mspro sagt, ich soll Web2.0-Consulting im Kulturbereich machen. Bin mir nicht sicher, ob die da in der Kultur dafür vernünftige Tagessätze bezahlen mögen. R. sagt, ich soll die Kulturkritik ins Netz bringen. Ich finde, dafür sind die Blogger zuständig. Und F. schreibt, bei der ich mich gar nicht für die Herberge im nächtlichen Sturm bedankt habe, James Kochalka hat das Archiv seines Web-Comic-Diary veröffentlicht. Gemeint ist, dass das Archiv jetzt kostenlos einzusehen ist. Kann man ruhig mal machen, James gehört - wie mspro, R. und F. - zu den Guten.
 




:::: gesehen am 3.12.2007 im Odeon

USA 2007 - Regie: Ben Affleck; mit Casey Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Ed Harris, Robert Wahlberg, u.a.



Bin fremdgegangen. Mit der Liebsten. Um mal zu sehen, wie die Konkurrenz Filme vorführt: Werbung wird da im Odeon auf 1:1,66 statt 1:1,85 gezeigt und der Ton leiert auf dem Werbeprojektor. Der Film war medium ok. Je mehr ich drüber nachdenke, umso schlechter finde ich ihn. Daher bloß nicht länger drüber nachdenken. Krimis mag ich eigentlich nur dann, wenn der Herr Kommissar einen splienigen Touch, eine mehrschichtige Charakterzeichung hat. Hatte hier der Detektiv leider nicht. Und auch sonst alles so stereotyp am Rande des Sozialkritik-Kitsches. Und so didaktisch-moralisierend am Ende, weia! War halt medium ok, ich mag einfach diese kleinen amerikanischen Krimis nicht so. Hab ja auch meine Probleme mit dem Format „Tatort“.

Hier zum Erinnern noch der Inhalt irgendwo her wegkopiert, wahrscheinlich Presseheft…:
Boston, die Stadt der US-Pilgerväter und der Kennedys, tougher Cops und knallharter Gangster. Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angela Gennaro (Michelle Monaghan), privat wie beruflich ein Paar, verdienen ihren Lebensunterhalt als Privatdetektive. Da verschwindet die vierjährige Amanda aus ihrer Wohnung im Arbeiterviertel Dorchester. Spurlos und ohne Lösegeldforderung. Kenzie und Gennaro übernehmen auf Drängen von Amandas Tante Beatrice McCready (Amy Madigan) den Fall. Gemeinsam mit den Detectives Broussard (Ed Harris) und Poole (John Ashton) sucht das Duo nach dem Mädchen. Zum Ärger von Police Chief Jack Doyle (Morgan Freeman), der von Amateurermittlern nichts hält. Doch er muss bald seine Meinung ändern, denn Kenzie kennt sich aus in Dorchesters Unterwelt, er weiß sich zu bewegen und besitzt beste Kontakte. Bald stößt er auf erste Spuren. Die führen zum lokalen Drogenbaron Cheese (Edi Gathegi), für den Amandas süchtige Mutter Helene (Amy Ryan) immer wieder als Kurier arbeitete und die viel mehr weiß als sie zugeben will. Doch dies ist erst der Anfang einer erschreckenden Wahrheit, die niemand erahnen konnte...

Danach regnete es und wir waren essen. Auf der Akazienstraße Gesprächsschnipsel aufgefangen - ein Homeboy zum anderen: „Ey Alder, was glaubst du denn? Ich bin doch nicht einfach so aus Spaß pleite…“ - ja, auch Schöneberg ein Ghetto.


 





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Nicht angekündigter Saaltausch (inkl. Filmunterbrechung nach 30min., Saalwechsel mit Film und Publikum), falsche Filmtitel auf der Programmdispo, Start und Endzeiten von Filmen überlagern sich, Regisseure, die ihre Vorführkopien nicht beschriften können. Dann habe ich ein Bier, einen Kubalibre und noch ein Fahrradbier getrunken und alles war vergessen. Vielleicht sollte ich dem Kinochef aber doch noch eine Mail schreiben? Bessern wird sich dadurch aber wohl nichts, aber vielleicht lässt es etwas Luft aus der Blase.
 




Spät von Kinoarbeit nach Hause gekommen. Eben festgechattet mit Amerika. Müssen Steuer und Filmtagebuch und die ganzen Kurzfilme hier auf dem Tisch dann doch mal wieder warten.

Sturmfreie Bude. Die Liebste ist vom Nikolaus entführt worden. Muss man sich erstmal dran gewöhnen. Was hätte ich alles machen wollen, jetzt wo man endlich alleine ist. Den Fernseher ins Schlafzimmer rollen und die ganze Nacht MTV laufen lassen, wie früher und lange nicht mehr. In der Mitte des Betts liegen und grunzen. Meinen versifften Lieblingssessel aus dem Keller holen und die ganze Nacht zu den Sex Pistols tanzen. Bier holen und austrinken. Eine Fritteuse mieten und Pommes machen. Nakt auf dem Sofa rumhüpfen. Den Kater am Schwanz ziehen. Ach, wie schön könnte es sein das Alleinesein. Stattdessen nur Müdigkeit und nicht mal mehr Lust auf eine 2. Flasche Feierabendbier. Blöder Kinojob, blöde Knochen. Heute schon wieder dicke Beule am Projektor gestoßen.

