:: gesehen am 14.2.2007 im Cinemaxx1 (Berlinale Nachspiel)

Dtl. 2006 - Regie: Sebastian Schipper - mit: Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Sabine Timoteo



Daniel Brühl als junger, erfolgreicher Versicherungs-Statistiker wird von seinem Chef beauftragt, einen Tag Feldforschung bei einer Autovermietung zu machen. Gleichzeitig mit ihm fängt dort auch Jürgen Vogel an zu arbeiten. Zwischen beiden entwickelt sich zunehmend eine innige Freundschaft. Sabine Timoteo ist das Mädchen, in das sich beide verlieben, was aber der Freundschaft nicht schadet.

Schöner, leichter und humorvoller Film vom "Absolute Giganten" Regisseur. Fühlt sich auch ähnlich an wie "Absolute Giganten", nur dass hier nun eine Freundschaft beginnt und nicht zu Ende geht.

Danach dann wieder gut Lust auf Festivalfilme gehabt.


 





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:: gesehen am 14.2.2007 im Cinemaxx1

D 2006, R: Matthias Luthardt - mit Sebastian Urzendowsky, Marion Mitterhammer, u.a.



Lief nicht offziell auf der Berlinale, sondern in der Reihe deutscher Filme des letzten Jahres im Rahmen der Berlinale, welche ganz hilfreich ist, Filem zu sehen, die man verpasst hat.

Inhalt: Ohne Vorankündigung besucht der 16-jährige Paul seine Verwandten. Er hat erst vor kurzem seinen Vater verloren, auf der Suche nach einer heilen Welt geht er an einen Ort, der ihn an unbeschwerte Kindheitstage erinnert. Dabei dringt er in den Mikrokosmos einer scheinbar glücklichen Familie ein. In seiner Tante Anna lernt Paul eine Frau kennen, die seine Anwesenheit anfänglich widerwillig hinnimmt, ihn dann aber zu akzeptieren beginnt und auf ihre Seite zieht. Paul sucht immer stärker ihre Nähe und bemerkt zu spät, dass sie ihn als Spielball benutzt. Als sie dabei die Kontrolle verliert, reagiert Paul mit einer Verzweiflungstat.

Junges Deutsches "Realitäts"-Kino macht auf französischen Film und ist dabei wenig originell - Stil und Handlung irgendwie schon oft genug gesehen. Dialoglastig und leider zu sehr konstruiert im Drehbuch und auch in der Kameraarbeit. Teilweise auch das Schauspiel der beiden Jungs sehr nervig. Damit nicht genug - im anschließenden Publikumsgespräch bewiesen Regisseur und Drehbuchautorin, dass das Publikum den Film besser verstanden hat, als sie selber. Jedenfals konnten oder wollten sie nicht auf die 2-3 intelligenten Fragen zum Film antworten.


 




:: gesehen am 13.2.2007 in der Urania

Frankreich, 2006, 115 min - Regie: André Téchiné - Darsteller: Michel Blanc, Emmanuelle Béart, Sami Bouajila, Julie Depardieu, Johan Libereau, Constance Dollé, Lorenzo Balducci



Sehr dialoglastig - wie nicht anders bei einem französischen Film zu erwarten - wird die Anfang der 80er angesiedelte Geschichte erzählt über den jungen, hübschen Manu, der nach Paris gekommen ist, um sich einen Job zu suchen. Zunächst zieht er mit seiner Schwester Julie zusammen, die ein Zimmer in einem billigen Hotel anmietet. Manu ist eine Nachteule und schwul. Eines Abends lernt er im Stadtpark Adrien kennen. Mit dem homosexuellen und ebenso kommunikativen wie kultivierten Arzt Anfang 50 verbindet ihn rasch eine unbeschwerte, platonische Freundschaft. Bald lernt Manu auch Adriens Freundeskreis kennen. Darunter auch eine junge Familie, er Polizist bei der Sitte, sie Schriftstellerin, beide haben gerade ein Baby bekommen. Manus Einbruch in das Leben der drei erschüttert deren Beziehungsgeflecht. Unbeabsichtigt und ohne es zu wissen, bewirkt Manu, dass sie sich ihre wahren Sehnsüchte eingestehen.

Soweit alles typisch französisch. Problem ist nur - es ist Anfang der 80er und schon bald wird zu den Beziehungswirren auch noch das Thema AIDS aufgemacht. Manu ist unheilbar erkrankt und noch wissen die Ärzte nicht, wie man den Virus bekämpfen kann. Das plätscherte alles ziemlich gemächlich vor sich hin, hat bisweilen einen etwas moralischen Unterton. Bin dann vor Ende des Films noch zur British Council Party im Watergate gefahren, die dann aber auch schon bald zuende ging.

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:: gesehen am 13.2.2007 im CineStar8

Großbritannien, Frankreich, 2007, 95 min - Regie: Kevin Aduaka - Darsteller: Kadeem Pearse, Tony Cealy, Laura Crowe, Mark Oliver, Geoffrey Burton



Jedes Jahr werden da im Forum auch so Filme gezeigt, die mit wackeliger Handkamera in schwarzweiss gaaaanz, ganz tief in Psychen und verletzen Seelen eindringen. Dieser ist auch so einer. Ich langweile mich da drin immer ziemlich, weil ich finde, mindestens seit Cassavetes oder zuletzt seit "Sue - eine Frau alleine in New York" sind viele dieser Stilnachahmer nichtmal nahe drangekommen. Aber interessant genug, um nicht rauszugehen fand ich in dann schon (es gab allerdings in der Zeitschine auch keine Alternative).

