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Arbeit am Selbst. Die 25 härtesten Fragen im Jobinterview – aus Personalersicht nehme ich gern als Herausforderung an und beantworte sie sehr gerne. Quasi als Blogstöckchen. Denn Blogstockschulden sind Ehrenschulden.

Woher wissen Sie, dass Sie einen guten Job gemacht haben?
Ich bin eher ein intrinsischer Typ. Ich weiss, dass ich einen guten Job gemacht habe, wenn ich selber mit meiner Arbeit zufrieden bin. Ich bin mein schärfster Kritiker. Gleichzeitig ist mir natürlich Lob von Kunden oder Auftraggeber sehr wichtig. Die beste Form des Lobes eines Kunden ist die Weiterempfehlung.

Wenn Sie dieses Unternehmen vielleicht einmal verlassen: Was soll man Ihnen nachsagen?
Ich suche eine Aufgabe, die zu mir passt, egal ob ich festangestellt bin oder als Freiberufler arbeite. Entsprechend wünsche ich mir, dass wenn ich nicht mehr mit dieser Aufgabe betraut bin, ich in guter Erinnerung bleibe. Und zwar als jemand, der in seiner Arbeit aufgegangen ist.

Was mochten Sie an Ihrem bisherigen Job am wenigsten?
Ich habe alle meine bisherigen Jobs gemocht und hege wenig schlechte Erinnerungen. An negativen Momente bin ich gereift. Und um ganz ehrlich zu sein: Allgemein kann ich am wenigsten Ungerechtigkeiten und kurzsichtige Handlungsweisen leiden, aber das findet man ja nicht nur in beruflichen Aspekten.

Was interessiert Sie an diesem Job vor allem, das sich zugleich von Ihrem bisherigen unterscheidet?
Ja, das kommt jetzt auf die tatsächlichen Aufgaben an, die Sie für mich haben. Ich versuch's mal mit "die Herausforderung" ...



Wenn Sie Ihre vergangenen zwei bis drei Positionen vergleichen: Waren Sie eher Anführer oder Ausführer? Begründen Sie bitte Ihre Antwort.
Ganz klar: Sowohl Ausführer als auch Anführer. Ich arbeite gerne für Menschen, die einen Anspruch auf Führung annehmen, wenn sich gleichzeitig dieser Führungsanspruch in guten, für mich respektablen Leistungen zeigt. Gleichzeitig habe ich mich aber auch als indirekter Anführer erlebt, indem ich berate, reflektiere, Prioritäten setzen und unterschiedliche Positionen abwägen kann und folglich Perspektiven und Lösungen vorschlage, die den Entscheidungen des Anführers zu Gute kommen. Vielleicht ist es ein Wunschtraum, aber ich sehe mich eher als vermittelnder Dirigent, als als Ausführer oder Anführer.

Wie finden Sie es, geführt zu werden?
Eine interessante Frage, ich muss da spontan an die typisch deutsche Radfahrermentalität denken, die historisch nicht viel Gutes gebracht hat. Aber, ja, ich finde es gut, geführt zu werden, wenn ich Respekt und Anerkennung vor den Leistungen eines Anführers habe und wenn der Führende sich auch rückversichert über den zu gehenden Weg. Schlecht lasse ich mich führen, wenn einer die Führung übernimmt, aber damit offensichtlich überfordert ist und das nicht zugeben kann. Auch muss alles in einem fairen und ethisch vertretbaren Rahmen... Nicht jeder ist zum Anführer gebohren. Man kennt das ja: der Führer zum Beispiel war ein armes Schwein, er hatte keinen Führerschein.

Wenn Sie auf dem Cover eines Magazins erscheinen könnten – welches Magazin würden Sie sich aussuchen?
Sie stellen diese Frage, um zu sehen, wie kreativ – oder womöglich auch wie eitel ich bin und wo ich mich künftig gerne sähe. Aber ganz ehrlich, so oberflächlich die Frage ist, so plakativ muss ich antworten: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber gar nicht auf einem Cover von irgendeinem Magazin erscheinen. Lieber hätte ich, dass wir als Team kollektiv für das stehen, was wir gemeinsam Leisten. Es soll in vielen Medien gleichzeitig eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem geschehen, wofür wir zusammen stehen. Wäre das nicht viel erstrebenswerter, als lediglich ein Hochglanzfoto von meiner hübschen Fresse?