PS: Woher kommt eigentlich dieser Begriff von der "sturmfreien Bude"? Sowas blödes, is doch eh immer alles wie immer. Ich wär gern Mitbewohner von Sponge Bob.
 




Dieses Blog sendet ab heute testweise volle RSS-Feeds. Wie man das bei Antville einstellt, kann man hier nachlesen. Es heisst, wenn man das macht, bekommt man ganz schnell doppelt so viele Abonnenten wie vorher. Jedenfalls ist das Herrn M. aus H. von gestern auf heute so ergangen. Ob das wohl Bots oder echte Menschen sind?
 




Der Kinochef wünscht sich Tests für die Filmvorführer. Als Termin angesetzt wurden vor ein paar Wochen morgen und übermorgen. Bis jetzt haben wir keine Uhrzeit und keine Regelungen für den Test bekommen. Wir Vorführer sind uns einig: Das ist Quark.
 




Die mitlesenden Freunde der großen Städte kennen natürlich Holy Shit Shopping, den verkrampft anderen Weihnachtsmarkt, in irgendeiner hippen Location, statt Glühwein gibt's Beck's und einen repräsentativen, den üblichen Designer-Handgemacht-Kram umfassenden Überblick der Jahresproduktion jungstudierter Kunsthandwerker. Ick war da letztes und vorletzes Jahr und geh da dieses Jahr nicht mehr hin.

Aus vielen Gründen: Erstens kann ich jeglichen Weihnachtsmarkt eigentlich erst stressfrei genießen, wenn ich schon alle Geschenke habe. Zweitens hab ich da nichts gekauft, weil man immer die Angst verspürt, dass der arme Kunsthandwerks-Designer da hinter seinem teuer angemieteten Standplatz, Luftsprünge bis über den 12. Januar hinaus machen müsste, wenn mal wirklich jemand was von den teureren Segmenten seines Portfolios kaufen würde. Drittens scheint das deutsche Design-Grundstudium nicht viel mehr her zu geben als Buttons, Taschen, bedruckte T-Shirts und eventuell mal eine nette kleine Einrichtungs-Tünneff-Idee. Ach ja, und Lampen. Und Viertens kann man das jetzt auch alles online aus den USA bestellen - nur viel kreativer zwei-nuller! Auf etsy.com :: is your place to buy and sell all things handmade. Und bei dem derzeitgen Dollarkurs hat man auch noch das Gefühl, Schnäpppchen zu machen. Vielleicht nicht so gut auf den letzten Drücker am 18.12. zu handhaben wie amazon, aber für die erste Shoppingtour jetzt am Wochenende reicht's sicher.

Nun. Und jetzt schau ich mir hier bei der Kollegin nebenan noch ein paar Musikvideos an.
 




:::: gesehen am Montag im ICE auf der Rückfahrt von Wiesbaden

Großbritannien/USA 2007 - Regie: Juan Carlos Fresnadillo



In einem Monat ist Weihnachten auch schon wieder vorbei! Auf der Rückfahrt von Wiesbaden war mir etwas krank und langweilig und dieser Film war noch auf der Festplatte. Das Original zu diesem Turbo-Zombie-Sequal - 28 Days Later - kenn ich nicht. Ich vermute aber, das konnte man auch alles ohne den ersten Film verstehen.

Keine Ahnung. Inhalt? Gut, kurz: Sechs Monate nach Ausbruch des verheerenden Rage-Virus in England hat die Armee die Infizierten Zombies ausgerottet und in London anfängliche Ordnung wiederhergestellt. Einer der ersten bei der Rückbesiedelung ist Don Harris (Robert Carlyle), der seine Frau Alice (Catherine McCormack) im Stich ließ, um sich vor den Zombiehorden zu retten. Als er mit seinen beiden Kindern, der Teenagerin Tammy (Imogen Poots) und dem 12-jährigen Andy (Mackintosh Muggleton) in die Sicherheitszone zieht, bricht das nun mutierte Virus erneut aus, denn die neue Trägerin der Seuche ist Alice. Ein Kuss wird zum Verhängnis.

Das ist eigentlich alles. Viel krasses Blutgerinsel, viel Militärmacht, viel Rumgerenne durch London. Mir war das fast schon alles zu hektisch da der Horror und irgendwie fehlte mir so ein wenig der Subtext. Vielleicht war ich auch nur zu müde. Diederichsen hat da mal neulich was in der ZEIT drüber geschrieben - das klang schlau – über den Alien im Inneren, der Außerirdische Feind wird zum inneren Virus, und so. Ach, ich bin mir aber auch nicht sicher, ob das bei Diedrichsen auch alles immer so richtig durchdacht ist. Egal. Die eine Szene von der er schreibt, wo das Bürgerkriegs-Szenario überhand gewinnt und in mehreren Stadien von „kill the infected“ bis „kill everyone“ Zivilisten von Scharfschützen abgeknallt werden, das ist irritierend und kann in Richtung Ohmacht gegenüber dem neuen Terror gedeutet werden. Aber irgendswie ist das auch zu leicht so. War das mit den Zombies früher nicht auch alles immer psychoanalytisch und sexuell konotiert?