Als Derek ein kleiner Junge ist, nennt sein Vater ihn Elvis. Zum Geburtstag bekommt er den weißen Anzug und die Locken geglättet. In seinem Zimmer hängen Plakate von Jimi Hendrix, und Derek spielt Cowboy, aber im Wohnzimmer läuft die Musik des King. Schließlich hält er es nicht mehr aus und der Vater muss sterben. Als junger Mann nennt Derek sich selbst Jimi, trägt eine wilde Lockenperücke und sucht sich einen neuen Vater. Als auch dieser stirbt, stellt Derek dem Toten die Frage, die sein wirklicher Vater nie beantwortet hat: Warum Elvis?
Elvis Pelvis erzählt die Geschichte von Idolen, die nicht sterben dürfen, und von Menschen, die diese Idole nicht überleben können. "Ready or Not - Here I Come" - die Suche nach der Identität ist ein Versteckspiel, ein Maskenball. Und weil die Frage nach der Identität eine existenzielle ist, wird aus dem Spiel schnell tödlicher Ernst: Familie, Wohnung, Stadt und Seele werden zum klaustrophobischen Schauplatz eines Showdowns, in dem es keine Gewinner geben kann. Elvis Pelvis hat die Intensität einer Heimsuchung. Der Film porträtiert Menschen, die das Gefängnis ihrer Imagination nie verlassen können, der Weltverlust ist totalitär. Gejagt von der Sehnsucht nach sich selbst und den Geistern der Black American Heroes streunt Derek durch die Stadt. Und seine Suche gilt nicht mehr abstrakten Idolen, er sucht nach Erlösung, nach dem einen Augenblick, in dem alles in Ordnung ist.
(Berlinale Katalog)

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:::: gesehen am 13.2.2007 im Cinemaxx7

Hongkong, China, Volksrepublik China, 2006, 97 min - Regie: Zhang Yang - Darsteller: Zhao Benshan, Hong Qiwen, Song Dandan, Guo Degang, Hu Jun, Sun Haiying, Xia Yu, Wu Ma



Im Rückblick der vergangen Tage war dieser chinesische Roadmovie eigentlich der Film, der mich bislang auf der aktuellen Berlinale am stärksten eingenommen hat. Zhao, ein alter Arbeiter entschließt sich, den Leichnam seines Freundes und Arbeitskollegen Wang, in dessen Heimatdorf zurückzubringen. Aus dem Überlandbus wird er und der Tote bald rausgeschmissen, also muss er sich mit alternativen Mitteln fortbewegen. Dabei geraten die zwei Freunde in witzige und tragische Situationen und durchleben unterschiedlichste Momente und Landschaften Chinas. Auf seiner Odyssee durch das ländliche China muss Zhao sich mit den unterschiedlichsten Menschen arrangieren.

Zum einen der Hauch von Slapstick, wie der arme Kerl andauernd an den Toten gebunden ist. Zum anderen eine tragische Freundschaftsgeschichte, denn der lange Weg zum Heimatdorf ist auch ein langer Weg der Trauer. Hab herzhaft gelacht und geweint - eine emotionale Dynamik, die bei mir selten ein Film auslöst.

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Endlich ist er auch bei mir da - der Berlinale-Kater. Zu müde, um noch über die Filme zu schreiben. Fast sogar gleichgültig, obwohl da die eine oder anderere ganz gute Sache dabei war. Heute nichts gesehen, weil Bett und Arbeit.
 





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:: gesehen am 12.2.2007 in der Urania

Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Italien, 2006, 117 min - Regie: Bille August - Darsteller: Joseph Fiennes, Diane Kruger, Dennis Haysbert



Der Berlinale-Montag hat sich für mich etwas zerschossen. Zuerst im Büro das Nötigste für die Woche eingeleitet und am Nachmittag im Zweitjob im Kino schnell die Kurve gekriegt stand ich schließlich um 20h am Potsdamer Platz und musste feststellen, dass ich wohl meine Wohnungsschlüssel im Büro vergessen hatte. „Das ja mal nicht so gut, wenn die Liebste gerade nicht in Berlin ist,“ dachte ich. Da nun aber die Kollegen mit Büroschlüssel alle im Kino schienen/ihre Telefone aus hatten. Und nur der eine ran ging, der von Sonntag auf Montag wohl etwas zu gut gefeiert hatte und deswegen mal „früh ins Bett wolle“, hieß es also erstmal seinen Büroschlüssel aus Prenzl’berg holen, um ins Büro zu kommen, um Appartementschlüssel zu finden, und wo ich dann schon vier mal im Regen durch die Stadt geradelt bin, dachte ich, kann ich ja auch gleich besser erstmal zu Hause den Kater füttern und dann sehen, ob es vielleicht doch noch einen Film in der Ganz-Spätvorstellung gibt, der wenigstens halbwegs interessant schien.

Gab es, den hier über Südafrika und Apartheit: Über den Zeitraum von 1968 bis 1990 wird die Beziehung zwischen Nelson Mandela und seinem Gefängniswärter James Gregory skizziert und in Form von Gefühlskino mit historischem Hintergrund inszeniert. Nach und nach revidiert der weiße, südafrikanische Gefängniswärter seine rassistischen Ansichten und ein unausgesprochenes Interesse, schließlich eine Freundschaft verbindet Gefangenen und Wärter über den Lauf der Jahre. Der Film berührt, und wie es das Genre verlangt, werden die pathetische Mittel des Gefängnisfilms und des Historiendramas vermischt. Es lässt mich halt nicht kalt, wenn der Wärter nach und nach menschliche Züge zeigt und am Ende gar selbst als Gefangener des eigenen Systems ins Bild gesetzt wird. Und wie viel besser lässt es sich an das Gute im Menschen hoffen, wenn man dann noch weiß, dass all diese Menschlichkeit auch noch auf einer wahren Geschichte beruht?

Egal. Bei Sophie Scholl hat mich der Gefühlskitsch letztes Jahr total genervt. Selbes Kino, selbe Reihe ein Jahr später in einem nur etwas anderem Film hat’s für mich gepasst. Vielleicht war ich auch nur emphatisch erleichtert, es dann endlich doch zur allerletzten Vorstellung an diesem Tag ins Kino geschafft zu haben.