Erzählen Sie mir etwas von sich, das nicht in Ihrem Lebenslauf steht und mir hilft, Sie von anderen Bewerbern zu unterscheiden und mich an Sie zu erinnern.
Als ich noch Kind war, habe ich meinen Eltern innerhalb von wenigen Wochen ca. 300 Mark gestohlen und in Unterhaltungselektronik und Süßigkeiten investiert. Als das zu einem gewissen Teil raus kam, gab es ziemlich Ärger. Seitdem habe ich ein sehr konservatives, respektvolles Verhältnis zum Eigentum anderer.

Wie geht es Ihnen heute morgen?
Danke der Nachfrage! Super, wie immer. Und Ihnen?



Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Ich hab ihre Homepage gelesen, habe meine Social Media Kontakte über sie befragt und bin bestens über die Probleme des Unternehmens mit dem Betriebsrat informiert. Mich würde im Gegenzug interessieren, was sie eigentlich über mich wissen? Haben Sie wenigstens mal nach mir gegoogelt? Mein Blog gelesen? Oder haben Sie sich etwa nur mit meinem Lebenslauf auf dieses Gespräch vorbereitet?

Wann haben Sie das letzte Mal die Regeln gebrochen und warum?
Das letzte mal habe ich vermutlich gegen Rechtschreibregeln verstoßen (langes, irres Lachen). Aber im Ernst: Ich breche dann mit Regeln, wenn sie zu starr oder überholt sind und offensichtlich auch andere in der Gesellschaft eine Regel aufweichen. Die Regeln unseres Gesprächs etwa finde ich brechenswert. Warum stellen Sie hier eigentlich die Fragen? Wäre es nicht viel leichter für Sie, wenn ich Sie fragen würde, und Sie müssten lediglich antworten, was für eine Person sie eigentlich für die offene Stelle suchen? Scherz beiseite. Ich poche gern auf die Einhaltung von Regeln, wenn es unfair wird oder jemandem durch die Nichteinhaltung geschadet wird, oder im weiteren Sinne gesellschaftliche, moralische und ethische Grundsetzte verletzt werden.

Wenn Sie Ihren perfekten Job selbst gestalten könnten – wie sähe er aus?
Millionenlottogewinn. Und dann nur noch machen, was mir Spaß macht.

Was werden Ihre Kollegen hier von Ihnen lernen?
Das möchte ich lieber den Kollegen überlassen, was sie von mir lernen möchten. Ich bin da offen und werde mich sicher nicht aufdrängen.

Was kann Ihnen diese Position bieten, das Ihre bisherige nicht kann?
Ich verstehe Ihre Frage nicht. Ich dachte, wir sind uns einige, dass wir hier über Macht, Reichtum und Unsterblichkeit sprechen?

Wenn ich zwei Ihrer Ex-Kollegen zu Ihnen befragen würde – einen Freund von Ihnen und einen, der das eher nicht ist: In welchen Punkten würden dennoch beide übereinstimmen?
Verbindlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Loyalität.



Wenn wir Sie jetzt einstellen: Was werden Sie in den nächsten 90 Tagen als erstes unternehmen?
Elternzeit.

Was bedeutet Integrität für Sie persönlich?
Integrität bedeutet für mich erstens: die charakterliche Unbescholtenheit, Unversehrtheit oder Unverletzlichkeit von jemandem, zweitens: die Fehlerfreiheit, Richtigkeit bzw. Vollständigkeit von Daten (PC). Das steht so in der Wikipedia. Kann aber auch sein, dass Integrität irrelevant ist.

Was schuldet ein Unternehmen seinen Mitarbeitern?
Eine faire Behandlung der Mitarbeiter, was die Wertschätzung der Arbeit und die Privatsphäre der Mitarbeiter angeht. Eine Unternehmenskultur, die Offenheit, Transparenz und gleichzeitig Identifikation ermöglicht.

Was erwarten Sie von einem Unternehmen, in das Sie Ihr Talent und Ihre Zeit investieren wollen?
Ich erwarte eigentlich ein hohes Maß an Bewusstsein über gesellschaftliche Werte und Nachhaltigkeit. Können Sie mir das bieten?

