Nein! Nach drei Versuchen, noch was zu schreiben, lass ich das besser bleiben :)

Freu mich schon, wenn man das dann irgendwann mal den Computer alleine machen lassen kann.
 





Photo uploaded by tristessedeluxe.

Heute im verregneten Tiergarten haben sich zwei Damen mit gleichen
Tierimitat-Handtaschen und die Jüngere mit Tierimitat-Hose die
Hyänen angeschaut. Wahrscheinlich Mutter und Tochter. Ein Regenschirm mit Schäferhunden bedruckt war auch dabei. Sachen gibt's.

Später gab es fuer mich noch einen Brownie im Schleusenkrug. Erstes mal mit Baby in Gastronomie gewesen. Ein mit den Eltern sehr geduldiges Baby ist das.

_jrg hat da beim Spazierengehen ganz andere Fragwürdigkeiten entdeckt, wie er soeben per skype sendet:


Photo uploaded by tristessedeluxe.

Gute Frage, wirklich!


 




7fe5fb20b63ff596bf17595564d876f0

Nebenbei schaue ich seit einigen Tagen eine TV-Serie, die Ende des letzten Jahrtausends in den USA produziert wurde und von Geeks, Freaks, Cliquen, Freundschaft und natürlich dem Erwachsenwerden an einer amerikanischen Highschool in den 1980er Jahren handelt. Ich möchte mir dazu noch kein abschließendes Urteil erlauben, aber die Serie ist super. Zumal mir die Codes von Cliquen oft ein Geheimnis geblieben sind und die Regeln der Pflege von Freundschaften mir so ziemlich egal sind (oder ich einfach oft zu faul bin, diese angemessen zu pflegen (gleiches Problem in der Blogosphäre, ist ja alles ein großer Schulhof, aber egal)). Vermutlich finde ich solche Teenager-Serien deswegen auch immer so gut, weil da was stattfindet, was im richtigen Leben ein gewisses Defizit... Gilmore Girls schauen ja auch eher jene gerne, die ein leicht bis stark problematisches Verhältnis zu ihrer Mutter hatten - also alle... Egal, was wichtig ist: Mein Vater, der Vater der Liebsten und der Vater meiner Tochter - wir sind da ja alle eher so freundliche, harmoniebedürftige Einzelgänger, machen gern nur unser Ding. Vielleicht nicht unbeeinflusst aber gern von der Umwelt unbeeindruckt scheinend.

Von uns drei Vätern bin ich (noch) der mit den meisten Freunden. Die Gruppendynamik der Figuren in dieser TV-Serie ist interessant. Alles ist im Fluss. Das Freundschaftsgefüge ist nicht statisch sondern stark dynamisch. Ändert eine Figur etwas in ihren Interessen oder Ansichten bringt diese Änderung auch neue Facetten und Anordnungen in den Beziehungen der restlichen Freunde mit sich. Die Verflechtungen sind vielschichtig und die Entwicklungsprozesse der einzelnen Figuren dramaturgisch auf Dauer ausgelegt. Klar, isso bei seriellen Formaten, aber hier besonders charmant und mit Liebe zum Detail umgesetzt.

Heute hatte das Baby Besuch von dreieinhalb Leuten. Drei alte Bekannte, bzw. Freunde und eine Überraschung. Wenn wir im Norden von Berlin wohnen würden, könnten also beide zusammen eingeschult werden. So schön es ist, zu sehen, dass sich nicht nur im eigenen Leben viel ändert, sondern genauso auch im Freundeskreis, umso verwunderlicher ist es doch, dieses Gefühl des Weichengestelltwerdens. Das Spannungsfeld "Schulnoten, Sex und Drogen" wird zu "Karriere, Baby und Heirat". Vor ziemlich genau fünf Jahren wurde ich bei einem Bewerbungsgespräch gefragt, wo ich mich in fünf Jahren sehe. Wahrscheinlich sieht es jetzt hier so aus, wie es ist, weil ich mir das alles vor fünf Jahren noch gar nicht so ausmalen wollte. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen, es ist alles mehr als okay. Kein Babykoller. Man hat wohl nur einfach noch nicht das Gefühl, die richtige Fahrspur wiedergefunden zu haben.

