James Benning hat sich an Bahnstrecken auf die Lauer gelegt und zeigt uns seinen Fang. Dabei entstand ein vielschichtiger Blick auf die historische Metapher der Eisenbahn als wichtigstes Transportmittel zur Erschließung des Westens. Heute werden Massen an Konsumgütern über den Kontinent verfrachtet. Einer Politik der Gegenstände folgend sind die Zug-Kolosse überdimensionierte Stahlschlangen, die sich ohne Hindernisse ihren Weg durch Landschaften, Ortschaften und über Flüsse bahnen. An einer Stelle des Films musste ich an den Güterzug von Zurück in die Zukunft III denken, der am Ende des Films die Zeitmaschine zerstört. Überhaupt, die Medienmetapher natürlich - Film und Eisenbahn haben mehr gemein als Film und Automobil. Die einzelnen Wagons eines Zuges sind aneinander gekoppelt, wie die Einzelbilder eines Films. Oder in einer frühen Filmvorstellung von "Die Einfahrt eines Zuges in den Bahnhof" sollen die Zuschauer ja panisch vor Angst den Saal verlassen haben. Heute verlassen sie den Saal vor Langeweile. Und irgendwie ist so ein Zug auch wie Spargel. Die Zugmaschine an der Spitze ist die Delikatesse. Wer Zug fährt, ist sicher schon mal der folgende sinnliche Effekt aufgefallen: hat man eine Zeit lang aus dem fahrenden Zugfenster geschaut, kommt es einem beim Halt so vor, als würde der Zug sich Rückwärts bewegen. Da hat's wohl so einen Trägheitsmoment im menschlichen Auge. Diese Trägheit tritt auch ein, wenn man Zügen auf einer Kinoleinwand zuschaut. Ist der Zug vorbeigefahren, beginnt das Bild zu morphen.
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Man kommt zu nichts mit so einem Säugling. Großeltern und Urgroßmutter zu Besuch. Mamas Geburtstag. Haushalt. Fehlende Dinge besorgen. Milchstau. Dann Milchüberproduktion. Neuer Schlafrhythmus. Neue Vitamine. Neue Rituale. Neues Auto.
Alles so schön.
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Kurz mal Abstand aus dieser Klinik-Dramaturgie. Feierabendstau genossen, um Ruhe nachzutanken und in mich hinein zu fühlen. Diese Glückshormone gestern nach der Geburt waren der Hammer. Das hat geflasht. Und das war nicht synthetisch. Das war the real shit, aber irgendwann kommt bestimmt - dass kennt man ja - der Kater.
Hier die Stille zu Hause tut gut. Katze füttern und am Schwanz ziehen, den Großeltern Babyfotos mailen und noch mal googlen, was der Name des Babys jetzt eigentlich bedeutet. Gute Wahl: an erster Stelle findet Google eine Katheter-Manufaktur mit gleichem Namen. Lade gerade noch sechs Fotos bei Flickr hoch und bin mir nicht sicher, wie das mit diesem Dings, dieser Privatsphäre eigentlich zu handhaben ist. Hatte ja eigentlich vor, das CTG live per XML ins Weblog zu tickern... Dieses Weblog wird sicher kein Babytagebuch, soviel steht fest. Das wird die Kleine dann schon früh genug selber entscheiden, wie sie mit dem Internet umgehen will. Ist ja auch ein wenig vergleichbar mit einer Religionszugehörigkeit, die Entscheidung, wie viele Spuren man im Internet hinterlassen möchte. Gibt ja Leute, die da gleich eine Domain registrieren und in Babytalk das gesamte Leben des Kindes drauf laden. Das ist nicht mein Ding. Und die werte Mutter selber ist da ja eh schon eher zimperlich. Daher nur Fotos ohne Köpfe. Aber alle Beteiligten sind gesund und alles ist dran. Die Kleine mag noch nicht so richtig essen, aber das werde schon werden versichern uns alle. Und sie verschläft gern den ganzen Tag. Da kommt sie nach ihrem Vater, schätze ich. Und hier noch, für die eigene, ausgelagerte Erinnerungsmaschinerie, was ich über die Stunden in der Babyklinik live vom Handy getwittert habe:
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Scheintz langsam los zu gehen. Wehen werden kürzer, jetzt steht auch das Kinderbett endlich richtig, wir fahren dann mal los in die Klinik.
