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... ist eigentlich so eine Sache, der man mit genügend Zeit viele spannende Momente und wichtige Erkenntnisse über sich selbst und sein Leben abringen kann. Erinnerungen. Ich sage nur Erinnerungen. Das so ein Umzug viel Staub aufwirbelt, weiss man ja nun schon. Theoretisch. Praktisch wirbelt es aber dann doch an ganz anderen emotionalen Stellen, als man sich so dachte. Da geht es ja nicht nur um Vergangenheit und Zukunft. Da geht es um die eigene Identität! Was kommt mit und was kommt in die Tonne? Das zu entscheiden heisst zunächst, wissen zu müssen, was man will und wer man ist! Ab wann z.B. darf man die ganzen Uni-Ordner wegschmeissen? Ich habe alleine bestimmt ein Umzugskarton mit Readern aus dem Copy-Shop. Nicht mitgerechnet die ganzen Seminartexte, Vorlesungsunterlagen und Mitschriften. Blödsinn eigentlich, dass andauernd von einem Dachboden zum anderen Keller zu schleppen schleppen zu lassen. Aber man könnte es ja noch brauchen! Dann, wenn man sich eventuell unter Umständen doch noch für eine wissenschaftliche Karriere entscheidet. Als Konsenspuschel meiner Selbst gehe ich also in die Materie, respektive in die Literatur. Texte, die ich damals schon doof fand und die in Diskursen etwas her machen, mit denen ich mich nicht mehr beschäftigen möchte, kommen in die Tonne. Aktiv-pragmatische Wissenschaftskritik geistert es mir durch den Kopf und ein kurzes Lächeln huscht über meine staubtrockenen Lippen. Denkste, alles rein vom Gefühl und Personenbezogen. Die Wulff-Texte landen im Karton, weil Wulff hat irgendwie gerockt. Wuss hingegen kommt ins Altpapier.

Dieselbe Frage mit den Filmzeitschriften und Katalogen von Filmfestivals. Schwierige Entscheidung. Wenn ich das wegschmeiße, könnte es heißen/bedeuten, dass ich mich nicht mehr für Film und seine Diskurse interessiere? Tu ich ja eigentlich auch nicht mehr, aber man muss doch wenigstens den Schein waren, irgendwie. Einzelne Hefte kommen weg, durchlaufende Jahrgänge kommen mit. Kann man ja vielleicht später dann mal bei e-bay... oder so. Die Kataloge waren schon im Container, hab ich heute morgen wieder rausgefischt, weil die sind teilweise doch okay, so wegen den eigenen Notizen zu Filmen ("ich fands 'n Brüller, das Publikum hat ihn nicht verstanden. Hälfte ist vorzeitig raus."). Bißchen wie Filmtagebuch.

Und was ist eigetlich mit den ganzen Belegexemplaren von eigenen Arbeiten?

Dann finde ich in einer englischsprachigen Schulbuchausgabe des Ernst Klett Verlages von Arthur Millers "Death of a Salesman" (nicht die von Fischer mit dem lachenden Dustin Hoffman vorne drauf) die kleine Notiz von mir, Die meisten berühmten Schrifsteller waren Trinker. Was wollte ich (früher) mir (heute) damit mitteilen?

Beinahe weggeschmissen, weil ich dachte, veraltet! : Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (eine Ausgabe aus Niedersachsen von 1988). Nicht weggeschmissen, weil veraltet und gehören ja beide irgendwie zusammen: Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (Ausgabe von 1989! Die wurden damals im Westen unters Volk geworfen).

Und am Ende hat man dann doch immer mehr Bücher in der alten Wohnung verteilt gehabt, als man so dachte. Demnächst erfährt man dann hier, wie es ist umzuziehen, ohne einen neuen Mitvertrag unterschrieben zu haben. Ha, mach das mal nach, Lumma!
 





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Küche ist kleiner als auf der Skizze, Balkon schmaler, Schlafzimmer riesig. Und auch noch ein kleiner Erker. 102qm für okay Preis, aber halt in Moabit, wär mal was Neues. Karstadt gleich um die Ecke und nur 2 Stationen zum Zoo.