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:: gesehen am 11.2.2007 im Cinemaxx7

USA, 2006, 88 min - Regie: Mitchell Lichtenstein - Darsteller: Jess Weixler, John Hensley, Josh Pais, Hale Appleman, Vivienne Benesch, Lenny von Dohlen, Ashley Springer



Man mische die verklemmte Spießigkeit amerikanischer Jugendlicher aus High School Komödien mit Sex- und Gore Elementen und lasse malerisch die schleichende Radioaktivität eines Atomkraftwerkes darauf einwirken und man hat einen allemal unterhaltsamen, wenn auch nicht überraschenden, amerikanischen Independentfilm.

Regisseur Mitchell Lichtenstein erzählt in seinem erst kürzlich auf dem Sundance Filmfestvial uraufgeführtem Film von einer Teenagerin, die alles tut, um ihre aufkeimende Sexualität zu unterdrücken bis sie eines Tages feststellen muss, dass ihre Vagina mit Zähnen ausgestattet ist und sie der lebende Beweis des Mythos von der Vagina dentata ist. Nach und nach findet die junge Frau gefallen an ihrer neuen Waffe und rächt sich an der Männlichkeit.

Mitchell Lichtenstein, der Sohn des berühmten Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein schreibt dazu: In den vielen Kulturen, in denen der Mythos von der Vagina dentata existiert, ist der Kern der Geschichte immer derselbe: Ein Held muss die Frau mit der Vagina dentata bezwingen. Ich wollte diese Geschichte umkehren und den unschuldigen Teenager Dawn zur Heldin machen. Darum ist mein Film so etwas wie eine weibliche Rachefantasie mit einem scheinbar ganz normalen jungen Mädchen, das entdeckt, dass es übermenschliche Kräfte besitzt.

Promt kommt im Publikumsgespräch dann auch die Frage aus einer Ecke des Saals, ob der Regisseur wirklich fände, dass Gewalt das richtige Mittel sei, sich gegen die männliche Unterdrückung von Frauen zu wehren. Zum Glück ruft das halbe Cinemaxx zurück, „It’s just a movie!“ Und zum Glück auch kein Seminar über Camila Paglia, der im Abspann des Films gedankt wird (was natürlich nur ich bemerkt habe...). Viel interessanter hätte ich ja die Frage gefunden, wie es sich eigentlich so lebt, als Sohn eines berühmten Pop-Art-Künstlers, aus dessen Schatten man im eigenen ästhetischen Schaffen nicht wirklich heraustritt. Aber ich hab mich mal wieder nicht getraut und meine gute Erziehung verbietet solche Fragen in der Öffentlichkeit. Einerseits habe ich mich gut amüsiert, andererseits frage ich mich, wie man ernsthaft im Jahr 2007 noch so einen postmodernen Schnickschnack im Kino betreiben kann. Dann doch vielleicht lieber das Zitat als reiner stilistischer Selbstzweck, ohne etwas Eigenständiges sein zu wollen.

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:: gesehen am 11.2.2007 im CineStar8

USA, 2007, 75 min - Regie: Esther B. Robinson



Eigentlich ist es ein Dokumentarfilm über Danny Williams, der eine zeitlang im Kreise von Andy Warhols Factory gelebt und gearbeitet hat, wohl auch ein Verhältnis zu Warhol hatte, dann aber von der Gruppe abgestoßen wurde und verschwunden ist, bzw. sich umgebracht hat. Indem sich die Nichte des Verschwunden in ihrem Film hauptsächlich mit den Gedächtnisspuren an ihren Onkel in Interviews und gefundenem Archivbildern und Filmmaterial ihres Onkels beschäftigt, streift sie aber auch das Leben in der Factory. Indem die Filmemacherin einen Randbereich ausleuchtet kommt viel mehr über das Zentrum ans Licht, als wenn sie gleich das Zentrum ausleuchten würde. Sehr schöner, dokumentarischer Effekt. In den Erinnerungen über Danny Williams wird weniger über die Person, als über die Interviewten selber und die Zusammenhänge und psychologischen Abhängigkeiten innerhalb der Fatcory deutlich.

Die mit der Filmemacherin befreundete Kuratorin des Forums - Stefanie Schulte Strathaus – schreibt im Berlinale Katalog dazu folgendes:
Nadia besucht ihre Enkelin am Arbeitsplatz - der Warhol Foundation - und erzählt, dass ihr unter mysteriösen Umständen verschwundener Sohn Andys Lover gewesen sei und bei ihm gelebt habe. Von dem Moment an werden zwei Familiengeschichten zur Projektionsfläche: die einer bürgerlichen amerikanischen Familie und die wohl legendärste der Kunst: Warhols Factory.
Mit Unterstützung von Callie Angell, Kuratorin des Andy Warhol Film Projects am Whitney Museum, gelingt es Esther B. Robinson, der Nichte des verschwundenen Danny Williams, eine Kiste 16mm-Filmmaterial im MoMA aufzuspüren, die mit seinem Namen beschriftet ist. Es öffnet sich eine Schatztruhe: Bilder aus der Factory, von Velvet Underground, bekannte Gesichter, in einer nie gesehenen Verschmelzung von Intimität und Glanz. Detektivisch macht sich Robinson auf Spurensuche. In Gesprächen mit Zeitgenossen und Familienmitgliedern, beim Betrachten der Filme, in der Recherche, wird vor allem eins deutlich: Familiengeschichtsschreibung ist ein amorphes Konglomerat von Erinnerungen, vorhandenen Bildern und der Distanz, die die Zeit geschaffen hat - nicht anders als Filmgeschichtsschreibung. Doch trotz der Unmöglichkeit, die eine Wahrheit zu erfassen, schält der Film eine ebenso einzigartige wie rätselhafte Künstlerbiografie heraus.