In welcher Ihrer Eigenschaften fühlen Sie sich von anderen Menschen missverstanden?
Manchmal werde ich als "unsicher" oder "wenig zielstrebig" eingeschätzt, weil ich Zweifel habe, nachfrage oder mich in einem Punkt des Gesprächs vertiefen möchte.



Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?
Danke, aber ich besitze bereits eine gefestigte Identität. Nächste Frage.

Erzählen Sie mir etwas über den besten Chef, den Sie je hatten.
Der beste Chef, den ich je hatte, hatte Fehler und war so menschlich, diese Fehler zugeben zu können. Er hat mit seiner Persönlichkeit gearbeitet, war spontan, chaotisch und mitreissend. Ich konnte seine Arbeit respektieren, weil sie gleichzeitig frech war und inhaltlichen Tiefgang hatte.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde – wofür würden Sie arbeiten? Was würden Sie mit Ihrem Leben bewirken wollen?
Ich würde dafür arbeiten, dass Leute es besser verstünden, über ihren Tellerrand zu blicken und mir dadurch die Grenzen meiner Echo-Kammer aufzeigen.

Was ist Ihre größte Sorge – diesen Job betreffend?
Ganz im Vertrauen: meine größte Sorge ist eigentlich, dass Sie sich eventuell vorab nicht ausreichend damit beschäftigt haben könnten, was für eine Person Sie eigentlich für diesen Job suchen.

Ganz am Ende des Jobinterviews: Wie würden Sie Ihr aktuelles Interesse für diesen Job auf einer Skala von 1 bis 10 (10 = Maximum) einordnen?
Natürlich Maximum! Am liebsten hätte ich schon vor vier Wochen mit dem Job begonnen. Das hätte Ihnen viel Arbeit erspart. Wir sehen uns dann also morgen um 9 Uhr?

Hier geht's zu meinem Xing-Profil.
 




16.11.2009

Das Kind hat am Sonntag mit Fingerfarben Fische gemalt. Sie hat noch nie lebendige Fische gesehen, dachte ich mir. Daher heute bei Karstadt am Hermannplatz gewesen, dem Kind in der Tierhandlung dort Fische gezeigt. Hasen und Mäuse und Vögel waren spannender. Zum Abendessen gab es gebratenen Seelachs aus der Tiefkühltruhe.
 





Photo uploaded by tristessedeluxe.


 





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Vollkommen falsche Event-Inszenierung. Kein Durchkommen, weder von Ost- nach Westberlin, noch von West- nach Ostberlin. Die Mauer steht wieder und es ist kein Durchkommen. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls sollte man doch wirklich eine Absperrungslogistik inszenieren, die die Wiedervereinigung nachempfindet. Macht Geschichte gangbar und stellt nicht unüberwindbare Plastikabsperrungen am Mauerverlauf auf, Mensch!

Und überhaupt: Domino Day mit Mauerteilen, die aussehen wie verpackte Billy Regale? Das haben die doch bei Harald Schmidt und Christo abgekupfert!


 




Die Radiosendung Breitband vom Deutschlandradio Kultur hatte John Weitzmann (von Creative Commons Deutschland) und mich interviewt zu Filmen, die unter einer Creative Commons Lizenz stehen und also offiziell frei im Netz zum Download zur Verfügung stehen. Hier die Seite zur "Breitband" Sendung vom 7.11.1009 und der Direktlink zum mp3 der gesamten Sendung vom 7.11.2009 oder folgend nur der mp3-Ausschnitt über CC-Filme.

Das Vorurteil, dass CC-Filme oft den Hauch des Unprofessionellen versprühen, musste ich in der Vorrecherche zur Sendung etwas revidieren. Natürlich findet man (noch) nicht die perfekten Blockbuster, aber interessant finde ich, dass Independetfilmemacher mehr und mehr zur CC-Lizenz greifen, um eine viel weitere Zirkulation zu ermöglichen, als es die klassische Arthous-Distribution könnte.

Folgende zwei Filme kann ich guten Gewissens empfehlen (und ich nehme mir vor, in Zukunft weitere neue CC-Filme hier zu besprechen):

Nasty Old People
Ist eine Fiction-Independentproduktion aus Schweden, die im letzten Oktober Premiere hatte. Die Story handelt von einer jungen Neonazi-Frau, die als Altenpfelgerin arbeitet. Am Anfang geht sie fast menschenunwürdig mit ihren Pflegepatienten um und im Laufe des Films änder sie aber ihre Einstellung und verhilft ihren Patienten und sich zu einem schöneren Leben. Der Film ist gutes, gefühlvolles Independentkino aus Schweden. Die Schauspieler können was, die Filmstyle und die Kamera sind sehr solide. Der Film könnte von seiner Machart einem auch in einer Sektion für junges europäisches Kino auf großen Filmfestivals wiederbegegnen.