 




Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Darf in keiner Junggesellenbude fehlen! Proletarisiert jede Studenten-WG! Interesse?
 




eben war die 1. Besichtigung hier in meiner alten Wohnung, weil zum 31.8. sind wir hier ja raus und der Eigentümer will die Wohnung loswerden und jetzt schauen sich das halt neue potentielle Eigentümer an. Und das ist interessant, was für Leute diese Wohung kaufen würden. Heute war da: ein langer End-Dreissiger (dem die hohen Decken gefallen haben) mit orangener Jeansjacke, Jeans und stylischen Ökotretern. Ein junges Päärchen - Anfang dreißig - wo sie nur französisch sprach und er der Baustrukturkenner war: alles was der die ganze Zeit gemacht hat, war gegen die Wände zu klopfen und die wurden dadurch nicht dünner. Sie hat hingegen meine Bibliothek durchstöbert und auf eins von meinen Büchern gezeigt und mich angelächelt und zugenickt. Und dann die ganzen Fragen! Warum liegt hier kein Gas! Hat das Haus keine Warmwasserleitungen? Wieso weshalb warum. Und was ist überhaupt mit dem Wasserschaden? Man zieht hier aus, um eben keine dieser Fragen mehr um die Ohren zu haben. Als letztes kamen zu spät - die Münchener! Eine Mutter, die ihrer 18-jährigen Tochter eine Studierbude käuft. Und der Neid brach wieder in mir auf, dass meine Eltern mir dieses Angebot nicht machen konnten und andereseits bin ich tierisch froh, dass sie es nicht gemacht haben, denn mein erster Gedanke war, "aha, verwöhntes Einzelkind..." - und das will man ja nicht sein.

Zackbumm, alle Vorurteile wieder bestätigt. Außer warum sich so junge Leute wie ich, die eigentlich fast so cool sind wie ich, eine Wohnung leisten können zu kaufen? *grummel*
 






Räume und Wohnugen einrichten mit dem Raum Arrangeur!

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(via)
 





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Unser Zeug vom Dachboden aufgeräumt, sich von einigen Erinnerungsträgern getrennt und den so entstandenen Müll in einen da unten rumstehenden Kleinwagen gestopft. In 2 Wochen ist dann der richtige Umzug.

Das Consulting vom Müllmann auf dem Recyclinghof sehr gut. Irgendwie kannte ich den Typen schon aus so einer Spiegel-TV-Reportage, glaube ich. Drei Fernseher weggeschmissen, zwei Computermonitore und zwei 286-Laptops. Auch Papier und einige Videos. Als nächstes dann Bücherverbrennung.


 





uploaded by t-deluxe.


 




ich bilde mich gerade fort über die Leistungen der Deutschen UFO-Technologie, da haucht es über meine Schulter, wenn du dich langweilst, kannst ja mal recherchieren, was Waschmaschinen heute so kosten. Oder google mal "Waschmaschine Pumpe auswechseln"

edit (23:43) - Waschmaschine geht wieder. Küchenboden ist nass.
 




Ohje, ich hätte es ja eigentlich ahnen müssen, dass dieses Gespräch von neulich noch seine Nachwehen haben wird. Es ging um so vieles und im Kern wie immer ums Geld, was natürlich zu wenig, wie immer bei jedem. Die Prioritäten erörternd gab ich zu bedenken, man könne ja einige ihrer Versicherungen kündigen, es sei ja eh alles egal - und die Büchse der Pandora ward geöffnet. Was ich mir denn einbilde. Und überhaupt, als sie erfuhr, dass ich lediglich gesetzlich krankenversichert bin (immerhin, man kennt da ja auch andere Gesellen!). Nichtmal Haftplicht? Ich zuckte mit den Schultern, sie schüttelte den Kopf und ring nach desaströsen Fallbeispielen, in die ich tappen könne. Ich tat meiniges, um abzuwiegeln und bestellte noch ein Astra.