Filmisch versucht die Filmemacherin einen Dialog mit ihrem Onkel durch seine und ihre Filmmaterialien aufzunehmen. Das behauptete sie jedenfalls im anschließenden Filmgespräch. Das mag sie gerne gewollt haben – die gefunden Filmbilder ihres Onkels sind bei weitem vielschichtiger und ausdrucksstärker als ihre eigenen Interviewaufnahmen – der Schnitt fügt zwar alles okay ins Ganze, könnte aber viel radikaler mit Bildmaterial und Ästhetik umgehen.

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:: gesehen am 11.2.2007 in Cinemaxx3

Deutschland, 2006, 92 min - Regie: Bettina Blümner



Nette Dokumentation über drei 15-jährige Kreuzbergerinnen. Klara, Mina und Tanutscha kennen sich seit dem Kindergarten und die Filmemacherin hat zwei Sommer lang die Teenager beobachtet und ihre freundschaftliche wie individuelle Entwicklung begleitet. Frühreif sind sie und mit ziemlich vielen Wassern der Großstadt gewaschen. Manchmal fällt es schwer, zu glauben hier 15-jährigen zuzusehen. Und doch brechen hinter den coolen Sprüchen und der beinahe perfekten Gelassenheit doch immer wieder kleine Unsicherheiten und ganz ernste Fragen und Zweifel über die eigene Zukunft hindurch.

Der einen macht der Prüfungsstress vor dem „Real“, den sie unbedingt schaffen möchte, Sorgen. Die andere ist seit mehreren Monaten mit einem fünf Jahre älteren Abiturienten zusammen, der nach dem Abi ins Ausland geht – die längste Beziehung, die sie bislang hatte. Der Dritten kommen die Sprüche am lockersten über die Lippen - „ich bin jung, dynamisch und naiv“ – eine Sequenz später berichtet sie über ihre Drogenerfahrungen. Was sie nach der Schule machen möchte weiß sie noch nicht. Zwischen ihr und ihrer allein erziehenden Mutter gibt es aber eine Regel, „nicht schwanger werden und kein Heroin“.

Die Kamera folgt den Teenagern durch die Häuserschluchten Berlin-Kreuzbergs, ähnlich wie die Teenager sich durch die labyrinthischen Irrwege des Erwachsenwerdens winden (vielleicht lag's aber auch daran, dass ich in der ersten Reihe sitzen musste, dass mir etwas schwindelig wurde...). Was will meine Umwelt? Was muss ich darstellen, um in meiner Clique zu gelten? Wo und wie finde ich Liebe? Und vor allem, was will man eigentlich selber von sich und seiner Zukunft? Die Fragen, mit denen sich die jungen Frauen beschäftigen sind allgemein bekannt. Die Art und Weise, wie der Film seine Protagonistinne diese Fragen stellen lässt, ist sehr behutsam und sensibel ausgearbeitet dem schmalen Grad zwischen Nähe und Distanz. Trotzdem ein wenig das Gefühl, dass Beobachtungen zu sehr einem starren Rahmen folgen – der filmischen Ordnung wegen – und im Schnitt, im Sortieren der Szenen, die Nähe der Kamera wieder verloren gegangen ist zugunsten der Dramaturgie.

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:: gesehen am 11.2.2007 im CineStar3

Aserbaidschan, Russische Föderation, 90 min - Regie: Oleg Safarliyev - Darsteller: Fuad Poladov, Fakhratdin Manafov, Mekhriban Zaki, Timur Badalbeoly, Kamal Khudaverdiyev

Weder die Inhaltsangabe aus dem Berlinalekatalog, noch die Kurzbeschreibung des Films im Programm des Tip-Magazins helfen weiter. Der Text im Katalog beschreibt eher, was der Filemmacher mit seinem Film erzählen wollte (es aber nicht schafft) und der Kurztext im Tip lässt eher darauf schließen, dass der Film vom Prakitkanten gar nicht im Vorhinein gesehen wurde.

Anhand der durch sein Stadtviertel streifenden Hauptfigur Alik werden Szenen aus Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans gezeigt. Es geht wohl um Generationen, um Veränderungen durch die politische Folgen, Stadt-Land Diskurse finden statt - eigentlich stellt Alik aber die ganze Zeit einer jungen Musikerin nach (er ist Moslem, sie wohl nicht...). Und irgendwie eine Jazzband ist da auch noch, die alle toll und kreativ sind, aber dann aus ihrem Übungskeller raus müssen. Das ganze schaut man sich gerne geduldig eine halbe Stunde an. Doch dann, wenn sich diese ersten Eindrücke von der Exposition zur eigentlichen Handlung verdichten sollte, plätschert es einfach so weiter. Hinzu kommt die technisch miese Nachvertonung des Films und ein bisweilen laienhaftes Schauspiel, dass sich in Überbetonung von Gesten und einer gewissen Selbstverliebtheit des Schauspiels kennzeichnet. Zeitsprünge soll es auch geben haben, doch auch mit wachem Auge waren die nur schwerlich entschlüsselbar. Insgesamt schien mir das alles eine etwas ziellose Collage der Veränderungen einer Statd anhand von zu offensichtlich symbolhaften Figuren, mit einem gewissen moralischem Grundton, der im Kern in die einfache Richtung "früher war alles besser" stößt. Mir nicht ersichtlich, warum der Film auf einem A-Festival laufen muss. Höchstens wegen Länderbonus.