Sita sings the Blues
Für jene, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, ist dieser abendfüllende Trickfilm schon ein ziemlich alter Hut. Trotzdem nochmal an Herz gelegt, weil es wirklich eine tolle, künstlerische Animation ist, die es damals sogar auf die Berlinale schaffte. Die Filmemacherin Nina Paley äußert sich auf ihrer Seite recht ausführlich, warum sie den Film unter CC-Lizenz gestellt hat: Zum einen gab es für eine kommerzielle Distribution Lizensierungsprobleme mit der im Film verwendeten Musik, zum anderen ist der Film finanziert über Spenden des Publikums, sodass Nina Paley den Standpunkt vertritt, "from the shared culture it came, and back into the shared culture it goes".
 




Masha Qrella @Festsaal Kreuzber

Heute der Job inbetween: für Geld rumsitzen und sich in einem Transporter elf Stunden durch Berlin schütteln lassen. Zwischendrin mal was anpacken. Es hat viel geregnet, der erste Schnee, es fuhren eine Menge Autos rum. Auch ein kleiner Blechschaden. Es tut einem zwischendrin mal ganz gut, für rein gar nichts zuständig zu sein. Warum aber müssen Regieassistentinnen immer so sein? Oder sind die einfach so nur so?

Um so mehr ein Grund, diesen Tag mit einem besseren Abend abzurunden auf einem kleinen, familiären Konzert von Masha Qrella vorhin im Festsaal Kreuzberg. Ich bin sehr müde und kein Musikkritiker, daher nur kurz: Analoge Musik, Timing auf den Punkt, melancholisch und mit Wumms, unterstützt von elektronischen Orientierungslinien. Und unterstützt von It's a Musical! Vorband war kurz Sound of Lucrecia und davor ein Mädchen, dessen Namen ich leider nicht verstanden habe. Sie war gefesselt an ein schwarzes iBook und eine Gitarre, auf der etwas draufgeklebt war, das aussah wie ein iPhone, auf dem eine Mini-Mischpult-App lief und mit ihren Füßen bediente sie eine Loop-Maschine.

Danke für dieses schöne Geburtstagsgeschenk, F.! Habe es sehr genossen. Auch wenn im Hinterkopf schon die Gedanken um meine Podiumsdiskussion morgen kreisen. Wird man je genug vorbereitet sein auf alles?



Und überhaupt: http://www.morrmusic.com/
 






Vor wenigen Jahren war es eher unüblich, überall in sozialen Netzwerken Fotos von sich zu veröffentlichen. Mittlerweile scheint da eine leichte Veränderung im Empfinden von Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten vonstatten zu gehen. Um diese Veränderung am eigenen Körper und an eigener Seele nachzuempfinden, hatte ich vor rund 250 Tagen einen kleinen Selbstversuch gestartet - das Ich in 365 Bilden Projekt. Ausgangspunkt war mein Unbehagen, Bilder von mir im Netz zu sehen. Durch ein tägliches Posting eines tagesaktuellen Fotos von mir wollte ich ein Rauschen produzieren, das im günstigsten Fall auch zu einer Selbsttherapie führt.

Was soll's? Es langweilt mich inzwischen. Ich werd das jetzt abbrechen, die letzten 160 Tage werden entweder nie oder verstreut nachgereicht. Zumindest ein Punkt in diesem Selbstexperiment ist erreicht: Ich kann - anders als vorher - wieder Fotos von mir ansehen, ohne gleich innerlich über mein Aussehen zu lamentieren. Interessant für mich ist auch, die eigenen Grenzen meines Empfindens von Privatsphäre mit diesen Fotos etwas ausgelotet zu haben.
 




Geschichtsbuch_1

Geschichtsbuch_2
(Die gesammelten Werke der 12-jährigen Ida aus einem deutschen Geschichtsbuch von 1941)

Die Zeit mit ihren Taschenspielertricks! Sie trickst und trickst, buhlt darum, uns jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde neu vorkommen zu lassen und dabei verkauft sie uns lediglich den alten Kram nicht mal geschickt getarnt in neuer Verpackung.