Da hab ich mal irgendwo den Trailer (youtube) vor Monaten gesehen, fand den wohl ganz gut und jetzt sitz ich da mit so einem Film, wo ich vielleicht nun doch noch den 1. Teil sehen muss? Kommen da auch so tolle Verfolgungsjagden vor - Familienvolvo gegen Militärhubschrauber? Darum ging es nämlich viel eher: Patchworkfamilien im Spannungsfeld zwischen Biologie und Beruf! Die biologischen Eltern sind dem Virus einheim gefallen, die Kinder werden von Berufsoldaten (einer Biologin und einem Scharfschützen) vor der staatlichen Inneren Sicherheit geschützt. Oder so.

Das Filmbild da oben habe ich von Peter Noster sein Blog geklaut, weil die Promo-Bilder von 20 Century Fox viel zu weichspühlerisch sind. Das ältere Ehepaar aus Dresden im ICE den Sitzplatz hinter mir, fand den Film auch ungewohnt blutig.


 




:::: gesehen am 23.11.2007 auf Exground Filmfest

Kanada, 2007, 80 min, Regie: Bruce McDonald, Darsteller: Ellen Page, Max McCabe-Lokos, Ari Cohen, Slim Twig, Julian Richings



Es soll sich im Frühjahr zur Berlinale 2007 ertragen haben, dass eine gewisse Unruhe in diesem Film geherrscht hat und Leute scharenweise aus dem Kino gelaufen sind. Nicht wirklich nachvollziehbar, denn "The Tracey Fragments" nutzt die große Leinwand um im Multiscreen-Verfahren eine Filmhandlung zu fragmentieren, Perspektiven zu verschieben, Blickrichtungen des Zuschauers zu verwässern aber dadurch gleichzeitig diese zu öffnen für das wesentliche: Blicke, Innenwelten, Gefühle. Beim allgemeinen, gestressten Switching-Verhalten des Branchenpublikums auf der Berlinale kann man verstehen, dass dem überreizten Freunde der Filmkunst das zu viel werden kann. In Wiesbaden war man am Freitag dankbarer dem Film gegenüber, denn auf dem Exground Filmfest ist kaum einer raus gegangen.

Zu Beginn sitzt die 15-jährige Tracey (fantastisch gespielt von Ellen Page) nur mit einem Duschvorhang bekleidet auf der Rückbank eines Busses und ist auf der Suche nach ihrem kleinen Bruder Sonny, der sich für einen Hund hält. Danach beginnt eine mitreißende Achterbahnfahrt durch die Fragmente der Geschichte dieser jugendlichen Heldin: Stress mit den Eltern, Erniedrigungen von Mitschülern, sinnlose Psychiaterbesuche, unerwiderte Verliebtheit und Flucht in eine Traumwelt. Traceys Versuch, ihren Bruder zu finden, wird jedoch zum realen Alptraum. Mit Splitscreen-Technik und einer nicht chronologischen Erzählstruktur gelingt es McDonald in seinem hervorragenden und mutigen Film, die Gefühlswelt des Mädchens zu spiegeln. (aus dem Exground Festivalkatalog)

Es hat wahrscheinlich etwas mit Filmwahrnehmungs-Erfahrungen zu tun. Für mich stimmt das Timing, die Fragmente fügen sich zu einem herrlichen Bildteppich zusammen. Dann wenn eine Szene fokussiert wird, verschwinden die Einzelframes und auf der gesamten Leinwand ist – klassisch wie gewohnt – ein Bildausschnitt zu sehen. Die Hauptszene, auf die sich dann konzentriert wird. Spannend sind aber eben die beiläufigen Randmomente. Etwa die normalerweise in Schuss-Gegenschuss montierten Blicke zweier Personen finden sich gleichberechtigt nebeneinander und drüber und drunter findet auch noch jeweils ein Frame Platz, der die jeweilige Subjektive der Blicke zeigt. Manchmal – in den schönsten Momenten - fragmentiert sich so eine Filmszene ins Kubistische.

Ansonsten, der Inhalt auch nicht von schlechten Eltern. Der 15-Jährigen da im Film wird ein bisschen viel zugemutet. Erstaunlich, dass sie sich nicht umbringt am Ende. Aber man darf den Film selber neu zusammen schneiden. Das gesamte Video-Footage steht unter Creative Commons und darf für Re-Fragmentierungen verwendet werden. Ich glaub, es steht da gerade sogar ein Wettbewerb aus. Mehr unter www.thetraceyfragments.com oder gleich direkt bei bittorrent.com wo die freundlichen Dateien zur Verfügung stehen.