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:: gesehen am 10.2.2007 in der Urania

Brasilien, 2006, 104 min, Regie: Cao Hamburger, Darsteller: Michel Joelsas, Germano Haiut, Daniela Piepszyk, Simone Spoladore, Caio Blat, Eduardo Moreira

Der zwölfjährige Brasilaner Mauro fiebert 1970 der Fußballweltmeisterschaft entgegen. Da erklären ihm seine Eltern unvermittelt, sie müssen dringend verreisen, und lassen ihn in der Obhut seines Opas. Der ist jedoch gerade gestorben, also nimmt der jüdische Nachbar den Jungen bei sich auf. Unausgesprochen erzählt der Regisseur in seiner Geschichte über Mauros neue Eindrücke in einer fremden Umgebung auch vom Schrecken der damaligen Militärdiktatur Brasiliens. Eine gelungene Mischung aus Drama und einer jüdischen Komödie. Sehr hilfreich, dass die Sichtweise der Hauptfigur eine Kindliche ist. Er bekommt zwar am Rande die politischen Umstände mit, sie spielen aber nicht die zentrale Rolle. Erst nach und nach erkundet der Junge, dass seine Eltern nicht im Urlaub, sondern ins Exil gegangen sind.

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:: gesehen am 10.2.2007 in der Urania

Republik Korea, 2006, 105 min, Regie: Park Chan-wook, Darsteller: Lim Soo-jung, Jung Ji-hoon

Young-goon ist Patientin einer Nervenklinik, denn sie glaubt, sie sei ein Cyborg. Nahrung verweigert sie, stattdessen verpasst sie sich Stromstöße mithilfe ihres Transistorradios, um ihre Batterien aufzuladen. Ihr Gesundheitszustand verbessert sich dadurch natürlich nicht. Unverdrossen trägt das junge Mädchen das Gebiss ihrer Großmutter und spricht mit den Maschinenwesen, seien es nun Automaten oder Lampen. Young-goon ist kein Einzelfall hier. Auch andere Patienten führen Gespräche mit imaginären Gesprächspartnern. Einer hat Angst vor seiner Frau und ist darüber impotent geworden. Ein anderer leidet unter einem Ödipuskomplex. Einer laboriert an einem Schuldkomplex und bittet laufend um Verzeihung. Eine weitere Patientin ist süchtig nach Schönheitsoperationen.
Als Il-soon eingewiesen wird, ändert sich für Young-goon alles. Der gutaussehende junge Mann, der sich gern maskiert, gilt als asozial. Seinen Mitpatienten macht er rasch klar, dass er ihnen leicht ihre Charakterzüge stehlen kann. Mit Young-goon verbindet ihn bald eine scheue Romanze, doch der Gesundheitszustand des Mädchens wird immer labiler. Nach einer Elektroschockbehandlung fühlt sie ihre Batterien aufgeladen - in ihrer Einbildung erschießt sie das Pflegepersonal mit Kugeln, die sie aus den Fingern feuert, während ihr Mund leere Patronenhülsen ausstößt.
Doch in Wahrheit ist Young-goons physischer Zustand besorgniserregend. In seiner Verzweiflung unternimmt der verliebte Il-soon den Versuch, ihr mit Hilfe der anderen Patienten wieder auf die Beine zu helfen.
(Berlinale Katalog)

Symphatischer Film. Ich hatte aufgrund der Filmbeschreibung etwas Angst, ob das nicht zu blöde werden würde. Liebe unter Anstaltsinsassen. Aber das Irrenhaus ist in Style und Dekor und mit all den wirklich lustig gespielten Figuren sehr freundlich inszeniert und gibt als Rahmen schöne Möglichkeiten eine nette, kleine, "verrückte" Liebesgeschichte zu erzählen. Koreanisches Kino mal wieder - jung, ironisch und mit frischer Ästhetik. Etwas irritierend der Amoklauf des Cyborgs, zwar ironisierend gebrochen, aber doch arg blutig.

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:::: gesehen am 10.2.2007 in der Urania

USA, 2006, 108 min, Regie: Steven Soderbergh, Darsteller: George Clooney, Cate Blanchett, Tobey Maguire

Berlin 1945. Der amerikanische Kriegskorrespondent Jake Geismer soll über die bevorstehende Konferenz von Potsdam berichten. Jake kennt Berlin - einst hat er hier ein Nachrichtenbüro geleitet. Und er hat sich hier verliebt. Das scheint aber Ewigkeiten her zu sein, als er jetzt mit dem Jeep die Berliner Ruinenlandschaft durchquert.
Jakes Fahrer, Corporal Tully, ist auf dem Schwarzmarkt aktiv - er handelt mit allem und jedem und spielt alle Seiten gegeneinander aus, um den besten Preis zu erzielen. Doch das ist durchaus nicht ungewöhnlich. Im Berlin dieser Tage verfolgt jeder eigene Strategien, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Jake ist an Tullys Schiebereien nicht interessiert, dafür aber an Tullys Freundin: Lena Brandt ist jene Frau, die Jake einst geliebt hat. Aber irgendwie hat sie sich verändert. Der Krieg, das entbehrungsreiche Leben in den Ruinen und das Trauma ihrer persönlichen Vergangenheit haben unauslöschliche Spuren in ihr hinterlassen.
Als Tully mit 100.000 Mark in der Tasche und einer Kugel im Rücken in der Sowjetisch Besetzten Zone aufgefunden wird, fühlt sich Jake von den Umständen dieses Mordes angezogen. Vor allem fragt er sich, warum sowohl die amerikanischen als auch die sowjetischen Behörden auffällig wenig Interesse an dem Fall bekunden. Je mehr Jake nachforscht, desto deutlichere Spuren führen zu Lena. "Du hättest nicht nach Berlin zurückkehren sollen", sagt sie zu Jake. Wahrscheinlich ist das der einzige wahre Satz, den er von ihr zu hören bekommen wird.
Steven Soderberghs Film ist ein romantischer Thriller in der Tradition des klassischen Film noir. Er spielt nicht nur im Jahr 1945, sondern wurde auch mit der Kameratechnik der damaligen Zeit gedreht.
(Berlinale Katalog)

Ich weiss nicht, ich weiss nicht. Für mich wollte der Film nicht so richtig funktionieren, trotz Pathos und Melodram löste der Film keine Spur von emotionaler Anteilnahme aus. Viel zu sehr steht das stilistische Spiel im Vordergrund, einen alten Noir-Thriller der direkten Nachkriegszeit nach zu inszenieren. Das gelingt auch stilistisch, manchmal fühlt es sich tatsächlich an wie in "Casablanca" oder viel eher noch in Billy Wilders "A Foreign Affair". Doch so recht kann man die Star-Personas Clooney, Blanchett und Maguire gedanklich nicht lösen aus der Gegenwart. Immer wieder ist die zitierte Noir-Geste und das attrappenhafte Nachkriegsberlin eher störend in der Filmwahrnehmung.