Jene Pennälersprüche der Siebtklässlerin Ida von 1941, würde man sie heute twittern, würden sicher den einen oder anderen Fav abbekommen. Es hat sich tief drinnen im Wesen des jungen Menschen an sich nicht viel geändert. Gut, mit etwas Glück gibt es heute andere Geschichtsbücher, die Schriftart ist sicher moderner, die Lehrmethoden womöglich auch. Aber langweilen? Das tun wir uns noch immer, auf der Arbeit, in der Vorlesung, in der Schule. Als 12-jährige und womöglich mit 48 Jahren immer noch.

Samstag konnte man diesen James Bond von 1997 zum x-ten Mal im Fernsehen sehen. Der, wo auch das Atlantic Hotel direkt am Hamburger Hauptbahnhof zu sehen ist. 1997 ist jetzt 12 Jahre alt. Als ich damals im Alter von 12 Jahren 12 Jahre alte James Bond Filme im Fernsehen sah, waren das Filme, die fern meiner ästhetischen und gesellschaftlichen Realität wahren. Das waren Filme aus anderen Zeiten. Erschreckend, heute sind 12 Jahre alte James Bond Filme für mich einfach nur noch von 1997.

Heute konnte man Mediendinosauriern bei der Eröffnung der #medientage auf einem Podium beim Aussterben zusehen. Angesichts meiner eigenen Zeitvergänglichkeitswahrnehmung möchte ich wetten, dass jenen volljährigen Herren 12 Jahre alte James Bond Filme noch immer wie Zukunftsvisionen daher kommen: ein Handy mit aufklappbarer Tastatur und mit Touchpad? Unfassbar!
 









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Ich verlese mich immer, wenn ich dran vorbei komme und habe gleichzeitig das Klagen der jungen Mutter nachmittags auf dem Spielplatz im Ohr, dass in ihrer Filiale jetzt alle Azubis untergekommen seien, und dass sie damit ja viel mehr Arbeit habe, als wenn sie alleine im Laden wäre. Eine wahre Azubi-Falle, in der man da steckt.


 





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Ende des 19. Jahrhunderts befanden sich hier eine Luftschifferstation mit Versuchsgelände. Hier wurde der Traum vom Fliegen erprobt, hier arbeiteten Visionäre. Heute befindet sich hier ein sechspuriger Autobahnzubringer: die Möbelhäuser-Baumärkte-Straße.


 




D A letter N K E

Momentan sieht es so aus, als wäre ich beim Online-Voting von den ZDF-Bodybits (äh, ich berichtete ...) von 120 Filmprojekten auf Rang 13 gekommen. Das bedeutet, dass ich nicht durch das Voting in die Runde der 25 Finalisten gekommen bin. Die einzige Möglichkeit, die jetzt noch besteht bei den Finalisten dabei zu sein, ist, dass ich in das Beuteschema der Bodybits-Redaktion passe. Diese sucht nämlich 20 Projekteinreichungen nach eigenen Kriterien aus. Die 25 Finalisten setzen sich dann aus den fünf Gewinnern des Votings und den 20 Redaktionslieblingen zusammen. Diesen Finalisten werden ab dem 20.10. weitere Fragen zu ihren Projekten gestellt, und schließlich sucht eine Jury aus den 25 Finalisten im Dezember fünf Projekte aus, die dann produziert werden.

Morgen stehen die Finalisten fest. UPDATE, 16.10.2009: Die Finalisten stehen fest. Ich bin nicht dabei. Ich vermute, dass ich nicht dabei sein werde, denn mein Bewerbungsvideo war mit heisser Nadel gestrickt und überzeugt in mindestens einem Punkt nicht: Ich zeige nicht, wie ich diesen Film machen möchte. Andererseits sind bei den Einreichungen viele Projekte dabei, die bereits fertige oder abgedrehte Filme sind. So ganz scheint mir das dann auch nicht in die Suchkriterien der Bodybits-Redaktion zu passen, die in der Ausschreibung explizit darauf hinweisen, dass die Produktion der Filmprojekte ebenfalls webzweinullig in Produktionsblogs und durch Video-Zwischenstandsberichten dokumentiert werden. Das ist ja dann schon eher wieder mein Gemüse. Man wird sehen.