Hier noch Hintergrundinfos zum Re-Edit Projekt der Tracey Fragmente. Ich bin gespannt, was dabei rauskommen mag:

The Tracey Fragments wurde im September 2007 auf Basis der Creative Commons Attribution im Internet zum Download freigegeben. Insgesamt stehen rund 16 Gigabyte an Filmmaterial zur Verfügung, welches Interessierte und kreative Köpfe über das BitTorrent Netzwerk herunterladen können. Es gibt insgesamt 4 ZIP Archive - eines für jede Drehwoche - welche Hunderte von Quicktime Clips (.mov) beinhalten, die wiederum später größtenteils in Form von einzelnen Fragmenten im finalen Schnitt verwendet worden sind.

Anhand vom Rohmaterial kann man den Film von einer ganz anderen Seite und Perspektive kennen lernen und erlebt die Darsteller gleichzeitig hautnah bei den Dreharbeiten. Auch wenn die Datenmenge riesig ist, ist sie einen Blick wert. Bemerkenswert ist außerdem, dass das Team Tracey diesen Schritt getan hat, bevor der Film im Oktober beziehungsweise November 2007 überhaupt in Kanada und in den USA im Kino angelaufen ist. Dies ist wirklich einzigartig und Fans von Ellen und dem Film sollten diese Chance nutzen, wer weiß wann es wieder ein solches Projekt in der Independent Szene gibt.
(Quelle: Ellen Page Fanseite)


 





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... viel zu spät, um über all die Filme der letzten Tage zu schreiben. Daher nur kurz:

Still Life (von DVD gesehen neulich zum Einschlafen)
Sehr gut gefallen hat mir das. Ruhige Einstellungen, langsame Schwenks. Raubbau an Natur und Heimat und Vergangenheit verknüpft zu einer traurigen Liebesgeschichte mit ungewisser Zukunft. Der Widerspruch im Begriff der "Einstürzenden Neubauten" auf chinesisch als Metapher für die Liebe der Beiden, sehr schön traurig.

Seitenstraßen der Prostitution (auf Kinoarbeit)
War ich wieder dran, schräge Filme vorzuführen. Schwarzweiss-Exploitation. Als Aufklärungsfilm gegen Geschlechstkrankheiten getarnter Softcore-Episoden-Film. Schön die 16mm-Handkamera, grausam die Selbstgefälligkeit der Narration.

Hussle and Flow (heute im ICE nach Wiesbaden gesehen)
Nachdem ich die Pflichtlektüre durch hatte - 2 deutsche Langkurzfilme, einer schrecklicher als der andere - dann im Zug noch das Debüt von Craig Brewer angesehen, dessen "Black Snake Moan" ich ja irgendwie ganz gut fand, auch wenn ich da nichts drüber mehr sagen kann. Hier nun "Hussle & Flow" ist dagegen sehr viel konventioneller inszeniert. Die Geschichte eines schwarzen Zuhälters, der seinen Traum von einer Hiphop-Karriere verfolgt einer bideren "Verwirkliche-deinen-Traum"-Dramaturgie. Schnittig gemacht, auch schicke Musik, aber für meinen Geschmack viel zu straight MTV-Film.

Baskische Kurzfilme von KIMUAK (1. Block auf Exground)
Kimuak ist eine staatlich finanzierte Filmorganisation, die sich die Förderung des Kurzfilms im Baskenland auf die Fahnen geschrieben hat. Ein paar der Filme kannte ich schon, andere nicht. Zusammenfassend alle Filme schön wegen stringender Knappheit trotz fülliger Narration. Das kann man von deutschen Kurzfilmen oft nicht behaupten, aber egal.

Totally Uncensored: How Danish Sex Cinema Conquered the World (gesehen hier auf Exground Filmfest)
Der Filmpublizist und Cineast Jack Stevenson hat einen Vortrag gehalten über den dänischen und schwedischen Sexfilm der 1960/70. Das war interessant und hat meine diffusen Gedanken zu den "schrägen Filmen" die ich da auf Kinoarbeit immer mal vorführe etwas geglättet. Nein, eher die Wogen höher Schlagen lassen. Mit in dem Programm war eine Doku über Sexclubs in Kopenhagen. Ging ganz hoch her. Tanz, lesbischer und hetero Sex, dann wurden auch noch 2 Männer aus dem Publikum... Viel interessanter aber die Zuschauer dieser Sexshows: Man ist sich selbst in Dänemark noch nicht sicher über diese Episode der sexuellen Revolution des Landes. Aber scheinbar war es in Dänemark mal okay, seine Gattin samt Stiefeltern zu sowas mitzunehmen. Nun gut.