Was mich zurück kommen lässt auf den Gedanken, den diese TV-Serie da mit den Freunden hinterlassen hat. Was man nicht im Leben rafft, rafft man aus Medien. Dieses Web2.0-Ding simuliert ja gerne irgendwas mit Freundschaften. Das ist aber alles nur Projektion - klar, Kommunikationswissenschaft 1. Semester - fällt man aber trotzdem gerne drauf rein. Und bevor man sich versieht, klickt man nur noch auf sich selbst rum, beisst mit Facebook-Zombies um sich und vermeidet den echten Kontakt zu den wirklichen Freunden, Leuten, die ja auch manchmal erfrischend unbequem sein können, mit ihren Weltsichten, Lebensplanungen und Beziehungssorgen. Ist zwar ziemlich oldschool, aber ich muss mal wieder mit ein paar Leuten telefonieren und ausgehen.

Genug gegrübelt. Jetzt erstmal schnell weiter die Serie sehen.

Ich habe jetzt ein grafisches Gästebuch, bitte da was reinmalen!

In diesem Artikel steht, ein wenig davon drin, warum mir Spreeblick und Nerdcore nicht mehr geheuer sind und was an der Neuen Deutschen Blogosphäre überhaupt nervt.
 




Toll, was man heutzutage alles mit Computern machen kann: twitterkatzencontent (via moe im twitter)
 




Man kommt zu nix. Der Familie geht's gut, danke der Nachfrage. Vermisse die Zeit, wo man noch mehr Zeit hatte. Hier was zum Rumklicken:

 




TwitterLinkr zeigt die Links an, die alle möglichen Leute und Roboter auf Twitter so senden, oder Links, die man selber da gepostet hat. Man kann die dann im Nachhinein auch noch bei delicious bookmarken. Ich bin ja immer noch auf der Suche nach einer geeigneten Social-Bookmarking-Lösung für's Surfen auf dem Handy und finde da nichts Gescheites.
 






Wenn ich und die Katze alleine sind, spielen sich ähnliche Verhaltensmuster regelmäßig bei uns an der Balkontür ab. Die Tür ist aber noch heil. Die Katze und ich sind selten alleine zu Hause. Aber auch ähnlich: der Bademantel.

Hier ist noch ein Film mit der Katze, wie sie den Typen morgens weckt.
 




:::: übers Wochenende gesehen

Ich weiss gar nicht, wie ich drauf gekommen bin. Wahrscheinlich hat irgendwer das mal getwittert und ich interessiere mich ja so ein wenig für Computer-Kulturgeschichte. Und dann noch schön passiv als Filme. Prima Sache, Industie-Geschichtsstunde leicht gemacht. Auch für dich, denn die Filme sind alle frei zugänglich auf Google Video (Links weiter unten):

Triumph of the Nerds

Dreiteilige TV-Doku von Robert X. Cringely, erstmals ausgestrahlt im Juni 1996 auf PBS über den Aufstieg des Personal Computers seit Anfang der 1970er Jahre bis zur PC-Revolution der 1980ern und Mitte der 1990er. Apple und Microsoft und deren Gründer stehen im Zentrum. Erstaunlich, wie nahe sich die beiden verfeindeten Leitlichter der Computerindustrie im Kern eigentlich sind. Und auf was für Zufällen und Dreistigkeiten Erfolg und Mißerfolg der rivalisierenden Firmen basiert.

Triumph of the Nerds auf Google Video:
>>>Triumph of the Nerd (Teil 1 von 3)
>>>Triumph of the Nerd (Teil 2 von 3)
>>> Triumph of the Nerd (Teil 3 von 3)



Pirates of Silicon Valley

ist das ganze noch mal als 95-minütiger Fernsehfilm von 1999. Es hat nicht geschadet, vorher die obige TV-Doku zu sehen, aber wer es eilig hat - dieser Fernsehfilm langt eigentlich auch und ist insgesamt halt dramatisierter. Besonders beeindruckend: die Charakterisierung von Steve Jobs. Dass Bill Gates vermutlich eine falsche Schlange ist ahnte man, das Image haftet ihm ja schon länger an. Doch nach diesem Film ist Apple wirklich auch keine Alternative, wenn man die damaligen Egomanien von Steve Jobs so sieht. Der Film spielt in den Jahren, als zunehmend Computer für private Nutzungen entwickelt wurden. Die großen Rivalen waren damals Apple-Computer-Chef Steve Jobs und Microsoft-Gründer Bill Gates. Apple hatte gerade den Macintosh-Computer herausgebracht, der weitgehend auf den Forschungsergebnissen des Palo Alto Research Center von Xerox basierte. Microsoft vermarktete das Betriebssystem MS-DOS, Büro-Software wie Multiplan und zahlreiche Implementierungen der Programmiersprache BASIC. Der weltweite Erfolg von Apple II hatte die Firma Apple reich gemacht. Für eine erfolgreiche Vermarktung benötigte ihr neuer Mac die Programme von Microsoft. Daher stellte Apple der Firma Microsoft einen Prototyp ihres Computers zur Verfügung, da Microsoft zugesichert hatte, die Software weder zu untersuchen noch zu kopieren. Doch Microsoft suchte für sein Betriebssystem MS-DOS eine grafische Benutzeroberfläche mit Fenstern und Maus. Es kam zur Konfrontation zwischen den führenden Männern der beiden Unternehmen. Steve Jobs wird ebenso aufs Korn genommen wie Bill Gates. Die Basis des Films bilden Aussagen von Zeitzeugen, die bei der Gründung der beiden Unternehmen und ihrer wachsenden Konkurrenz wichtige Rollen spielten und heute berühmte Mitglieder des Mikrokosmos von Silicon Valley sind.