Ich weiss doch auch nicht, warum ich nicht in diesen Versicherungswahn gestrudelt wurde. Als ich noch Kind war, las ich an jedem Abenteuerspielplatz "Eltern haften für ihre Kinder". Was ich eigentlich damals immer mehr als Freifahrtschein verstanden hatte, denn als Warnung. Dass das nur bis 18 güldete wurd einem dann auch irgendwann klar, und plötzlich hatte man so viel zu tun mit dem Jungbleiben, dass das Geld mal gerade von der Hand bis in den Mund langte. Zum Beispiel für Kino. Wo dann auch mal die Allianz versuchte der Risikogruppe Student mit einem schicken Werbespot den Gedanken einer Haftpflichtversicherung näher zu bringen. Ihr erninnert Euch vielleicht: Morgens in einer sonnendurchfluetetn WG, die verwüstet von einem rauschenden Fest nicht mehr ganz so ordentlich ist. Da liegen noch so Leute auf Sofas rum. Irgendwer steht auf und bei der Waschmaschine spritzt der Schlauch ab, und dadurch rutscht noch eine aus und mit dem Kopf auf das Bügeleisen, das dann ins Aquarium, wodurch der Fernseher und ach, die Susanne stürzt durchs Fenster. Das war mal noch coole Werbung. Aber Angst hat die jetzt nicht gerade gemacht, dass man da gleich zum Versicherungsvertreter gemusst hätte.

Jedenfalls kam die Nachwehe nicht dirket bei mir an, sondern beim Herrn Mitbewohner, der kurz vor einem wichtigen Cafébesuch auf seinem Apparillo angerufen wurde, ob er eine Haftpflichtversicherung hätte. Er verneinte und macht sich natürlich sofort Sorgen, was ich denn nun wieder getan hätte und malt sich aus, ich sei doch hoffentlich nicht irgendwie ungeschickt ins Holocaust Mahnmal gerast und hätte den ganzen isrealischen Staat an den Hacken, oder so.

Wie?s dann weiterging? Ach, ich werd jetzt einfach mal erwachsen und lass mich nächste Woche mal von ein paar Versicherungsvertretern anrufen. Denn sonst wird sie wohl nicht mit mir zusammen ziehen.

Würd mich jetzt aber kurz noch als Umfrage interessieren (auch um mal hier die Mittel des Mediums voll auszukosten):

Sind Sie ein sicherheitsbedürftiger und verantwortungsbewußter Mensch und haben eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen?
Na logo!
Nö.
Keine Ahnung.

  Ergebnis anzeigen

Erstellt von tristessedeluxe am 2005/06/18 01:30.


 




Eilig, eilig. Renne den zu erledigenden Dingen mal wieder mehr hinterher, als sie zu bestimmen. Trotzdem schnell mal den Stand der Wohnungssituation festhalten:

* Die Kündigung der Wohnung ist raus. Mein Mitbewohner und ich müssen bis zum 31.8. raus. Er hat noch keine Wohnung, ich auch noch nicht wirklich. Blücherbutze ade.

* Gestern eine Wohnung mit der Liebsten angesehen, die ging. Groß, faire Kosten. Beim Reinkommen haben wir beide sofort das Gefühl gehabt, sich dort wohl fühlen zu können. Ist das Wichtigste. Kleiner Balkon. Ein Bad, in dem genug Platz ist, dass man sich auch mal umdrehen kann. Ist halt nur im tiefsten Neukölln. Rixdorf, um genau zu sein. Das hat da alles einen sehr eigentümlichen Charme - und die Rixdorfer sind stolz auf ihre Enklave rund um den Richardplatz. Geographisch gesehen wohne ich derzeit ja fast genau in der Mitte von Berlin - somit etwas verwöhnt, was die Entfernungen angeht. Von da unten aus ist dann wieder mehr Lesen in der Bahn angesagt. Habe die Nacht nicht gut schlafen können, sondern immer auf den Stadtplan geschaut, um die strategischen Vor- und Nachteile der Wohnung auszutangieren. Auf dem Maßstab meines Stadtplanes ist die Länge eines Wattestäbchens umgefähr entsprechen der eines 3,- Taxis. Kurzstrecke vom Kotti wird nicht mehr drin sein. Und überhaupt. Alles südlich der Wohnung scheint uninteressant. Aber es sind nur 3 Minuten (2 Ampeln) bis zur Autobahnauffahrt. Ach, so viele Für und Wider.

Ob das Haus DSL-fähig ist, ist noch nicht klar (der Telefonanschluss ist gerade abgemeldet). Aber wir haben eben zugesagt, an der Wohnung ernsthaft interessiert zu sein. Jetzt muss ich immer dem kantel seine Neuköllner Nachrichten lesen und Rixpäck trinken.
 








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