Death of a President (von Gabriel Range)
Britische Fake-Doku über das Attentat von US-Präsident George W. Bush am 19.10.2007. Der Film hat neulich einen Emmy gewonnen und zeichnet sich durch die geschickte Montage von Originalbildmaterial und fiktiven Interviews aus. Leider vollkommen glatt und ironielos. Sentiment und Crime. Als TV-Film mag das noch passen. Ich schau mir ja auch gern mal diese "Was wäre wenn jetzt heute die Vogelgrippe in Deutschland ausbrechen würde" Fakedokus auf Pro7 an. So in der Art - nur mit dieser sehr amerikanischen Korrekness.


So nun aber gut. Muss morgen um 10:00 wieder Filme sehen. Bin hier auf dem Exground Filmfest in Wiesbaden (Bild da oben aus deren Trailer). Das Hotel ist sehr gut. Hat kostenloeses DSL (kein WLAN, dafür wird einem am Empfang aber von einer freundlichen Dame mit dänischem Akzent ein Kabel überreicht). Ich habe auch einen kostenlosen Wasserkocher im Bad gefunden und konnte mir gerade noch einen Erkältungstee aufgießen, nachdem ich eben in Wiesbaden zu später Stunde weder Pommesbude noch (gteöffneten) Geldautomat gefunden habe. Ich habe das Überleben in fremden Kleinstädten aber noch nicht verlernt.


 




:::: gesehen neulich auf DVD

Deutschland 2006 - Regie: Markus Herling



Vorhin auf dem Rad sind einem ja schon wieder die kräftigen Vorböen des rauen, kalten Berliner Winters ins Gesicht geschlagen. Da möchte ich mich noch mal kurz erinnern, an den Film, bei dem ich neulich Nacht beinahe eingeschlafen bin. Ist gerade letzte Woche erst im Kino gestartet, den Trailer fand ich viel versprechend und so hat sich aus verschlungenen Kanälen eine DVD des Films in meine Tasche geschlichen.

Netter, kleiner Berliner Episodenfilm über Heiligabend in Berlin. Zufällig kreuzen sich die Wege ganz unterschiedlicher Protagonisten. Alle sind sie nicht ganz glücklich, alle eher auf der trostlosen Seite des Lebens. Eine allein erziehende Mutter, die nicht genug Geld hat, um ihren Kindern Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Ein Vater aus Westdeutschland kämpft mit seinem Schamgefühl. Ein einsamer U-Bahnfahrer lernt eine Frau kennen (von allen Episoden ist diese Dank der Schauspieler die gelungenste!). Ein Schauspieler nach einem enttäuschenden Casting. Ein Paar in Trennung und ein Drogerien ausraubender Weihnachtsmann.

So weit, so Hartz IV wie möglich. Die Reichen und Schönen scheinen zu Heiligabend Berlin verlassen zu haben und übrig bleibt der prekäre Bodenstand. In gefälligen Plattitüden stolpern die Episoden umeinander, Bindeglied sind zwei 50,- Euro-Scheine, die da immer mal wieder den Besitzer wechseln, bis am Ende des Films alle auf ihre Art doch noch ein Stückchen Weihnachtsglück gefunden haben.

Das kommt einem alles seit "Das Leben ist eine Baustelle" und "Nachtgestalten" sehr bekannt vor. Berliner Episoden sind auch oft genug erzählt und erreichen doch nie die Güte eines Robert Altmans. Und auch der filmische Taschenspielertrick, einem Geldschein auf Reisen zu folgen als formale Bindung zwischen den Figuren hab ich vor Jahren schon mal in einem Berlin-Episoden-Film gesehen. Alles also nur geklaut? Vielleicht nicht geklaut, aber eben auch nicht sonderlich originell.

Irgendwer muss Berliner Filmemachern erzählt haben, "Sozialdrama bringt's immer und finde trostlose Figuren. Wenn deine Story nicht über 90 Minuten trägt, dann mach einen Episodenfilm und am Besten in Berlin, das schauen sich die Leute gern an und die Drehgenehmigungen sind billiger!". Schicksale in einer nasskalten Großstatdt machen aber noch keinen guten Film. Das Spielfilmdebüt des Regisseur Markus Herling, der auch das Buch geschrieben hat, greift hier zum plakativsten Gegensatz, der einem so einfallen kann. Das Fest der Liebe und des Glücks gegen den Überlebenskampf seiner Figuren und ihrer Gefühlskälte.

Aus dem Presseheft kann man ersehen, dass Herling 30 Folgen "Gute Zeiten – Schlechte Zeiten" zu seinem filmischen Schaffen zählt. Da ist der Gedanke nicht weit, "Schöner Leben" als filmischen Gegenentwurf der TV-Soap-Lebenswelten zu verstehen. Verglichen mit der TV-Pappwelt ist "Schöner Leben" ein ambitionierter Film mit emotionaler Tiefe. Verglichen mit Kinofilmen mit emotionaler Tiefe ist "Schöner Leben" ein TV-Film für's Nachtprogramm. Obwohl, gestern Abend kam da was ganz Schlimmes im Programm von 3sat. Konnte man gar nicht mit ansehen. Aber wer will schon Äpfel und Birnen vergleichen.