Außerdem: Es scheint, in der Urania wird neuerdings zur Berlianle HD gebeamt. Jedenfalls wurde der Film nicht von Film, sondern elektronisch auf die Leinwand gebracht, was auch irritierte. High Definition Hautporen in einer auf alt gemachten Filmästhetik.

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:::: gesehen am 10.2.2007 im Delphi

Österreich, Deutschland, 2007, 104 min - Regie: Ulrike Ottinger

Mit betörenden Bildern verwandelt PRATER den beliebten Wiener Ort der Sensationen in ein Kinoerlebnis. Praterdynastien erzählen vom Schaustellerleben. Wir begegnen den Nachkommen des "Manns ohne Unterleib", der um 1900 mit Frau und Kindern eine Vielzahl bis heute bestehender Vergnügungsbetriebe gründete. Wir treffen die Besitzer des Schweizerhauses, Manager eines gastronomischen Spitzenbetriebs, deren Vorgänger kaiserliche Jagdtreiber waren, oder den Prater-Heinzi, der ausgemusterte Illusionsmaschinen pfleglich repariert. Zusammen mit den Praterbesuchern von früher und heute reisen wir, ohne uns von der Stelle zu bewegen: Wien verwandelt sich in Klein-Venedig mit Kanälen, Rialtobrücke und Dogenpalast. Und über all dies trägt uns das Riesenrad und bietet uns den Blick über die Dächer von Wien.
Mit Ulrike Ottingers Film PRATER taucht der Kinogänger in ein Universum der Wünsche und Sensationen ein. Die Regisseurin verbindet dabei die Kulturgeschichte des ältesten Vergnügungsparks der Welt mit Einblicken in die Wandelbarkeit der technischen Attraktionen. Zugleich erzählt der Film von Menschen, für die der Prater Ort der Unterhaltung, der Erinnerung oder ganz einfach Lebensmittelpunkt ist. Der Wiener Prater ist eine Wunschmaschine. Mit der neuesten Raumfahrttechnik lässt man sich in den Himmel schießen und in der Geisterbahn trifft man die Monster der Kinogeschichte. Die Wiese (Pratum) - früher Jagdrevier des Kaisers - ist heute Spielwiese für jedermann. Der Sprung durch Raum und Zeit: Hier ist er möglich.
(Berlinale Katalog)

Insgesamt eine wirklich schöne Doku, auch wenn ich den Prater gar nicht wirklich, sondern nur aus Filmen kenne. Ich mochte den Humor in den Bildern. Der Film lässt sich treiben, umkreist sein Thema, könnte aber für meinen Geschmack etwas straffer einem roten Faden folgen und tiefer in die Psyche der Österreicher in Bezug auf ihren Vergnügungsmarkt einsteigen. Soll er aber wohl bewusst nicht, man lässt sich halt ähnlich wie tatsächlich auf einem Jahrmarkt von einer Attraktion zur nächsten treiben, lernt hier was, spielt da ein wenig mit Motiven, wundert sich dort und beobachtet die Mitmenschen. Dadurch entsteht eine schönes Mosaik des Praters, ein historisches und gegenwärtiges Bild.

http://www.prater-derfilm.com

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Gleich wird Kuchen gebacken, Backen für Dummies quasi, denn manchmal reicht die eine Backmischung nicht aus.
 




Als ich heute aus der Dusche stieg, klingelte das Telefon und Irland war dran. Genauer gesagt, meine Mitbewohnerin hatte einen Ire am Apparat, der gerade seine Doktorarbeit schreibt über irgendwas Unwichtiges und nun von mir eine Information haben wollte, weil er mit dem Suchbegriff „Name XY official homepage“ auf meine Portfolioseite geraten war. Ich hatte vor Jahren mal einen Artikel in einer Festschrift zum 100. Geburtstags des Deutschen Literaten und Widerstandkämpfers „Name XY“ geschrieben. Der Artikel handelte über das filmische Schaffen von „Name XY“ aber war in der Festschrift eigentlich nebensächlich – der Literat hatte einige Zeit unter Pseudonym für Filmproduktionen Drehbücher bearbeitet und selber versucht mit seinen Filmideen einen Fuß in die Filmwelt zu fassen. Wirklich verfilmt wurde nur ein Drehbuch, dafür hatte er dann auch einen Filmpreis gewonnen. Aber egal, der Ire nun irrte als er dachte, dass der Hinweis auf meiner Internetseite zu dem Artikel von mir über „Name XY“ ihn auf die offizielle Homepage desselbigen geführt hatte.

Nett, dass er aber trotzdem angerufen hat, der Ire. Hat man ja selten so eine nette Frühstücksunterhaltung über Themen, die man vor Jahren mal bearbeitet hatte. Er hat mir dann noch ein Fax geschickt, mit dem Problem, an dem er gerade recherchiert und der Textstelle, deren Quelle wohl irgendwie problematiscnh ist - und wenn ich da weiter wüsste oder jemanden kennen würde, soll ich bescheid sagen.

Ich mag das, wenn das Internet in die Realität schwappt. Obwohl, warum ist Telefon und Fax eigentlich realer?
 




hier kannst Du mir was abkaufen!
 