>>>Offizielle Seite des Films
>>>Der Film auf Google Video: Pirates_of_Silicon_Valley_(1999).avi
 






Berlin von oben. Gefilmt von einer Kamera, die wie Pu der Bär an Luftballons hängt. Einfach aber wirksam. Ich hätte da ja noch meinen Helicopter von Weihnachten, mit dem ich Ähnliches plane.

Hier kann man sehen, wie das alles von unten aussah und hier wie die Kamera wieder eingesammelt wurde. Das Ganze ist ein The Ballon Project. Die Amerikaner wieder...
 




:::: gesehen gestern Nacht

Kanada/ USA 2007; Regie: Jason Reitman; Buch: Diablo Cody; mit: Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, Olivia Thirlby, u.a.



Angenehm undogmatischer und frischer Film über ein eigentliches Problemthema: Teenager-Schwangerschaft. Die 16-jährige Schülerin Juno MacGuff (Ellen Page) wird von einem Freund schwanger. Zunächst ihre Emotionen verdrängend geht Juno in eine Abtreibungsklinik, die jedoch schnell abschreckend auf sie wirkt. Juno gesteht die Schwangerschaft ihren Eltern, es werden Adoptiveltern für das Baby gefunden - ein Yuppi-Paar - und im Laufe der Schwangerschaft wächst auch das Selbstwertgefühl von Juno. Bin mir nicht ganz sicher, was die Geschichte so angenehm macht ist. Sie moralisiert nicht oder wird didaktisch, ja. Die Figur Juno steht selbstbewusst im Mittelpunkt und das Umfeld reagiert auf ihren Umgang mit der Schwangerschaft, lässt dem Mädchen Raum sich zu entwickeln und mit der Situation umzugehen. Ihr werden zwar festen Bahnen vorgeschrieben, doch Juno kann sich drüber hinwegsetzten und kann ihre Schwangerschaft gestalten. Platz für Hoffnung, dass sich Juno und ihre Familie doch noch gegen die Freigabe zur Adoption entscheiden besteht in jeder Szene des Films. Vielleicht bin ich ein verkappter Jugendfilm-Fan, vielleicht hat mir aber auch nur wieder Ellen Page gefallen.

Der Film insgesamt ist spielerisch. Schöne, poppige Farb- und Kostümgestaltung (Oscar für Kostüm...), witzige Dialoge, liebenswerte Haupt- und Nebenfiguren. Die Homepage des Films lädt, während der Bauch wächst und der Soundtrack ist so schön, dass ich den mir noch beschaffen werden. Wie etwa der alles versöhnende Schlusssong:


(Michael Cera und Ellen Page singen "Anyone Else But You" - Schlussszene aus dem Film JUNO.)

Oder hier auch schön, die real-animierte Anfangssequenz des Films:

 




Das bin ich

Ich musste mich gerade selber googlen, weil mir die Adresse eines alten Versuchs-Blog nicht mehr eingefallen ist. Das mit dem Bloggen ist ja zum Teil auch alles ein großes, retro- und introspektives Experiment. Oder früher war es das jedenfalls mal. Damals, als man noch "das" statt "der" Weblog sagte. Nun egal.