Danken möchte ich Euch jetzt bereits für die Unterstützung! Dafür, dass ihr für mich durch diese Flashhölle gegangen seid, dafür dass ihr euch registriert habt, für den erlittenen Frust bei einigen von Euch, dass trotz der Registrierung der nötige Bestätigungslink vom ZDF nicht verschickt wurde. Und dafür, dass trotz erfolgreicher Registrierung bei einigen der Rechner abgraucht ist. Für die aufmunternden DMs, die RTs, die Replys und überhaupt das Vertrauen in mich, einen Film machen zu können, über diese neue Form der Sozialbeziehungen im Internet.

Mein Dank gilt (in alphabetischer Folge)

@_allerleirauh,
@_coolcat,
@_helloroot,
@_jrg,
@_peekaboo,
@343max,
@5Kaffeespaeter,
@antischokke,
@aversis,
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@berlinermax,
@bosch,
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@clio_berlin,
@DasKurzeGlueck,
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@davidaguirre,
@diskursformung,
@dragon2000x,
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@fabeblau
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@GaySiegessaeule,
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@mathiasrichel,
@matthiasr,
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@mitch000001,
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@Moehn,
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@monodrom,
@mspro,
@muserine,
@nuomo,
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@percanta,
@Philipp,
@PHPNutte,
@PickiHH,
@pixelsebi,
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@presseschauer,
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@Shrip,
@siepert77,
@sren_hlm,
@stijlroyal
@stoltenberg,
@stricktier,
@textundblog,
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@Ti_Leo,
@TilmanHaerdle,
@tobetop,
@twitkid,
@Ugugu,
@waxmuth,
@Wondergirl,
@xbg,
@zoernert,
@Zufall

Und vielen, vielen anderen, die stillschweigend gevotet haben, die über Retweets anderer, über Facebook oder über meinen E-Mail Verteiler auf die Sache aufmerksam wurden.
 




Ich bräuchte bitte einmal Deine Hilfe bei so einem Online-Voting. Das ZDF hat in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt eine Onlineausschreibung für Filmideen zum Thema Bodybits - Analoge Körper in digitalen Zeiten gemacht.

Und ich hab da eine Projektidee eingereicht:

Beziehungskiste Web 2.0 - Projektvorschlag ZDF Bodybits from tristessedeluxe on Vimeo.

Gut, das Video ist jetzt noch nicht so richtig geil. Hab ich schnell an einem halben Tag gemacht, weil ich die Ausschreibung erst so spät gesehen hatte. Aber das soll jetzt nicht das Problem sein. In Form eines essayistischen Videotagebuchs möchte ich mich mit den sozialen Beziehungen beschäftigen, die wir im Digitalen führen. Ihr kennt das Phänomen: Wir alle kommunizieren mehr und mehr Privates im Internet und pflegen Freundschaften öffentlich im Internet. Dabei verwischen die Grenzen von analogen und digitalen Freundschaften zusehends. Es ist zur Normalität geworden, dass jeder sich bewusst oder unbewusst im Internet zur medialen Figur stilisiert und gleichzeitig wir unseren Bekanntenkreis als medial vermittelte Figuren wahrnehmen. Doch obwohl wir spielerisch mit dieser neuen Medienrealität umgehen, es bleibt ein gewisser Beigeschmack. Wie werden wir in Zukunft unser Liebesleben regeln, wenn etwa das MySpace-Profil einer verflossenen Liebe weiterhin online ist? Wie verändert sich die Arbeitsatmosphäre, wenn der Chef ein leidenschaftlicher Twitterer ist? Wie verändert unser Tun im Internet unsere sozialen Beziehungen?

Damit ich es mit meinem Projektvorschlag in die nächste Runde schaffe, brauche ich gute Bewertungen. Abgestimmt werden kann bis zum 15. Oktober.

Und so kannst du für mein Projekt stimmen, es ist nicht ganz leicht, aber zusammen schaffen wir das:

1. diesen Link klicken und etwas warten. Dahinter verbirgt sich die Flash-Seite zum Bodybits-Projekt in der ZDF-Mediathek, die etwas mächtig ist und Zeit zum Laden braucht.