Reinhard W. Wolf schreibt im Kurzfilmmagazin shortfilm.de einen Übersichtsartikel über Online Tools für Videoschnitt mit dem Titel: Kurzfilm-Remixing im Internet - Found Footage im Zeitalter von Web 2.0
 






Das Berliner U-Bahn Kurzfilmfestival Going Underground nähert sich dem Ende. Am Freitag ist Preisverleihung. Heute kann man sich nochmal alle Kurzfilme, die in den letzten Tagen auf den Screens in den U-Bahnzügen gelaufen sind im Internet als Stream anschauen: Und zwar hier! Und Abstimmen nicht vergessen! Immerhin gibt es eine 7-tägige Reise für 2 Personen nach Mauritius zu gewinnen.
 




Notiz an mich: Bitte mal googeln, was es so für psychologische Hintergründe gibt, wenn Leute schlecht im Verlieren sind. Und wie man das abstellen kann.
 




Neues Download-Angebot aus Frankreich für animierte Kurzfilme toondra.com. Einige als Promotion kostenlos, Normalpreis 1,50 € pro Filmchen.
 




shortinvenice.net - web portal für kurzfilm, videokunst, new media / finanziert von der citta di venezia.
 




imagofilmfest.com aus Portugal macht auch Wettbewerb mit micromovies.
 






Cooles Projekt: rapspace.tv ist wie myspace nur besser und für die Rap und Hip Hop Szene. Kann man sogar seine eigenen Videos und Songs online schneiden und veredeln. Hab eine der Betreiberinnen in Frankreich kennengelernt, kommt aber aus Kanada.
 




Festival de Films Réalisés avec Télephone Mobile und hier noch durch Werbung in der Pariser Metro drauf gekommen Mobile Film Festival. Leider haben die es nicht so mit Internationalität ihrer Webseiten, mais c'est bon.
 




gerade dachte ich noch, "es riecht nach Schnee". 10 Minuten später schneit's.
 




:::: gesehen am 6.2.2007 im Ersten

Toys in the Attic, USA 1963 - Regie: George Roy Hill - mit: Dean Martin, Geraldine Page, Yvette Mimieux, Wendy Hiller, Gene Tierney



Lief nebenher, als ich meine Fotos geflickrt habe. Daher hab ich diesem Familiendrama um zwei alte Jungfern, deren einziger Lebensinhalt es ist, sich um ihren Bruder zu kümmern, nicht ganz so aufmerksam folgen können wie nötig. Eigentlich interessante Auseinandersetzung mit der Thematik "Abnabelung und Loslassen von Liebgewonnenem". Schien mir etwas den Faden zu verlieren, teilweise sehr komische Dialoge und am Ende sogar noch eine Leiche und No-Happy-Ending.


 




Hier ein paar Bilder von meinen Eindrücken letzter Woche vom Filmfestival in Clermont Ferrand.

1. Eindruck von Clermon Blick aus Hotel Superfly Superfly Superfly Superfly Bar Superfly Superfly Hotel Moderne Hotel Moderne Eingang zum Kino Volles Kino Club Hotelzimmer Kino Superfly Bar Superfly Japaner luenkluenkluenk Filmbilder Ausrutscher Superfly Biertisch Superfly Roboter Strasse mit Vollmond DJ in dem ersten Laden, der nichts mit dem Festival zu tun hatte DJ im Le Frog Breakfast Club letzter Blick aus dem Zug

Oder lieber als Diashow?
 




:::: gesehen am 4.2.2007 auf pro7

USA/Kan. 2003 - Regie: Lawrence Kasdan - Mit: Morgan Freeman, Thomas Jane, Jason Lee, Damian Lewis, Timothy Olyphant, Tom Sizemore, Donnie Wahlberg



Da hab ich mich ja endlich mal wieder richtig erschreckt: Vier Freunde verbringen ihren jährlichen Jagdausflug in den Wäldern von Maine. Aber diesmal kommt ihnen eine Menge dazwischen: Eine Alien-Invasion, eine tödliche Seuche, ein Schneesturm, ein wahnsinniger Elite-Soldat, der seit 25 Jahren gegen Außerirdische kämpft, ein Penismonster mit vaginalem Gebiss – und das alles nicht in dieser Reihenfolge, sondern mehr oder weniger gleichzeitig. Aber diese Vermischung von Elementen aus "Alien", "Outbreak" und "Die Körperfresser kommen" zu einer "Akte X"-Version des King-Klassikers "Stand by Me" macht gerade den Grusel aus - es ist nichts, was es scheint...

Danach hab ich nicht so gut geschlafenund heute ging promt auch alles nicht so routiniert von der Hand.


 




:::: gesehen am 4.2.2007 auf Kabel1

USA 1993 - Regie: Jon Amiel - Mit: Jodie Foster, Richard Gere, u.a.



Nach Heimkehr aus dem Kurzfilmkämpfen im fernen Franzland zurück auf dem trauten Sofa einen Langfilm über die Liebe eines Kriegsheimkehrers und seiner Frau: Amerikanisches Remake des französichen Films "Die Rückkehr des Martin Guerre" (1982). Richard Gere kommt nach sechs Jahren aus dem Bürgerkrieg zurück nach Hause zu seiner Frau Jodie Foster. Jedenfalls gibt er vor ihr Mann zu sein. Zunächst wird der Kriegsheimkehrer von den Dorfbewohnern freudig begrüßt. Doch schon bald mehren sich die Zeichen, dass der Mann gar nicht der alte Summersby ist, sondern ein andere. Der Krieg scheint aus dem ehemals herrschsüchtigen Großgrundbesitzer einen liebenswerten Bürger gemacht zu haben, der sein Land zum Wohl des ganzen Dorfes unter den Bewohnern aufteilt. Schnell bricht eine neue, viel stärkere Liebe zwischen Jack Sommersby und Laurel aus. Obwohl "Sommersby" auch ein sehr netter Liebesfilm ist, dreht sich alles um die Frage, welchen Preis man für die radikale Änderung seiner Persönlichkeit zahlen muss, wenn sie denn überhaupt möglich ist. Denn der Schluss eine moralische Auseinandersetzung mit der Erbschaft Summersby's: Der Kriegsheimkehrer gibt sich aus als die Persones eines gefallenen Kriegskameraden. Damit erhält er zunächst die positive Erbschaft (Frau, Sohn, Grund und Boden...) - als am Ende aber Summersby wegen eines Mordes angeklagt wird, muss er auch die negative Erbschaft antreten und die Schuld der neu angenommenen Persönlichkeit.