Vor ca. 4 Jahren sah ich so aus, wie da oben auf dem Bild. Natürlich nicht in echt, sondern als der Elvis-Fan "Peter Sackhaar", der versucht, mit einem Nigeria-Scammer Geschäftskontakte aufzubauen. Das war damals so eine Mode - Nigeria-Scammer verarschen - früher nannte man das Scambating. Ich hoffte, ein neues Hobby gefunden zu haben und hatte dafür extra ein Blog eingerichtet, um alles zu dokumentieren. Das entwickelte sich schnell und einigemaßen lustig. Ich hab dann aber leider nur 14 Tage durchgehalten, weil das doch sehr zeitaufwendig wurde. Hätte ich nicht aufgehört, wäre ich sicher Pro-Bollger geworden und könnte von meiner Bloggerei Bollgerei leben. Schwamm drüber, lest selbst: Eines meiner alten Testblogs Versuch, einen Nigeria-Spammer zu verarschen Kleiner Tipp: Wie das so ist mit der Chronologie in Weblogs, am besten erst ganz nach unten scrollen, um sich dann Artikel für Artikel nach oben zu lesen.
 




Jetzt zur CEBIT ganz NEU!!! Meine erste selbstgestrickte PHP-Internetseite. Hihi.
 






Ich grüße meinen neuen Fan aus Bremen! Ich denke, mir ist er (oder sie) noch unbekannt, vielleicht täusche ich mich aber auch. Eventuell ein(e) alter Bekannte(r)? Ich war schon mal in Bremen. Bremen ist eine sehr schöne Stadt.

Ich hab neulich mal einen Spruch gehört, da musste ich an Bremen denken. Bremen war in meiner Kindheit ein Synonym für so etwas wie Freiheit und Abenteur. Nicht wegen der blöden Märchensache mit den Stadtmusikanten, sondern wegen Radio Bremen. Denn ganz oben unter'm Dach, im Arbeitszimmer meines Vaters, in der Nordecke, unter seinem Schreibtisch konnte man bei guter Witterung, etwas verrauscht Radio Bremen empfangen. Da saß ich dann unter dem Schreibtisch meines Vaters mit dem alten Röhrenradio, rauchte Kaugummiezigaretten und lauschte den Stimmen aus einer unbekannten Stadt. Zu Zeiten, als es noch keinen Privatrundfunk gab, war jede zusätzlich reinkommende Radiostation eine Offenbarung. Und Bremen war auch irgendwie dichter an London dran. Irgendwann hatte ein Junge aus der Nachbarschaft dann Kabelfernsehen, Videorekorder und Computerspiele.

Jedenfalls der Spruch, an den ich denken musste ging so: Einer sagte, "bohr dir doch ein Loch ins Knie." Worauf der andere sagte, "ick kann mir och einen Knopf ans Knie nageln und so lange dran drehen bis Radio Bremen kommt."

Bremen ist toll. Zugriffsstatistiken sind auch toll.
 




Schlüsselkästchen - Standesamt Berlin-Spandau

# Auf dem verwunschenen Amt in Spandau gewesen. Geheimnisvolles Schlüsselkästchen fotografiert. Damit kann man vermutlich Zaubern. Wenn man mit dem richtigen Schlüssel daran dreht, ruft der Standesbeamte, "ja bitte, wer weckt mich?"

# Traue nie den Worten, "du bist für heute Abend deiner Vaterpflichten entbunden."

# Ebenso mit Vorsicht zu genießen, wenn Krankenschwestern wissen wollen, wo du wohnst und ob noch zu haben, weil du "so ganz tapfer und ganz ohne Narkose..."

# Schaltttag erfolgreich abgeschaltet. Oder doch eher ausgeknockt.

# Meine Liebste spendet wohl für Greenpeace oder so was in der Art. Bald nicht mehr. Die rufen hier immer an, wenn die Liebste gerade nicht da ist und wollen mit ihr sprechen, wahrscheinlich nur danke sagen oder auf einen "besseren" Tarif hoch buchen. Nachdem ich mehrmals Zeitfenster zum Rückruf vorgeschlagen hatte, innerhalb derer ich eigenhändig dafür sorgen werde, meine Liebste in Telefonnähe zu halten und das aber aus mir unergründlichen Umständen nicht geklappt hat, ging ich heute also in die Offensive: Ich garantierte eine Uhrzeit, ohne zu wissen, ob ich das Versprechen halten könne. "Um Fünfe isse da, da bekomme ick meist Hunger, da kommt se dann och irgendwann und macht mir watt ruf dann an, du Drücker." Jetzt klingelt seit 17 Uhr alle 15 Minuten das Telefon. Aber immer nur ein ganz kurzes Klingeln. Vielleicht zwei. Gerade so wenig, dass man es nicht schafft, rechtzeitig abzuheben. Die Pausen zwischen den Anrufen aber lang genug, um nicht neben dem Telefon stehen zu bleiben. Da hat der halbstudentische Telefondrücker im Grinpeace-Callcenter wohl eine dieser praktischen, aber umweltschädlichen Rückrufautomatiken angeschaltet, muss die aber andauernd wieder abbrechen, weil er gerade auf einer anderen Leitung sprich (scheint gut zu laufen, das Geschäft mit dem Umweltgewissen). Hat ziemlich genervt. Wir haben jetzt kein Telefon mehr. Und morgen wechseln wir zu WWF.
 