2. Auf den blauen Balken "Projekte" klicken:




3. in der Suchbox (rechts) nach meinem Nachnamen "Allmer" suchen :




4. Auf das Video klicken und mit 5 Sternen bewerten:



Zum Abstimmen muss man sich mit E-Mail und Name registrieren. Man erhält umgehend eine Bestätigungs-E-Mail mit einem Link (bitte klicken). Erneut einloggen mit E-Mail und Passwort und nun das Video mit fünf Sternen bewerten.

Tipp: Für die ZDF-Registrierung alle Popup- und Flash-Block-Plugins ausschalten.

UPDATE (12.10.2009) Aus aktuellem Anlass eine kleine Ergänzung:
Da es seit einigen Tagen Probleme beim Registrierungsvorgang gibt (E-Mails vom ZDF mit dem versprochenen Bestätigungslink kommen bei einigen Abstimmungswilligen nie oder erst nach einigen Minuten Wartezeit an), hier die E-Mail und Telefonnummer der Bodybits-Redaktion und ein vorformulierter Text:
An: bodybits@zdf.de
Betreff: Registrierung Bodybits-Abstimmung

Sehr geehrte Bodybits-Redaktion,
ich begrüße es sehr, dass das ZDF mit Online-Projekten wie den Bodybits Möglichkeiten und Chancen des Internets auslotet. Gerne würde ich auch an der Online-Abstimmung teilnehmen, jedoch: der Registrierungsvorgang scheint zu haken. Selbst nach mehrmaligen Versuchen bekomme ich keinen Bestätigungslink auf die von mir angegebene E-Mail-Adresse gesendet. Selbstverständlich habe ich auch den Spamordner überprüft. Wenn ich trotzdem einen Login versuche, sagt mir eine Fehlermeldung, ich müsse erst auf den Bestätigungslink klicken. Da ich diesen technischen Fehler nicht ändern kann, möchte ich hiermit per E-Mail mein Voting abgeben:

Projekt: "Beziehungskiste Web2.0" - fünf Sterne

Ich hoffe sehr, dass Sie mein Voting mit in die Abstimmung einbeziehen können und verbleibe mit freundlichen Grüßen ...


Oder halt mal anrufen - Telefon: +49(0)6131-70-2482

Vielen Dank für die Unterstützung!

(Und wenn Du willst, sag es Deinen Freunden und Followern.)
 




..., denn ich bin nicht recht in Stimmung, schiebe aber seit Wochen zwei Punkte auf meiner Todo-Liste vor mir her, die ich schnell noch vorm TV-Duell (was ich nicht gerade mit Spannung erwarte) wegerledigen kann: "Bloggen zu ELI STONE" und "Bloggen zu THE READER" (man sollte nie auf eine Todo-Liste schreiben, dass man noch zu Demunddas was bloggen möchte. Denn dadurch bekommt das gleich so eine gewaltige Bedeutung, dass man mit ganz anderen Erwartungen ans Schreiben drangeht, die Leichtigkeit und überhaupt die ganze schöne Mitteilsamkeit flöten geht).

Also, "The Reader" gesehen, okay gefunden, zur Hälfte irgendwann eingedöst.

Und: Die amerikanische TV-Serie "Eli Stone" (1. Staffel) um einen Rechtsanwalt der seherische Fähigkeiten entdeckt und fortan als Gutestuer in einer Kanzlei seine Fälle anhand seiner Visionen vertritt, möchte ich gern empfehlen. Eine Mischung aus "Ally McBeal", "Ein Engel auf Erden" und noch irgendwas, was ich aber inzwischen vergessen habe. Ist ja auch egal.

Das war's auch schon. Danke für die Aufmerksamkeit.
 




Die Begeisterung, mit der sich Cinephile mit Film und Kino beschäftigen und darüber schreiben, lässt mich immer wieder erblassen. Und im selben Atemzug merke ich, wie zurückhaltend meine Begeisterung nicht nur gegenüber Filmen, sondern vielen Dingen im Leben überhaupt gestaltet ist. Eines der Weblogs, das mich 2003 überhaupt zum Bloggen gebracht hat war das Filmtagebuch von thgroh, damals noch auf blogspot.com. Ich hatte gerade das Studium der Filmwissenschaft erfolgreich abgeschlossen, er fing das selbe Studium gerade erst an und mit eine Mischung aus Neid und Respekt zog ich den Hut vor seinen Filmbesprechungen. So stark war bei mir der Filmfreak zu keinem Moment meines Studiums durchgebrochen.