Ich mag Gerichtsszenen immer noch sehr gerne. Auch wenn sie in Historiendramen spielen.


 





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Diese franzoesische Tastatur hier an dem Terminal macht mich fertig. Daher nur kurz, denn meine 15 Minuten Internetzeit sind gleich um und ich muss weiter. Alles super hier, tolle Kurzfilme, nette Leute. Hab mit einem Typen von GoogleVideo gesprochen, die da versuchen ein Premium-Dienst zu etablieren. Und der Buyer vom japanischen TV Sender Cartoon Network ist cool.


 




:::: gesehen am 27.1.2007 auf VOX

USA 1991 - Regie: Joseph Ruben; mit: Julia Roberts, Patrick Bergin, u.a.

Mischung aus Thriller und Romanze mit Julia Roberts als eine von ihrem tyrannischen Ehemann misshandelte Frau, die vor ihm flieht und daraufhin in einer Kleinstadt in Iowa ein neues Leben beginnt und sich in den Schauspiellehrer des örtlichen Colleges verliebt. Doch der Ehemann kommt dahinter, sucht seine Frau auf und am Ende erschießt sie ihn.

Zwei Dinge waren bemerkenswert:
1. Mal wieder die Augenbrauen der frühen Julia Roberts - dichter und dunkler als heute gewohnt. Überhaupt die Haarfrisuren der Darsteller - noch viel mit Wallungen und Fülle, die Nähe zu den 80er noch sichtbar.
2. Jahrmarkt- und Rummelplatz-Szenen im Film - darüber möchte ich mal eine Analyse lesen. Auch in diesem Film eine Szene in einem Vergnügungspark. Was mal wieder auffält, innerhalb einer Mainstream-Inszenierung kann die Örtlichkeit des Rummelplatzes mit seinen Lichter- und Bewegungseffekten dem Filmemacher eine gewisse Plattform geben, um die konventionelle Bildsprache zu verlassen, um Mithilfe diegetischer Verfremdungseffekte in Bild und Ton die Dramaturgie zu unterstützen, ohne zu "experimentell" zu erschienen oder die eigentliche Filmwelt verlassen zu müssen. Der Jahrmarkt mit seinen Menschenmassen, Karrussels, bunten Lichteffekten und vielfältigen Tonebenen erweitert die Filmsprache um vielfältigste Gestaltungsebenen, die aber für den Zuschauer "glaubwürdig" (innerhalb der Filmhandlung) bleiben, da das Kitzeln der Sinne als Eigenschaft von Jahrmärkten akzeptiert wird.

Eine ähnliche Funktion könnten Szenen haben, die in Clubs oder Diskos spielen. Müsste man mal sammeln und die jeweilige Funktion solcher realitätsverfremdenen Sequenzen untersuchen. Sicher interessant!

Dafür ist jetzt aber keine Zeit, denn ähnlich spannend wird die nächste Woche. In ein paar Stunden - um 7:00h - muss ich mich auf den Weg machen, um das Flugzeug nach Frankreich zu schaffen. Ich werde da nämlich dienstlich hin müssen zum Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand. Bin schon ganz gespannt. Hab auch schon ein paar Eindrücke im Video-Podcast von da gesehen. Jusqu'alors!


 








seit Montag online unter http://schlaemmerblog.tv/

Amüsant, wie erwartet. Doch aber auch Werbung, wie ascene.de treffend feststellt.
 






Hier mal kurz als Pausenfüller ein Horror-Kurzfilmchen aus dem ZKM. Da sieht man mal, womit sich die Medienkunstvolontäre so in ihrer Karlsruher Freizeit beschäftigen.
 




Auf http://www.antville.org/feedviewer kann man sich ein Javascript erstellen lassen, um RSS-Feeds einfach in HTML einzubinden. Ist schon etwas älter, ich habs nur jetzt erst eben gesucht & gefunden via.
 




Dass ich nicht das gewohnte Glücksgefühl verspührte, als ich den Berliner Fernsehturm von der Autobahn aus wiedersah, nach einem Kurzbesuch bei meinen Eltern, macht mich noch immer stuzig. Der Fernsehturm hat für mich sonst immer so einen Effekt von "wieder zu Hause ankommen" gehabt. Doch das Gefühl des Durchatmen-könnens beim Anblick des Fernsehturms ist über die letzten Jahre etwas kleiner geworden.

Vorher am Nachmittag kurz in Hamburg mit J. am Neuen Pferdemarkt Kakao und Apfelsaftschorle getrunken, Sonne schien durchs Fenster, die Leute entspannt und scheinbar mit Jobs. Danach noch Fish & Chips in so einer Fischpfanne bei den Landungsbrücken, der norddeutsche Dialekt doch dichter am Herz als das Berlinerisch (am Montag einen Film nicht weitergeschaut, weil Hauptfigur mal wieder berlinerte).

Problem an Hamburg: Zu dicht bei den Eltern. Kann gleichzeitig zum Vorteil werden, weil die Fallhöhe zwischen den Besuchen verringert wird.

Problem an Berlin: das Gefühl des Nicht-Weg-Könnens. Sich einreden, nicht weg zu wollen, ohne das man es eigentlich weiss.

Der Anblick von Wasser in einer Stadt birgt verborgene Sehnsüchte.

Was ist eigentlich mit anderen deutschen Städten? Noch nie in Köln gewesen.

Wahrscheinlich nur eine winterliche Phase. Ich geh heute in Wedding Moabit Bier trinken. Mal was anderes.
 




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