:::: gesehen am 2.3.08 auf Pro7

USA 2004; Regie: Tony Scott; mit: Denzel Washington, Dakota Fanning, Marc Anthony, Christopher Walken



Anne Will hat mit Judith Holofernes und anderen Familienpolitik-Expertinnen in meinem Fernseher gesessen und über Familienpolitik gesprochen. Ich mag da ja sonst nicht so gern bei zusehen, wenn die das machen. Ist echt nicht so meine Art. Das erinnert mich immer an das alte Pro-und-Contra-Spiel von früher aus der Schule, wo der Sozialkundelehrer immer irgendwann nach Stoffeinführung meinte: "So, jetzt teile ich die Klasse mal in drei Gruppen. Die einen sind dafür, die anderen dagegen und ihr da hinten, ihr dürft nachher entscheiden, welche der beiden Gruppen mehr recht hat als die andere." So ist das immer auch im Fernsehen. Egal ob Meyer lieber Beckmann Will oder doch besser Ed von Schleck sein sollte.

Aber real gelebte Familienpolitik ist ja hier seit Kurzem bei uns in der WG ein ganz heißes Thema. "Glühendes Eisen" möchte man fast metaphorisieren. Da schaut man natürlich dann doch mal gern das eine oder andere Kopfschütteln im Fernsehen an, auch wenn man richtig vermutet, auch zu diesem Thema wird das Agenda-Setting im TV wieder nicht viel bringen, denn es ist, wie es ist: So wie wir das jetzt hier für uns mal der Gesellschaft vorleben, ist das eh am besten. War trotzdem interessant, und am Ende hat dann die Holofernes das Schlusswort ergriffen. Das sei alles Quatsch mit der Trennung des Kümmerns, beide Eltern sollten ihre Jobs machen können und auf das Kind aufpassen können, dass würde die Familie am geilsten rocken, das solle die Politik und die Wirtschaft mal zustande bringen und überhaupt sei das so wie bei ihr und vielleicht noch bei den tristessedeluxe's zu Hause sowieso am besten. Sag ich ja.

Wir können ja nicht alle in Mexiko leben, reich sein, Putzkräfte, Babysitter und Bodyguards leisten, so wie in dem Film, in dessen Weltsicht ich nach der von Anne Will noch geschlüpft bin: Denzel Washington, ein ehemaliger, schwarzer CIA-Killer mit Vergangenheitstrauma, verschlägt es nach Mexiko City zu Freund Christopher Walken. Da in der Stadt gerade eine organisierte Entführungs- und Erpressungswelle rollt, organisiert Walken für Washington einen neuen Job als Bodyguard einer kleinen, blonden Prinzessin. Aus Widerwillen wird Freundschaft zwischen Schützer und Opfer. Das Mädchen wird entführt und Washington greift zu ausufernden Selbsthilfemaßnahmen: Blutrache an einem korrupten Wirrwarr in Mexiko City.

Erst im Talk Familienpolitik unter Feuer, dann im Film der harte Heldenkerl unter Beschuss. Trotz schon für 2004 etwas aus der Mode gekommener Videoclipmätzchen, doch ein passabler Rache- und Selbstjustizthriller, um sich nach den zaghaften Versuchen der Anne Will, alt eingefrorene Familienrollen aufzubrechen, schön wieder die Geschlechterrollen-Stereotypen erden zu lassen. Die Ausgangsidee fand ich durchaus interessant, einen ausgebrannten Ex-CIA-Agenten als Bodyguard Identitätskrise und Trinksucht durch die Nähe zu einem kleinen Mädchen überwinden zu lassen – und Washington trägt seine nicht sonderlich facettenreiche Darstellung mit gewohnter Souveränität. Aber dass das zu schützende "Objekt" ein kleines Mädchen ist, lässt in seinen Konsequenzen den Film letztlich nicht konsequent genug wirken: Er verharrt zwischen "Vater"-Tochter-Drama und durchaus brutalen Entführungs- und Racheschemata. Die spätere Selbsjustiz des gerechten Killers ist durch die emotionale Bindung motiviert, der Weichspülgang wertkonservativer Familienfilme ist aber des Regisseurs Sache sicher nicht. Der schwer lineare Verlauft des Films hätte gestrafft werden können. Das auch deswegen, weil die gesamten Charaktere merkwürdig im Vordergrund stecken bleiben und nur mit den nötigsten Stereotypen gefüllt werden. Alles ein merkwürdig mittelmäßiges Ding.
 