Ich komme darauf zu sprechen, weil ich gerade etwas Zeit hatte, mich durch das Online Dossier
Internet (1): Weblogs, YouTube und Cinephilie
aus dem April 2009 des filmwissenschaftlichen Projektes Kunst der Vermittlung: Aus den Archiven des Filmvermittelnden Films zu lesen. Darin geht es um die Gattung des filmvermittelnden Films und in welchen Formen diese Gattung im Internet auftaucht. Vor allem wird darin auf Kevin B. Lee zurückgegriffen, der mit seinem Filmblog und auf seinem YouTube Account mit neuen Formen und Möglichkeiten der Online-Filmkritik experimentiert. Als Gastautor von Kunst der Vermittlung, schreibt er über seine Erfahrung mit seinem Blog und dem Web2.0-Phänomen, dass der Zuschauer zum Produzenten wird:
On the topic of public vs. private, I should comment on the controversy over my videos that occurred at the start of 2009 when YouTube temporarily suspended my account after receiving complaints of copyright violation by a few corporations whose films I had showcased in my videos. Thanks to an outcry among my peers and the digital rights community over my right to distribute the videos under the provisions of fair use law, I was able to successfully counter the complaints and regain my account. I want to make clear that I support the right of artists to maintain their copyright and be rewarded for their work; if anything, my videos are produced with the intent of celebrating and promoting the work of these artists. It is clear from visiting the the many user-created videos on YouTube or other video sites that we have quickly entered a new era of cultural production where the audience has as much means to create as the artists, leading to a more open and perhaps even more democratic means of creative exchange. Parties who wish to profit in today's world, whether they be individual artists or corporations, have to acknowledge this new reality, and learn that they probably have more to gain from learning how to embrace and harness its energy rather than resisting or surpressing it. (Kevin B Lee: The Viewer as Creator) Dass es selbst bei diesen eher filmdiskursiven, filmkritischen Videoformaten Anfang 2009 zu Urheberrechtsklagen kam, finde ich ziemlich bezeichnend für unsere Zeit des kulturellen Wandels, in der selbst alt hergebrachte Fair-Use-Regelungen für Bildung, Lehre und Wissenschaft von kommerziellen Interessen aufgebohrt werden. Wenn es jene Menschen nicht gäbe, die sich ausführlich mit einem künstlerischen Inhalt beschäftigen, ihn Kontextualisieren und in Diskurse verpacken, gäbe es keine Kulturgeschichte. Und gäbe es keine Filmfreaks, die mit allen ihren Mitteln versuchen über und mit Filmen zu kommunizieren, gäbe es keine Filmgeschichte (und somit kein Interesse an den Backlisten der Filmdistributionen).

Mit ähnlicher Begeisterung für Filmgeschichte scheinen mir die Betreiber der Webseite They Shoot Pictures, Don't They? ausgestattet, die ein Ausgangspunkt für Filminteressierte ist, welche sich tiefergehend mit weiteren Filmen eines Regisseurs oder eines Genres und relevanter Literatur darüber informieren wollen. Eines der Projekt von They Shoot Pictures, Don't They? ist die web-zwei-nullige Filmempfehlungsseite iCheckMovies. Dort wird mit einem Kanon der 1.000 besten Filme aufgeboten aus den Empfehlungen von Filmkritikern, Filmwissenschaftlern, Filmemachern und ähnlich gearteter Personen. Vom Nutzen ein wenig vergleichbar mit der deutschen Seite moviepilot.de. Und in der Kanonisierung von Filmgeschichte wohl ähnlich wie die New York Times mit ihrer langen Liste mit Links zu den in der New York Times erschienen Filmkritiken: The 1,000 Best Movies Ever Made.

Vielleicht finde ich sie ja wieder, diese leise Begeisterung für Filme, die ich einmal hatte und die irgendwann auf dem Weg vom Hobby zum Beruf sich angewöhnt hat, sich wie ein scheues Reh zu verhalten.
 






TRISTESSE DELUXE

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Film: Razzia sur la chnouf
:::: gesehen am 17.1.2010 auf arte(Razzia in Paris)...
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Neues Open Source Road...
BMW K100 in Zentralrussland, originally uploaded...
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