 




:::: gesehen am 14.11.07 auf Kinoarbeit

Schweiz 1975 - P: ECD, R/B/K: Jess Franco, Mu: Walter Baumgartner, D: Lina Romay, Monica Swinn, Paul Müller, Jess Franco, 78 Min.



Durfte ich gestern im Überblendbetrieb vorführen, etwas flatterige Filmkopie, aber bis auf einen Filmriss kurz vorm Aktwechsel zu Akt 2 keine größere Panne. Meine Filmvorführ-Praktikantin aus Marzahn war zunächst auch dabei, sie fand den Film aber nicht so super und hat sich dann später um das Ende der Vorführung von "Spur der Steine" gekümmert.

Auf der Flucht vor italienischen Gläubigern strandet der damals bereits legendäre Regisseur Jess Franco 1975 in Zürich und heuert bei Erwin C. Dietrich an. „Frauengefängnis“ wird sein erster Film für Dietrich und gleich ein weltweiter Erfolg. Irgendwo in Mittelamerika quält und vergewaltigt die grausame Direktorin eines Frauengefängnisses die ihr hilflos ausgelieferten Insassen solange, bis diese schließlich einen Ausbruchsversuch unternehmen. Bei der Inszenierung der dürren Handlung läßt Franco seiner Phantasie freien Lauf und malt Folter und Schrecken breit aus. Er liefert eine nihilistische, raue Variante des amerikanischen Women-in-Prison-Genres, das danach auch in Europa viele Anhänger findet. Dazu Erwin C. Dietrich: „Jess Franco war das Beste, was mir als Produzent damals passieren konnte.“ (Programmtext des Veranstalters)

Was mir bei diesen leicht ins softpornographisch-gehenden Exploitation Filmen dann doch immer wieder in den Sinn kommt, ist die Frage nach den Originalspielstätten solcher Filme. Also nicht Drehorte, sonder Kinotheater. Ich stelle mir da so alte Bahnhofskinos vor. Am Münchener Hauptbahnhof gabs das noch, als ich vor 14 Jahren das letzte mal in München war. Oder das Kino in der Altstadt gleich in der Straße meines "Geburtshauses", wo, als ich Laufen lernte, geschlossen war und immer der kalte Modergeruch rausströmte aber immer noch merkwürdigste Filmplakate im Schaufenster hingen. Da war dann im Zuge der Altstadtsanierung lange ein Trödelladen drin. Ich glaube, jetzt haben sie da den Luxus einkehren lassen. Ballsaal, Tango und so. J. hatte mir in Karlsruhe ja auch die Überbleibsel der Karlsruher Independentfilm-Szene gezeigt. Wahrscheinlich braucht's da auch einen bestimmten Männer-Typ für, um solcherart Kinos noch zu betreiben. Und ziemlich verklemmte Sexualphantsamen innerhalb der Gesellschaft, um überhaupt solche Bilder zu bauen, mannmann. Ich will mir die damalige Zielgruppe gar nicht vorstellen. Trotzdem, wenn man es tut, kann man eventuell mit gewisser Transferleistung auch ein weiteres mal einen Baustein dessen finden, wogegen sich unsere Elterngeneration versucht hat aufzulehnen.

Egal. Eben bei Bildersuche auf der Seite bmovies.de gewesen. Ist nett da. Gibt viel Sammlung an anderen schundigen Schrägfilmen da. Auch Science Fiction!


 




Wenn Kurzfilm, dann Flimmer TV.
 




Ich würde noch weiter gehen und bescheiden behaupten: In Ostwestfalen steht die Wiege der deutschen Popkultur! Neben der genannten Crème de la Créme an Fußballautoren haben die Ostwestfalen mit Blumfeld's Jochen Distelmeyer, Hannes Wader, Bernd Begemann, Die Sterne's Frank Spilker und Bernadette La Hengst auch im Musikbusiness alle zentralen Positionen besetzt – und im weiten Feld der Komik sind wir mit Wiglaf Droste, Ingolf Lück, Oliver Welke, Rüdiger Hoffmann, Jürgen von der Lippe oder der urkomischen Hera Lind seit eh und je optimal aufgestellt. Deshalb: Tristesse ja, aber Tristesse Deluxe. (klickklack)
 




Habe soeben Mütze und neue Handschuhe gekauft, zum Warm-Anziehen, denn erfuhr man heute, dass in unserem Haus die Vermieter gewechselt haben. Das Haus wurde neulich in ein Gerüst gehüllt, das ist meist ein Zeichen dafür, das etwas renoviert wird. Auf Mieterseite hofft man auf schnelle Erledigung der Ausbesserungsarbeiten und eine lediglich moderate Anpassung des Mietzinses.

Die Katze hat Durchfall, seitdem das Gerüst steht. Grund genug, Mietminderung zu beantragen?
 