Hab den zusätzlichen Schalttag fast nur mit Wundenlecken verbracht.
 




Es ist ruhig, Mutter und Kind schlafen, draußen hat auch der letzte Nachbar offenbar einen Parkplatz gefunden. Prima, dass das immer genau aufgeht. Mir scheint also der Zeitpunkt äußerst günstig, einmal die Aufmerksamkeit der hier versammelten, werten Weltöffentlichkeit zu nutzen und meine Mutter zu grüßen.

Hallo Mutti, ich bin im Internet!

Dankeschön, das war es auch schon. Ich gebe zurück an die angeschlossenen Funkhäuser.
 




Beide Filme gestern Abend hintereinander weg gesehen. War ja nun quasi Pflichtlektüre. Kann man nicht vergleichen, trotzdem sehr ähnlich. Äpfel- und Birnenmus. In einem Jahr verwechsele ich beide Filme sicher. Daher hier noch mal nur kurz notiert. Zum Glück haben die Filme jetzt alle irgendwie mitbekommen, muss man nicht so weit ausholen, mit Inhalt und all dem uninteressanten Name-Dropping-Kram.

No Country for Old Men

Landschaften, gebrochene Helden, Waffen, Geld, Gewalt, Gier, Moral. Und Mexiko! Moderner Western und endlich wieder das Gütesiegel "Coen-Brüder", das sich u.a. aus der Mischung von Abgründen amerikanischer Zivilisation mit postmoderner Ironie auszeichnet. Wenig von den Dialogen verstanden, daher mehr in der Optik des Films verloren, als in der Handlung. Die Grenze eine Membran. Muss mir den bei Gelegenheit doch noch mal mit Untertiteln und auf großer Leinwand ansehen. Kann bei beiden Filmen nicht schaden.

There Will Be Blood

Landschaften, irgendwie auch gebrochene Helden, psychologische Waffen, Geld, Gewalt, Gier, Alkohol, Moral. Und Öl und Religion! Sehr US-amerikanische Eckpfeiler des Gesellschaftssystems, ebenfalls zivilisationshistorische Abgründe. Hier aber Rückgriff auf epochale Kinoform mit klassischen, moralischen Bilderbuch-Konflikten. Hinzu kommen Konflikte "Vater-Sohn" und "Kapital-Moral". Alles sehr episch. Aber für meinen Geschmack nicht zu langatmig, wie Lars-Olaf Beyer fand. Gemessen an meiner Traumaktivität hat There Will Be Blood stärkeren Eindruck bei mir hinterlassen, geradezu parabelhaft. Aber No Country for Old Men ist der interessantere Film, weil eigenständiger und auch verstörender.
 






TRISTESSE DELUXE

» just my private blog.


start | über | themen | klowand | fragen? login
RSS-Feed  Online seit 8276 Tagen auf blogger.de
Letztes Update: Thu, 11.02.2010, 03:15

 
Letzte Aktualisierungen
Blog- und Serverumzug
Nach 2311 Tagen auf blogger.de ziehe ich heute um auf...
by tristessedeluxe (2010/02/11 03:15)
Film: A Serious Man
::: gesehen am 21.1.2010 OmU im Odeon USA 2009 - Regie:...
by tristessedeluxe (2010/01/22 04:22)
...
Das Kind ist jetzt in dem Alter angekommen, in dem...
by tristessedeluxe (2010/01/20 21:14)
Film: Razzia sur la chnouf
:::: gesehen am 17.1.2010 auf arte(Razzia in Paris)...
by tristessedeluxe (2010/01/20 12:39)
Neues Open Source Road...
BMW K100 in Zentralrussland, originally uploaded...
by tristessedeluxe (2010/01/19 23:14)
Meine Social Media Identitäten
Blogroll




Letzte Fotos auf flickr /