eventuell updates auf: http://twitter.com/tristessedeluxe
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:::: gesehen gestern Nacht auf Handyvideo
USA 2008 - Regie: Matt Reeves; Buch: Drew Goddard; mit: Michael Stahl-David, Odette Yustman, Mike Vogel, Lizzy Caplan, T. J. Miller, Jessica Lucas: Lily Ford und gruseligen Monstern
Steve Jobs hat ja vor einigen Wochen ganz fabelhaft präsentiert, wie man bald auch in Deutschland bei iTunes nicht nur Filme downloaden kann, sondern auch leihen. Videothek per Internet, und die Filme darf man sogar mitnehmen auf seinem iPhone oder iPod und unterwegs ansehen. Ich war mir da ja neulich nicht ganz sicher, ob das überhaupt begehrenswert ist, Spielfilme zu schauen auf so kleinen Displays und während man unterwegs ist und permanent von der Umwelt abgelenkt wird. Aber bevor ich urteile, dachte ich mir, probiere ich das lieber mal aus. Und dieser erstbeste Blockbuster kam mir da gerade recht. Cloverfield war nun also mein erster Langspielfilm, den ich mir auf einem Handy angeschaut habe. Ergebnis: Macht das besser nicht nach, man erkennt die Monster nicht so gut. Erst am Ende in der Totalen. Und die Wackelkammera zieht einen bei so einem kleinen Screen auch nicht so arg in den Bann. Trotzdem: der Film blieb auch auf dem Handy äußerst spannend! Nicht auszumalen, wie das im Kino rockt. An sich ist der Film ein typisches Godzilla-in-Manhatten Ding und zu vergleichen mit handelsüblichen Monsterfilmen. Die Komponente, dass die Filmhandlung der Monsterattacke handlungsimmanent aus der Perspektive einer einzigen Videokamera erzählt wird, gibt der Sache aber einen gehörigen Drive. Eigentlich dachte ich, das stilistische Mittel, Wackelbilder als visuellen Kodex für "Authentizität" einzusetzen, dürfte im Kino nach all den Dogmen und letztlich nun auch nach Lynch, doch langsam nicht mehr funktionieren. Nun, was auf dem Handy funktioniert, wirkt auch auf der großen Leinwand (würde meine Kollegin bekräftigen). Es ist natürlich der selbe Reiz, welche den Videoaufzeichnugen von 11. September innewohnt - das hautnahe in der Katastrophe stehen. Interessant an der Produktion ist aber auch das virale Marketing, dass schon weit vor dem Filmstart begonnen hatte. In der Wikipedia kann man dazu lesen: Der Begriff „Out of Game“ (OOG) Stammt aus der Fachsprache der „Alternate Reality Games“. Gemeint sind u.a. Websites, die den Game-Teilnehmern fälschlicherweise als Informationsquelle zu ihrer selbst geschaffenen Scheinwelt dienen und somit oft auch Grundlage für Hypothesen und Gerüchte sind. Tatsächlich aber besteht zwischen diesen realen Informationen und der fiktiven Realität kein Zusammenhang. Neben Webseiten bestehen mehrere andere Quellen, die fälschlicherweise dem viralen Marketingprojekt „Cloverfield“ zugeschrieben werden. Die Signifikanz der Seiten besteht vor allem darin, dass sie oder deren Symbolik von den Fans in die Welt von „Cloverfield“ miteinbezogen war, und auch nach derer Aufdeckung die Hypothesen und Vermutungen über den Film stark prägten. Das wohl prominenteste Beispiel für ein solches Missverständnis war eine Reihe von Websites, die sich mit Ethan Haas beschäftigten. Parallel mit 01-18-08.com wurde von Fans die Seite ethanhaaswasright.com entdeckt, die aus flash-animierten Rätseln bestand und im Hintergrund eine zerstörte Stadt präsentierte. Diese Stadt erinnerte stark an die Plakate von „Cloverfield“. Nach der Lösung jedes Rätsels wurde ein kurzes Video mit eschatologischen Prophezeiungen gezeigt. Parallel mit dieser Seite fand man einen Weblog, dessen Autoren ausschließlich in Nepalesisch schrieben und sich als Antagonisten von Ethan Haas darstellten. In der Presse wurden die Websiten des öfteren in direkte Verbindung mit „Cloverfield“ gebracht. Da es in der Kosmologie von Ethan Haas die Rede über die „Ältesten“, „Mezin“ war, sah man hier eine weitere Bestätigung für die thematische Annäherungen an die fiktive Welt von H. P. Lovecraft mit seinen „Älteren Wesen“. Anfang August 2007 hat sich jedoch herausgestellt, dass die Seiten über Ethan Haas zur viralen Marketingkampagne des Rollenspiels „Alpha Omega“ von Mindlabs gehören. Somit war die inhaltliche Verbindung mit dem Film dementiert, jedoch über die Cthulhu-Thematik wurden weitere Diskussionen geführt. (wikiperdia zum Film) Das Virale Marketing des FilmFolgende vier Seiten, sogenannte Tie-in, wurden von Paramounts Pictures im Rahmen der viralen Marketingkampagne produziert:
und hier noch:
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Die Wogen des Lebens spülen einen dann ja immer mal dort hin, wo man von alleine nicht hinschwimmen würde. Die Liebste wollte vorhin zu der Veranstaltung Jan Plewka singt Rio Reiser. Ich bin da mal mitgegangen, momentan kann ja alles, was Bewegung verspricht, nur die Geburt begünstigen. Dachte mir zwar noch, "Wer ist Jan Plewka? Warum singt der Rio Reiser? Und darf der das überhaupt?", aber so eine Coverband hat ja meistens Schmiss. Kennt man ja, vom Schützenfest und so. Jan Plewka ist der Sänger und Mitbegründer der 90er-Band "Selig" gewesen, die sich durch solche Sachen hervorgetan hat (also mehr so Poser-Rock-Pop, den ich schon damals Mist fand). Der darf also eigentlich Rio Reiser nicht singen. Aber heutzutage dürfen ja auch Kapitale Schweine Rio Reiser verwursten (hier der TV-Beitrag dazu auf youtube). Egal. Ich hab wieder viel gelernt. Das Konzert war jetzt nicht so mein Ding. Bestuhltes Kesselhaus, durchwachsenes Publikumssegment. Aber das schöne an Berlin ist ja, dass auch die Normalos irgendwie ganz okay sind. Wenn sie stehen. Wir saßen. Als es los ging, sah das so aus, wie hier in diesem TV-Mitschnitt: Halt Dich an Deiner Liebe fest - Jan Plewka singt Rio Reiser (live, NDR) und ich fand, das hört sich nicht nach Rio Reiser an, sondern nach Selig. War ganz verwirrend und dieser Eindruck ließ den Abend über auch nicht nach. Nicht so schlimm, wenn da nicht auch noch die Bühneninszenierung gewesen wäre. Statt einfach nur Musik zu machen, wurde teilweise versucht "die Stimmung der Zeit" (oder sowas) nachzustellen. Plewka im Rio-Reiser-Kostüm, die Band als lustige Musikanten im Entenmarsch durchs Publikum um Geld schnorrend (um Mißverständnissen vorzubeugen: die Konzerttickets waren nicht gerade kostenlos) und dann auch noch ganz schlimm - elektrisches Lagerfeuer und der Rauchhaus-Song wird mit Klampfe und Megaphon intoniert. Da bekam ich Gänsehaut, vor peinlicher Berührung. Mir wollte nicht so recht gelingen, den Musikanten zu glauben, dass sie hinter all dem stehen. Bei dem Versuch, während des Rausschmeissers, das Publikum per Polonese aus dem Saal zu führen, bemerkte Plewka selbst, "ich mach mich hier zum Affen..." - so kann man es auch sagen. Trotzdem interessant, ich will nicht meckern. Zwei süße, Bier mit Strohhalm trinkende Groupies waren extra aus dem Sauerland angereist. Sollte man zumindest glauben. Ich glaube, die waren bestellt. Aber ich kann mich auch täuschen. Nicht recht trauen jedoch wollte ich meinen Augen, dass auch dieser etwas verlebte, langhaarigen Macker, den ich sonst immer nur in den Clubs sehe (neulich auch im Tape Club wieder), da auch war. Der, von dem behauptet wird, dass sei ein ganz fieser Abzocker. Privat geht der also dann auch mal zu so einem netten Rio Reiser Abend. Nun, Spaß haben wir gehabt. Das Geld wäre in eine Best-of-Ton-Steine-Scherben-CD jedoch besser investiert gewesen. Die Liebste und ich waren uns einig, beim The BossHoss-Konzert war's meilen-geiler. Da durfte man allerdings auch mehr Bier mit Strohhalmen trinken. Hier nochmal bissle mehr, was Gänsehaut im Guten macht: Wir sind Helden - Halt Dich an Deiner Liebe fest (live) und zum Vergleich Ton Steine Scherben - Halt Dich an Deiner Liebe fest (30.05.1983 live in Offenbach). Schlaft gut, ihr süßen Revoluzzer!
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