:::: gesehen am 5.11.07 auf Kabel.1

USA 2001; Regie: Scott Ziehl



Ziemlich langweiliger Horrorfilm. Chemiker erfinden ein Serum, das Spinnen Superkräfte verleiht. Ein Security-Mann im Labor spritzt sich das Zeug und wird zum Spinnenmann. Aber nicht so heroisch wie "Spiderman", sondern entstellt wie "Die Fliege". Irgendwie hat das aber immer alles auch mit erwachender Sexualität zu tun. Mag man denken, wenn da der Jüngling entdeckt, dass aus einer neuen Körperöffnung so weiße Spinnenfäden rausspritzen. Doch damit kann der Spinnenmann seine Freundin nicht wirklich beeindrucken, denn die Biologie hat aus dem netten Jüngling ein Monster werden lassen.


 




:::: gesehen am 4.11.2007 auf 3sat

Österreich 2005 - Regie: Nikolaus Geyrhalter



Du bist, was du isst. "Unser Täglich Brot" ist ein Dokumentarfilm, der sich mit der Massenproduktion von Lebensmitteln in Europa beschäftigt. Er kommt dabei ganz ohne Sprache oder Ortsangaben aus und überlässt durch die nahezu kommentarlose Inzenierung dem Auge des Zuschauers die Bewertung des Gesehenen. Es werden in statische Filmaufnahmen und teilweise Fahrten Massenproduktion von Lebensmitteln gezeigt: die Züchtung bis zur Schlachtung von Tieren, sowie der industriellen Anpflanzung und Ernte von Obst und Gemüse. Auf die exzessive Verwendung von Pestiziden und die Behandlung von Tieren als Ware, z. B. durch die maschinelle Auslese und Verpackung von lebenden Küken wird ein besonderes Augenmerk gelegt. Zwischen den statischen Aufnahmen der industiellen Massenproduktion werden verstreut Porträts von den Arbeitern in den Fabriken und Plantagen geschnitten, die diese bei ihrer Pause zeigen.

Ich hatte den Film öfter auf Kinoarbeit vorgeführt, aber nie ganz gesehen. Nur in Teilen. Das scheint aber nichts an dem Gesamteindruck zu ändern. Alleine der Trailer zum Film war schon aussagekräftig genug. Ich werde bei Bildern von industrieller Fleischproduktion oder Tieren in Massenhaltung nicht sehr emotional. Es ist Fakt, dass so unser Fleich und Fisch hergestellt wird. Was mir neu war: Milchrinder, die wir am Rande an den Autobahnen stehen sehen, schauen offenbar anders aus als Schlachtrinder, die wir essen. Denn die sehen aus wie eine Mischung aus Schwein und Kuh. Der Eindruck des Films bleibt nachdenklich-stimmend, aber er polemisiert oder agitiert nicht. Die Webseite zum Film ist gerade überlastet.


 






Die Frankfurter Skyline war arg verhangen, das Theaterstück fluffig inszeniert, die Premierenfeier bierseelig und der Tag danach auf meiner Seite der Wahrnehmung ziemlich bräsig. In der Bergstraße am Samstag versucht zu shoppen rumschubsen lassen von diesen gutgekleideten Westdeutschen. Nicht nur schubsen. Die Frankfurter Konsumelite rempelt einen gerade so weg von den Kleiderständern und Schaufensterauslagen. Ellenbogengesellschaft. Und dann dieses selbstgefällige Gerede, über was man besser oder schlechter findet an dem einen oder anderen Pullover. "Typische Shoppingblogger", dachte ich noch und wurde ignorant aus dem Laden gerempelt. Die Berliner tun irgendwie weniger aufgeregt sich aufblasen, wenn sie was Nettes zum Einkuafen gefunden haben. Da wird nicht rumgerempelt, da wird nur cool mit den Schultern gezuckt, und vielleicht noch ein "is ja janz schau, aber habt ihr das auch in ner kleineren Größe?" hinterher geschoben. Hab aber trotzdem ein Label gefunden, das mir gefällt und die auch einen Laden in Berlin haben (Skunkfunk). Kann man da ja dann mal in Ruhe hingehen da oben in die Castingallee und Toristen schubsen.
 





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Soll ein Film mit Til Schweiger sein und im Titel kommt "Phantomschmerz" vor, wusste eben die Liebste zu berichten, die eine wichtig aussehende Kabeltraegerin mit Funkmikrophon heute einfach mal am Catering-Bus befragt hat, was das denn soll und warum die dauernd unsere Parkplaetze wegnehmen.

Ich fuer meinen Teil habe eben beim Schiessen dieses Fotos ein aelteres Ehepaar kennengelernt, die schon laenger in der Ecke hier zu wohnen scheinen, denn er konnte davon berichten, dass hier schon seit 40 Jahren andauernd Filme gedreht werden. Z.B. auch "Emil und die Detektive" - der erste Film!

Ick find's knorke!


 






Morgen gehts nach Frankfurt/M. Endlich mal wieder raus aus Berlin. Da gibt's Theaterpremiere im Schauspiel Frankfurt und danach höchstwahrscheinlich bierseelige Premierenfeier. Und vor allem: Keine Kinoarbeit und die Büroarbeit ist auch soweit fertig für die Woche. Spontan hat sich auch M. aus F. über Skype-Chat überreden lassen und hat sich schnell noch eine Karte gekauft. Wird super. Und spitzen Bühnenbild, von einem der besten deutschen Bühnenbildner, die ich so kenne.
 





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Gestern auf dem Heimweg von Kinoarbeit beinahe Kunst gesehen. War dann aber doch nur wieder die Mauer.


 






Habe in der Badewanne soeben "Beifahrer - Kleiner Tourenplaner für werdende Väter" von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gelesen (wusste gar nicht, dass es auch dafür eine Zentrale hat). Die Broschüre zeigt auf dem Cover einen kernigen Typen, der sich im weißen T-Shirt auf einen Motorradlenker stützt und erfahren in die Kamera lacht. Die Motorrad-Metapher wird dann auch konsequent durch die Überschriften der ganze Broschüre geschleift. Von "Windschattenfahren", "Fußrasten abklappen und aufsteigen" und "schön mit in die Kurven legen" ist da die Rede. Alles gut gemeint, aber Neues steht da auch nicht drin - um es kurz zu sagen - das taucht alles nix.

Man sollte die Schwangerschaftslektüre ganzheitlich angehen. Mit Science-Fiction Filmen, Tagebuchcomics und Heisserscheiss-TV-Serien zum Thema. Versöhnlich stimmte mich eben die letzte Episode der in den Staaten superprima kritisierten US-TV-Serie Mad Men, die ich mir in den letzen Wochen angeschaut habe. Handlung angesiedelt in den 1960ern, New York, Werbeagentur. Thema ist gespaltene Männlichkeit. Der moderen amerikanische Mann im Spannungsfeld zwischen Familie, Freiheit und Macht. Und natürlich vieles mehr. Als Gegenpol die Rolle der Frau als Mutter, Assistentin, Geliebte, etc. Es gibt keine bessere Schwangerschaftslektüre, aber vielleicht ist eh alle Wahrnehmung gerade bei mir in die Richtung geeicht.

Heute auch den neuen, großen Badezimmerspiegel vom Glaser abgeholt. Hoffe, dass vielleicht dessen Spiegelung Klarheit schafft.
 





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Hier lauf ich fast jeden Tag lang. Seit Jahren. Heute erst ist mir die merkwuerdige Perspektive in 2D aufgefallen, als mir etwas ins linke Auge geflogen war.


 




::: gesehen am 27.10.2007 morgens im Bett.



Jetzt bin ich eigentlich schon wieder viel zu müde, um noch über Filme zu schreiben. Mein Filmvorführ-Kollege hat das vorhin eigentlich genau so auf den Punkt gebracht, wie mir das auch ergeht: Seitdem er in unserem Kino arbeitet, schaut er kaum noch Filme. Früher jede Woche mindestens zwei, jetzt sei er immer zu müde, wenn er nachts rauskommt. Filme schauen gehe dann nicht mehr. Eher noch Wodka trinken.

Täglich zu erleben, dass die Luxussimulation die das Kinoerlebnis einmal war, den Bach runter geht und eigentlich alles was vorne "hui" ausschaut hinten lediglich mit Klebeband zusammengehalten wird macht sehr, sehr müde und keine Lust mehr auf Filme. In gewisser Weise entwickelt man sich als Filmvorführer weiter. In meinem Fall weg vom Filmwissenschaftler hin zum Abspannliebhaber.

Egal. Hier da der Simpsons-Film - muss man ja nicht viel zu sagen. Kennste die Serie, kennste den Film. So ungefähr jedenfalls. Beonders nennenswertes kommt durch den Medienwechsel nicht hinzu. Der Film trägt sich als Film so wie sich auch eine Doppelfolge der TV-Serie trägt. Alles lustig und prima. Keine Langeweile, und eingeschlafen bin ich auch nicht.

Das Mikro-Thema Vaterschaft, Ehe und Familie im Film ist mir am meisten hängen geblieben. Aber diese ganze Humor ist durch bei mir. Diese ganze Selbstreferenzialität, Filmzitate und Postmoderne-Gestus geht ja wohl nur noch auf die Nerven eigentlich. Das geht nicht nur mir so! Aber wer noch jung ist und wem somit sowas noch nicht langweilig geworden ist, kann ja hier gerne mal Stöbern und sich die entsprechenden Filme da mal reintun: “Simpsons” Scenes and their Reference Movies oder hier noch mal weiter das ganze auf Spanisch. Is wie mit Briefmarken, fängt man erstmal an mit dem Sammeln gibts kein Ende. Und das genau ist eben die Krux mit der Popkultur.

Aber egal. Auf der lustigen Homepage zum Film hab ich mich mal als Simpsons-Avatar gebastelt:


Ich in gelb.

Das ist aber nun auch wirklich alles, was man zu dem Film bloggen kann, in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit, die gleich zurück gestellt wird.
 






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by tristessedeluxe (2010/02/11 03:15)
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